CH-Schluss: Knapp im Plus – Stimmung bleibt zurückhaltend

CH-Schluss: Knapp im Plus – Stimmung bleibt zurückhaltend

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag mit leichten Gewinnen geschlossen. Der Leitindex SMI war noch mit deutlichen Gewinnen in den Handel gestartet, rutschte dann aber bis am Mittag ins Minus. Am frühen Nachmittag stiess der Markt zwar wieder in positives Terrain vor, tendierte fortan aber seitwärts. Für einen kleinen Aufschwung sorgten US-Konjunkturzahlen, der schwache Börsenstart in Übersee machte aber den Aufwärtsdruck wieder zunichte.

Für gute Stimmung hatte am Morgen noch die Publikation des Protokolls der jüngsten FOMC-Sitzung vom Mittwochabend gesorgt. Demzufolge dürfte die amerikanische Notenbank die Zinsen wohl nicht so schnell erhöhen, wie mancherorts befürchtet wurde. Die jüngst veröffentlichten eigenen Zinsprognosen seien am Markt überinterpretiert worden, stellten Mitglieder des Offenmarktausschusses fest. Damit erscheint die Aussage von Fed-Chefin Janet Yellen in einem anderen Licht, nach der die Zinsen Mitte 2015 angehoben werden könnten.

Bei Börsenschluss lag der Swiss Market Index (SMI) mit 0,11% im Plus bei 8’420,58 Punkten. Der gekappte Swiss Leader Index (SLI) legte minim um 0,01% auf 1’293,34 Zähler zu und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,06% auf 8’194,64 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln schlossen 13 im Plus, 15 im Minus und Dufry und CS unverändert.

An der Spitze von SMI/SLI etablierten sich bis zum Schluss die Aktien von Clariant (+1,7%). Exane BNP Paribas hatte den Spezialitätenchemie-Konzern von seiner Liste der möglichen Übernahmeziele gestrichen. Clariant habe in letzter Zeit mit Blick auf die Verbesserung des Business Mix und der Bilanz grossartige Arbeit geleistet, so die Analysten.

Ebenfalls deutlich fester schlossen die Valoren von Richemont (+1,0%). Der französische Luxusgüterkonzern LVMH publizierte Zahlen zum ersten Quartal und konnte vor allem mit Mode und Leder deutlich mehr umsetzen als erwartet. Dies wirkte sich positiv auf die Erwartungen bei den hiesigen Luxusgüterkonzernen aus. Die Aktien des Uhrenherstellers Swatch (+0,6%) profitierten aber angesichts ihres Produktesortiments etwas weniger stark.

Mit zur Spitzengruppe gehörten auch die Aktien von Actelion (+1,1%), Syngenta (+0,9%) und Novartis (+1,0%). Zusammen mit anderen Mitbewerbern, darunter auch Roche (GS: -0,04%), droht dem Pharmakonzern Ungemach in Frankreich. Die französische Wettbewerbsbehörde hat eine Untersuchung wegen möglichen Verstössen gegen das Wettbewerbsrecht eingeleitet. Dabei könnte es um das Augenheilmittel Lucentis und das teilweise für dieselbe Indikation verwendete Avastin gehen. Novartis und Roche bestätigten auf Anfrage, dass entsprechende Untersuchungen liefen.

Roche erhielt zudem von einem Artikel der Fachpublikation „British Medical Journal“ negative Presse. Darin hiess es, dass eine umfassende Analyse der klinischen Studiendaten zu Tamiflu ein weniger positives Bild zeigten, als jenes, das der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Wichtige Vorteile seien zu stark betont worden und Nebenwirkungen zu wenig. Roche widersprach dieser Darstellung. In Marktkreisen wurde darauf hingewiesen, dass diese Kritik nicht neu ist.

Nestlé büssten bis zum Schluss 0,3% ein. Nachdem der Titel am Dienstag noch stark zugelegt und sich am Vortag seitwärts entwickelt hatte, kam es laut Marktteilnehmern zu Gewinnmitnahmen. Grössere Abgaben gab es auch bei Transocean (-1,7%), Schindler PS und Sika (je -1,2%).

Im breiten Markt fielen Züblin mit einem Minus von 8,7% auf. Das Immobilienunternehmen hatte überraschend einen weiteren markanten Verlust für das Geschäftsjahr 2013/14 bekanntgegeben. Darüber hinaus will sich die Gesellschaft aus dem Geschäft mit Schweizer Immobilien vollständig zurückziehen und sich auf die Märkte in Deutschland und Frankreich konzentrieren.

Hochdorf (-1,7%) legten Jahreszahlen vor. Der Milchverarbeiter will dank dem stark wachsenden Segment der Babynahrungsmittel stark ins Ausland expandieren. Bei der Generalversammlung wird deshalb eine Kapitalerhöhung beantragt, um die Finanzierung sicherzustellen. (awp/mc/upd/ps)

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