CH-Schluss: SMI gibt 0,1% auf 7’761 Punkte nach

CH-Schluss: SMI gibt 0,1% auf 7’761 Punkte nach

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat den Donnerstagshandel im Minus beendet. Nach einem freundlichen Start sind die Kurse ab dem Mittag wieder klar zurückgekommen. Am Nachmittag bewegte sich der Leitindex SMI zunächst entlang des Vortagesniveaus seitwärts. Im späten Handel belastete ein sinkender Ölpreis und eine schwächere Wall Street die Kurse nochmals stärker.

Zu Handelsbeginn profitierte die Stimmung noch von den guten US-Vorgaben. Diese Wirkung verpuffte dann aber zusehends mit wieder fallenden Preisen beim Öl. Das am Vortag publizierte Protokoll der letzten Sitzung der US-Notenbank konnte die Unsicherheit über den künftigen Kurs derweil nicht ausräumen, hiess es im Handel. Unterdessen hat es im EZB-Rat an der vergangenen Sitzung eine Diskussion über stärkere Zinssenkungen gegeben, wie aus dem Protokoll hervor ging. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA zeigten einen leichten Rückgang.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,09% tiefer auf 7’761,35 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verzeichnete ein Minus von 0,39% auf 1’184,83 Zähler, und der breite Swiss Performance Index (SPI) gab um 0,12% auf 8’292,21 Punkte ab. Von den SMI/SLI-Titeln schlossen 20 im Minus und zehn im Plus.

Die grössten Abgaben im SMI/SLI verzeichneten Richemont (-3,2%), die Im Tagesverlauf immer deutlicher abrutschten. Und auch Swatch (-1,3%) zeigten sich schwach, wenn auch weniger ausgeprägt. Berenberg hat das Rating für Richemont im Rahmen einer Sektorstudie direkt auf „Sell“ von „Buy“ zurückgenommen, ebenso dasjenige für Swatch auf „Hold“ von „Buy“; auch die Kursziele wurden deutlich nach unten angepasst. Es sei kein Licht am Ende des Tunnels zu sehen, hiess es dazu mit Blick auf die Luxusgüterbranche. Bei Richemont kommen Sorgen um den kurzfristigen negativen Einfluss von Cartier sowie wegen der gedämpfteren Wachstumsaussichten im Uhrengeschäft hinzu.

Auch die Bankaktien verbuchten klare Abgaben. Für die CS-Aktien (-1,0%) hat die Deutsche Bank das Kursziel leicht reduziert, bei einem unveränderten Rating „Hold“. Begründet wurde dies unter anderem mit dem begrenzten Aufwärtspotenzial für die Aktie. In gleichem Masse gaben UBS (-1,0%) ab, Julius Bär (-1,2%) noch etwas deutlicher.

Ebenfalls klar im Minus lagen zum Handelsschluss Zurich (-1,6%), Schindler (-1,2%) oder Dufry (-1,1%).

Etwas Stütze erhielt der SMI von Novartis, welche um 0,9% höher schlossen. Bereits am Vortag hatten die Titel um über 2% zugelegt, womit sie die verhaltene Entwicklung der Wochen davor etwas ausgleicht. Die Nachricht, wonach Novartis in der EU eine auf Kinder erweiterte Zulassung für das Medikament Revolade bei der Behandlung der Autoimmunkrankheit chronische ITP erhalten hat, dürfte jedoch eher von untergeordneter Bedeutung gewesen sein. Hinter Novartis setzten auch die Genussscheine von Roche (+0,5%) ihre Erholung fort, wenn auch etwas moderater. Das dritte Schwergewicht Nestlé (+0,1%) drehte am Handelsende auch noch leicht ins Plus.

Gute Gewinne wiesen noch Aryzta (+1,9%), Swisscom (+0,5%) und Kühne+Nagel (je +0,5%) auf. Für Actelion (+0,2%) hat die Deutsche Bank das Kursziel zwar gesenkt, die Empfehlung „Buy“ jedoch bekräftigt. Trotz der Investition in die Lancierung von Uptravi sei mit einer weiteren Margenausweitung zu rechnen, schreibt die Bank im Vorfeld der Quartalszahlen dazu.

Galenica (+0,3%) hielten sich nach gutem Start im Plus. Zu Beginn hatte die Meldung etwas Rückenwind verliehen, wonach die BNP Paribas den Anteil an Galenica auf über 5% ausgebaut hat.

Im breiten Markt stachen EFG International mit einem Plus von 15,4% heraus, dies nach der Ankündigung einer Kapitalerhöhung im Zusammenhang mit der geplanten Übernahme der Tessiner BSI. Vor allem das finanzielle Engagement der EFG-Hauptaktionärin kommt bei den Investoren gut an.

Meyer Burger gingen mit +0,3% aus dem Handel, nachdem die Papiere zeitweise um mehr als 6% zugelegt hatten. Der Solarzulieferer hat in Asien einen Grossauftrag im Wert von über 18 Mio CHF an Land gezogen. Hochdorf (-2,6%) drehten klar ins Minus, nachdem die Vorlage des Jahresergebnisses zunächst für steigende Kurse gesorgt hatte.

Barry Callebaut bestätigten mit +0,8% das markante Plus von über 8% vom Mittwoch im Anschluss an die Jahreszahlen an. Mittlerweile haben SocGen und Kepler Cheuvreux ihre Kursziele für den Titel erhöht. (awp/mc/upd/ps)

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