CH-Schluss: Deutliche Gewinne zum Wochenstart dank Novartis

CH-Schluss: Deutliche Gewinne zum Wochenstart dank Novartis

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat den ersten Handelstag der Woche mit deutlichen Gewinnen geschlossen. Nachdem der Swiss Market Index (SMI) die vergangene Woche bereits mit einem Plus von 1% abgeschlossen hatte, setzte der Index am Montag von guten Vorgaben aus Asien getragen die Aufwärtsbewegung fort. Tragendes Element des guten Wochenstarts waren die Kursgewinne in Novartis. Die Papiere profitieren von guten Studiendaten zu einem Produktkandidaten.

Anleger blicken aber bereits etwas in die Zukunft. Am Donnerstag steht der Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) auf dem Programm. Die Anzeichen, wonach die Euro-Währungshüter weitere konjunkturstützende Massnahmen ergreifen könnten, mehren sich. Zuletzt fielen die negativen Teuerungsraten in Spanien und die sich abschwächenden Preistrends in anderen europäischen Ländern auf. Am Montag haben die Verbraucherpreisdaten März die Abschwächung des Preistrends im Euroraum bestätigt. Positiv wirkte sich am Nachmittag die freundliche Eröffnung in den USA aus. Fed-Chefin Janet Yellen hatte eine Fortsetzung der lockeren Geldpolitik signalisiert.

Am Schluss legte der SMI zwar deutlich um 0,96% auf 8’453,82 Zähler zu, blieb damit aber klar unter dem Tageshoch von beinahe 8’490 Punkten. Der gekappte Swiss Leader Index (SLI) gewann 0,77% auf 1’295,18 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,90% auf 8’202,18 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln standen zum Schluss 23 höher, sechs tiefer und SGS waren unverändert.

Für viel Schwung sorgten im SMI die Kursgewinne der Novartis-Aktien (+3,5%). Die Papiere trugen damit rund 60 Punkte zum Anstieg des SMI bei. Auslöser für die gute Performance war der erfolgreiche Abschluss einer Studie mit dem Produktkandidaten LCZ696 gegen chronische Herzinsuffizienz. Der Erfolg sei aufgrund fehlender Informationen nicht absehbar gewesen, meinte ein Analyst der Bank Vontobel. Er geht davon aus, dass das Medikament Ende 2015 auf dem Markt kommen könnte und attestiert ihm einen Spitzenumsatz von bis zu 3 Mrd USD. Die ZKB sieht gar ein Umsatzpotenzial von 4 Mrd. Die beiden weiteren Schwergewichte Nestlé (+0,3%) und Roche (-0,3%) entwickelten sich unterschiedlich.

Deutlich im Plus schlossen auch die Titel der beiden Grossbanken UBS (+1,5%) und CS (+1,4%). Allerdings hatte sich in der Schweiz nach der Finma auch die Wettbewerbskommission (Weko) betreffend den Vorwürfen zur Manipulation von Devisenkursen eingeschaltet und gegen die beiden Grossbanken sowie eine Reihe weiterer Institute eine Untersuchung eröffnet. Dabei ermittelt die Weko, ob es zwischen verschiedenen Banken zu unzulässigen Absprachen bei der Fixierung diverser Wechselkurse im Devisenhandel gekommen ist. Die CS wehrte sich vehement gegen die Vorwürfe. Man habe die Mitteilung der Weko «mit Befremden zur Kenntnis genommen», schliesslich sei man nicht Gegenstand der bei anderen Bankinstituten durchgeführten Vorabklärungen der Weko gewesen.

Unter den weiteren Topperformern im SMI/SLI fanden sich auch Zykliker wie Sika (+2,6%), Holcim (+1,5%) oder Clariant (+1,1%). Im Sektor würden in den kommenden Wochen höhere Gewinnschätzungen der Analysten erwartet, hiess es im Handel.

Auch die Luxusgüteraktien von Swatch (+0,7%) und Richemont (+0,6%) legten zu. Swatch-Chef Nick Hayek hatte in einem Zeitungsinterview erklärt, dass die Umsatzmarke von 10 Mrd CHF bis 2015 erreicht werden könnte. Sollten die Wechselkurse für die Branche schlecht bleiben, könnte sich aber das Erreichen dieser Marke verzögern, sagte er. Im Jahr 2013 hatte Swatch die Verkäufe um über 8% auf 8,8 Mrd gesteigert.

Am Ende der Tabelle fanden sich Actelion (-2,1%). Marktteilnehmer verwiesen nach der starken Performance der letzten Monate auf Umschichtungen.

Derweil neigt sich die Berichtssaison auch im breiten Markt allmählich dem Ende zu. Am Montag hat Adval Tech (+3,1%) den für 2013 angekündigten Turnaround auf Stufe EBIT geschafft, das Unternehmensergebnis verblieb aber im tiefroten Bereich. Der Energiekonzern Romande Energie erzielte dagegen nach einem hohen Verlust im 2012 im vergangenen Jahr wieder einen Gewinn und hob die Dividende an. Die Aktie reagierte mit einem Anstieg von 4,9%. (awp/mc/upd/ps)

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