CH-Schluss: Doch noch leicht ins Plus

CH-Schluss: Doch noch leicht ins Plus

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat Mittwoch dank einer Erholung in der Schlussphase leicht höher geschlossen. Gegen Handelsende sorgten gute Unternehmenszahlen und Daten vom Immobilienmarkt aus den USA für Käufe, so Händler.  Zuvor fehlten massgebende Impulse für höhere Aktienkurse und der Markt hatte erneut eine Marschpause eingelegt.  Darüber hinaus belebten in Einzeltiteln Spezialsituationen das Geschäft.

Im Fokus und unter Druck standen im Zusammenhang mit der Anhörung der Konzernspitze vor dem US-Senat die Aktien der Grossbank Credit Suisse. ABB sowie Holcim nach bzw. Transocean vor Zahlen hielten jedoch dagegen. Nach Zahlen waren zudem Swiss Life deutlich gesucht. Eine Stütze boten allerdings vor allem die zum Schluss gesuchten Index-Schwergewichten Nestlé, Novartis und Roche.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss nahe beim Tageshoch um 0,31% höher auf 8’532,99 Punkten. Der gekappte Swiss Leader Index (SLI) stieg um 0,28% auf 1’303,52 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,33% auf 8’153,20 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln schlossen je 15 im Plus und im Minus.

Gegen den Trend grösster Verlierer waren die Credit-Suisse-Aktien (-2,5%). Seit dem Nachmittag lief die eidesstattliche Anhörung der CS-Spitze vor dem US-Senat. In einem fast 200-seitigen Bericht wirft der Untersuchungsausschuss des Senates der Bank vor, US-Kunden aktiv bei der Hinterziehung von Steuern geholfen zu haben. Die CS-Verantwortlichen legten dem Ausschuss dar, dass sie sehr früh alle notwendigen Vorkehrungen getroffen hätten, um keine unversteuerten US-Gelder mehr anzunehmen oder zu verwalten. Entsprechende interne Regeln seien erlassen und klar kommuniziert worden. Es sei aber so, dass gewisse CS-Mitarbeiter leider gegen diese Regeln verstossen hätten.

Bereits im Vorfeld dieser Anhörung machte sich in den CS-Titeln Nervosität breit. Es sei nicht klar, was in den USA an Vorwürfen und Untersuchungen noch zu erwarten sei, hiess es im Markt. Die Bank selber hatte am vergangenen Freitag neben der Bekanntgabe eines Vergleichs mit der amerikanischen Börsenaufsicht SEC über knapp 200 Mio USD darauf hingewiesen, dass die Untersuchung der Steuerangelegenheit durch das US-Justizministerium noch nicht abgeschlossen sei. Demgegenüber hielten sich die UBS-Aktien (+0,3%) besser.

Unter den weiteren Verlierern fielen Schindler PS (-1,4%) auf. Die Titel konnten damit nicht von einem Grossauftrag über 41 Lifte für den «Warsaw Tower» profitieren. Ohne News gaben Clariant und Lonza (je -1,0%) deutlicher nach.

Swiss Life (+6,0%) zogen dagegen kräftig an. Das vom Lebensversicherungskonzern für das Geschäftsjahr 2013 veröffentlichte Ergebnis lag nicht nur auf den Stufen Betriebsergebnis und Reingewinn, sondern auch beim Eigenkapital über den jeweiligen Konsensschätzungen. Gut aufgenommen wurde auch die stärker als erwartet ausgefallene Dividendenerhöhung.

Nach uneinheitlichem Kursverlauf waren die Aktien des Zementkonzerns Holcim (+2,8%) doch noch stark gesucht. Zwar lag das vom Zementhersteller für das Geschäftsjahr 2013 veröffentlichte Ergebnis sowohl beim Umsatz als auch beim betrieblichen EBITDA leicht hinter den Konsensschätzungen zurück. Beim Reingewinn nach Minderheiten wurden letztere allerdings deutlich übertroffen. Und auch der Ausblick fiel etwas optimistischer aus als erwartet.

Klar gesucht waren im Vorfeld der Publikation von Zahlen auch die Aktien des Ölbohr-Service-Unternehmens Transocean (+2,7%). Grössere Gewinne verbuchten zudem die Titel von ABB (+1,2%).

Die Index-Schwergewichte Novartis (+0,6%), Roche GS (+0,5%) und Nestlé (+0,3%) stützten mit einsetzenden Käufen den Markt zum Schluss deutlich.

Im breiten Markt verzeichneten Weatherford nach dem Ergebnis zum vierten Quartal ein Plus von 4,0%. Das Unternehmen will sich von verlustbringenden Aktivitäten trennen. Ebenfalls nach Zahlen gaben dagegen EFG International (-8,5%) klar und Evolva (-1,4%) leicht nach.

BCV (-0,7%) und Valiant (-2,3%) reagierten moderat auf den angekündigten Rausfall aus dem Stoxx Europe 600-Index per 24. März, ebenso Logitech (+1,1%), die dort neu geführt werden.

Barry Callebaut (-0,8% oder -9,00 CHF) verdauten den Dividendenabgang von 14,50 CHF gut. (awp/mc/p/cs)

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