CH-Schluss: Erneut fester – Weihnachtsrally geht weiter

CH-Schluss: Erneut fester – Weihnachtsrally geht weiter

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Freitag deutlich zugelegt und damit den fünften Börsentag in Folge höher beendet. Das in der vergangenen Woche eingeleitete Weihnachtsrally setzte sich damit fort. Gestützt wurde die Stimmung von den freundlichen Vorgaben aus den USA vom Vortag, als hierzulande die Börsen geschlossen waren, von positiven US-Konjunkturdaten von Ende der Vorwoche sowie von der Ankündigung des IWF, die Wachstumsprognosen für die USA zu erhöhen. Dass die US-Börsen am Freitag nach freundlichem Beginn leicht in die Verlustzone abrutschten, bremste den SMI nicht gross.

Die Ankündigung der amerikanischen Notenbank von Mitte vergangener Woche, die Anleihenkäufe ab Januar – in allerdings moderatem Tempo – zurückzufahren, wirkt damit noch immer positiv nach. Die Investoren seien gut auf das einsetzende «Tapering» vorbereitet, hiess es in Marktkreisen. Ausserdem bleibe die Geldpolitik ja weiterhin sehr locker und die Zinsen dürften noch für lange Zeit auf dem extrem tiefen Niveau verharren.

Der Swiss Market Index (SMI) legte 1,42% auf 8’221,90 Punkte zu. Im Wochenvergleich (nur 2 Handelstage) ergab sich somit ein Plus von 1,7%. Der gekappte Swiss Leader Index (SLI) gewann am Freitag 1,35% auf 1’259,92 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 1,31% auf 7’850,82 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln schlossen 29 höher und einer tiefer.

Der zwischen Weihnachten und dem Wochenende vor der ebenfalls ruhigen Altjahreswoche isolierte Börsentag in der Schweiz brachte kaum Nachrichten und das Geschehen blieb auch wegen zahlreicher ferienbedingter Abwesenheiten in den Handelsräumen sehr ruhig. So gesehen haftet den einzelnen Kursausschlägen etwas Zufälliges an.

Grösste Gewinner waren zum Schluss Transocean (+2,7%), welche in der Jahreswertung mit einem Plus von knapp 8% allerdings weit hinten liegen.

Dahinter zogen am Freitag Geberit (+2,2%), Adecco (+2,0%) oder CS (+1,8%) überdurchschnittlich an. Die beiden anderen Banken, UBS und Julius Bär (je +1,4%) verzeichneten moderatere Gewinne. Zum US-Steuerstreit meldete sich noch vor Weihnachten die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma zu Wort. Die Behörde empfiehlt den hiesigen Banken, noch dieses Jahr Geld für die Regelung des Steuerstreits mit den USA beiseite zu legen. Die Empfehlung gilt sowohl für die Kategorie-1-Institute, gegen die die Amerikaner bereits wegen Beihilfe zu Steuerhinterziehung ermitteln, als auch für jene Banken, die sich bei den Amerikanern bis zum Jahresende selbst anzeigen wollen.

Eine gute Stütze waren dem Gesamtmarkt auch Novartis (+1,7%) und Roche (+2,0%). Die japanische Roche-Tochtergesellschaft Chugai eröffnet im Wachstumsmarkt China eine Tochtergesellschaft und verspricht sich davon mehr Flexibilität beim Vertrieb. Diese Nachricht sei allerdings kaum der Grund für die Aufschläge, hiess es am Markt. Seit fünf Börsentagen bereits befinden sich die Titel im Einklang mit dem Markt im Aufwind.

Weitere Titel mit Avancen im Bereich von über +1,5% waren Swiss Re, Clariant, Sonova und Holcim.

Der einzige Bluechip mit Abgaben war SPS (-0,6%), welche auch mit der Jahresperformance von rund -10% am Tabellenende liegen.

Dufry (+0,7%) waren ebenfalls weit hinten zu finden. Die Bestätigung des Kreditratings «BB+» durch die Ratingagentur S&P von Anfang Woche hatte kaum einen grossen Einfluss auf das Papier.

Im breiten Markt fielen Titel wie Elma Electronic (+4,7%), Schmolz+Bickenbach (+3,7%) oder u-blox (+3,4%) mit gutem Gewinn auf. In der Jahreswertung überragen hier u-Blox mit einem Plus von über 140% Schmolz+Bickenbach (rund +50%) deutlich, während Elma gar ein leichtes Minus aufweist. Deutliche Abgaben erlitten Perrot Duval (-10,6%) oder Lem (-5,0%). (awp/mc/pg)

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