CH-Schluss: SMI gibt 0,2% auf 9143 Punkte nach

Boerse

Zürich – Der Schweizer Leitindex SMI hat am Donnerstag erstmals in der laufenden Woche nachgegeben und nur leicht über dem Tagestief geschlossen. Enttäuschende US-Konjunkturzahlen drückten den Markt ins Minus, nachdem im frühen Geschäft noch ein Jahreshoch markiert worden war. Die Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe waren höher als erwartet und die US-Detailhandelsumsätze gingen so stark zurück wie seit neun Jahren nicht mehr. Auch Konjunkturdaten aus Deutschland drückten auf die Stimmung. Die grösste Volkswirtschaft Europas ist Ende 2018 nur knapp an einer technischen Rezession vorbeigeschrammt.

Händler führten auch charttechnische Gründe für die Schwäche ins Feld. Einmal mehr sei der SMI am Widerstand um 9’200 Punkten gescheitert, meinten Händler. In dieser Region schritten Anleger oft zu Gewinnmitnahmen. Auch der Eurex-Verfall vom Freitag lastete wohl etwas auf dem Markt. Im Fokus der Anleger bleiben abgesehen davon die Berichtsaison und die politische Entwicklung im Zusammenhang mit dem US-chinesischen Handelsstreit. Laut Bloomberg will US-Präsident Donald Trump den Verhandlungen mit China 60 Tage mehr Zeit geben. Analysten warnten aber vor zu viel Optimismus.

Der Leitindex SMI, der auf 9’237 Punkten zunächst ein Jahreshoch markiert hatte, schloss um 0,23 Prozent tiefer bei 9’142,71 Punkten knapp über dem Tagestief (9’142,24). Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) sank um 0,33 Prozent auf 1’412,70 Zähler. Der breite Swiss Performance Index (SPI) legte hingegen um 0,08 Prozent auf 10’705,15 Punkte zu. 18 der 30 SLI-Werte gaben nach und zwölf gingen mit einem Plus aus dem Handel.

Eine starke Stütze des Marktes waren Nestlé (+1,6%), die im Frühhandel mit 89,90 Franken ein Allzeithoch erklommen. Der Nahrungsmittelriese hat mit den Jahreszahlen 2018 die Markterwartungen erfüllt und sieht sich gut auf Kurs zu seinen Mittelfristzielen. Auch die Ziele für 2019 kamen bei den Investoren gut an. Nestlé alleine kann den SMI mit jedem Kursfranken um 25 Punkte in die eine oder andere Richtung bewegen.

Uneinheitlich zeigten sich derweil die beiden Pharmaschwergewichte Novartis (-0,3%) und Roche (+0,1%).

Gefragt waren auch die Papiere des Lift- und Fahrtreppenbauers Schindler (PS:+5,3%) nach der Vorlage der Jahreszahlen. Die Innerschweizer sind schneller als erwartet gewachsen.

Temenos (+3,6%) wetzten derweil die Kursscharte von Vortag aus, als die Papiere nach dem Abgang von Firmenchef David Arnott nachgegeben hatten. Gesucht waren zudem Clariant (+3,2%), Vifor (+1,6%) und Sonova (+1,5%).

Schwach tendierten auf der anderen Seite die Banken Credit Suisse (-3,4%), Julius Bär (-3,4%) und UBS (-2,1%). CS hatte mit ihren Jahreszahlen für 2018 eigentlich positiv überrascht. Es hätten jedoch sehr viele schwer durchschaubare Sonderfaktoren mitgespielt, sagten Börsianer. Negativ ausgelegt wurden der Bank etwa der schwache Zufluss an Nettoneugeld, die nach wie vor hohen Kosten sowie die eher karge Dividende.

Gewinnmitnahmen nach dem Kurssprung vom Mittwoch belasteten auch Richemont (-2,3%) und Swatch (-1,3%). Schwache Zahlen des Mitbewerbers Fossil drückten Swatch zusätzlich.

Im breiten Markt schossen Sulzer um 5,6 Prozent hoch. Der Anlagenbauer legte bei Umsatz und Auftragseingang deutlich zu.

Addex brachen hingegen um 17 Prozent ein. Das Biotechunternehmen und sein Forschungspartner haben die Entwicklung eines Produktkandidaten eingestellt.

Erneut Federn lassen mussten die Aktien von Panalpina, die um 5,5 Prozent auf 149 Franken fielen. Händler erklärten, am Markt werde die Wahrscheinlichkeit, dass die dänische Konkurrentin DSV den Logistikkonzern übernehmen kann, als immer geringer eingeschätzt. DSV bietet 170 Franken je Panalpina-Aktie. Jüngst hatte sich CEO Stefan Karlen in einem Zeitungsinterview dahingehend geäussert, dass Panalpina eigenständig bleiben sollte. Die Titel von Rivale Kühne+Nagel (+1,0%) gewannen dagegen an Wert.

Kuros (-10%) litten unter Gewinnmitnahmen. Der Kurs war stark gestiegen, nachdem die Biotechfirma mitgeteilt hatte, sie habe mit dem US-Unternehmen SeaSpine einen Liefervertrag unterschrieben. (awp/mc/pg)

SIX Swiss Exchange

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