CH-Schluss: Deutlich fester ins neue Jahr

CH-Schluss: Deutlich fester ins neue Jahr

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat die erste Sitzung im neuen Jahr mit markant festeren Notierungen geschlossen. Nachdem bereits am Mittwoch einzelne europäische und die US-amerikanischen Börsen nach der Last Minute-Lösung im US-Budgetstreit ein Kursfeuerwerk gezündet hatten, bestand am Schweizer Aktienmarkt diesbezüglich Nachholbedarf, wie ein Händler erklärte. So startete der Leitindex SMI die Sitzung deutlich fester und weitete die Gewinne bis zur Mittagszeit aus.

Dann fehlten für noch höhere Kurse zunächst die Impulse. So standen am Nachmittag positive Daten der privaten Arbeitsvermittlung ADP zum privaten US-Arbeitsmarkt eher schwachen Daten des US-Arbeitsministeriums zu den Erstanträgen der Arbeitslosenhilfe gegenüber. Die entscheidenden Impulse kamen dann aber trotzdem von der Wall Street: Nach einer zunächst schwächeren Eröffnung legte der Dow Jones rund 50 Punkte zu und machte damit die Verluste bis zum hiesigen Handelsschluss wett.

So legte auch das Blue Chip-Barometer SMI nochmals deutlich zu und schloss 2,90% höher auf 7’020,46 Punkten bzw. auf dem höchsten Stand 2012/2013. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) rückte gar um 3,33% auf 1’071,98 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 2,86% auf 6’470,37 Zähler vor. Alle 30 SLI-Titel beendeten die Sitzung auf der Gewinnerseite.

Die grössten Aufschläge verbuchten die oft volatilen Transocean (+10,6%), die in den letzten Handelsminuten noch zu einem Kurssprung angesetzt hatten. Einem Medienbericht zufolge hat sich das Unternehmen mit dem US-Justizdepartement im Deepwater-Horizon-Fall geeinigt und dürfte Bussen in Höhe von 1,4 Mrd USD bezahlen müssen.

Die Aufschläge der zyklischen Papiere der beiden Luxusgüterhersteller Swatch (+6,4%) und Richemont (+5,7%) wurden im Handel teilweise mit den zuletzt erfreulichen Daten zum chinesischen Einkaufsmanagerindex erklärt. Mit SGS (+3,6%), Geberit (+3,6%), Adecco (+3,4%) und ABB (+3,3%) gehörten weitere konjunktursensitive Titel zu den grossen Gewinnern.

Bei den Finanzvaloren profitierten CS (+5,4%) und UBS (+4,1%) am meisten von der risikofreundlichen Stimmung. Die Kursgewinne der UBS-Aktien hätten ausserdem gezeigt, dass der Klage der deutschen HSH Nordbank gegen die UBS im Zusammenhang mit dem Verkauf von Hypothekenpapieren im Handel wenig Bedeutung beigemessen werde, hiess es. Bei den Versicherern zeigten Bâloise (+2,9%) das grösste Plus.

Die Pharmaschwergewichte Roche und Novartis avancierten um 3,0% bzw. 2,2%. Novartis-CEO Joe Jimenez hatte in einem Interview mit dem «Wall Street Journal Europe» auf den intensiven Preisdruck in Europa hingewiesen. Er geht davon aus, dass künftig die Pharmaunternehmen für das Behandlungsergebnis bezahlt würden und nicht mehr für die Medikamente selber. Novartis habe mit dem Wechsel von einem Transaktionsmodell zu einem ergebnisorientierten Ansatz bereits begonnen. Nestlé-Valoren (+1,8%) standen ebenfalls auf den Einkaufszetteln.

Im Mittelfeld schlossen Sulzer 3,1% fester: Der Industriekonzern hat am Morgen die Übernahme des Geschäftsbereichs Karbonfaser-Reibbeläge für Nutzfahrzeuge und PKWs der amerikanischen Thermoset mit einem Umsatz von rund 18 Mio USD angekündigt. Einem möglichen Zusammengehen mit OC Oerlikon gab Sulzer-Chef Stahlmann in einem Interview mit der Lokalpresse dagegen einmal mehr eine Absage.

Die geringsten Aufschläge verbuchen bei den Blue Chips die defensiven Givaudan (+0,9%) und SPS (+0,8%).

Im breiten Markt lag der verschuldete Spezialstahlkonzern Schmolz+Bickenbach (Aktien +8,4% auf 3,10 CHF; Tageshoch: 3,70) nach Medienspekulationen über eine mögliche Übernahme durch Finanzinvestoren im Fokus. Sehr stark zeigten sich auch Huber+Suhner (+8,1%). Das im Bereich elektrische und optische Verbindungstechnik tätige Unternehmen hat das US-Unternehmen Astrolab gekauft und damit sein Portfolio im Bereich Hochfrequenz ergänzt.

Auf der Gegenseite büssten Mondobiotech um 6,7% ein, nachdem das Unternehmen den Abgang seines Finanzchefs im laufenden Jahr bekannt gab. (awp/mc/pg)

SIX Swiss Exchange

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