CH-Schluss: SMI verliert 1,67% auf 9’105,05 Punkte

CH-Schluss: SMI verliert 1,67% auf 9’105,05 Punkte

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat den Mittwochshandel mit deutlichen Abgaben beendet. Nach einem positiven Auftakt begannen die Kurse bald zu bröckeln. Am Nachmittag verstärkte sich der Abwärtstrend nach schwachen US-Daten und einem tieferen Dollarkurs zum Franken. Hierzulande schlossen ABB nach Quartalszahlen und anfänglichen Kursgewinnen ebenso tiefer wie Clariant. Bei Adecco und Swiss Life belasteten die Dividendenabgänge. Vor der Fed-Entscheidung am Mittwochabend prägte ansonsten Zurückhaltung die Stimmung der Investoren.

Das US-BIP für das erste Quartal fiel mit annualisiert +0,2% sehr schwach aus. Das belastete die Märkte, auch wenn damit eine Zinserhöhung im Juni wohl vom Tisch sein dürfte, so ein Volkswirt. In der Eurozone zeichneten die am Mittwoch veröffentlichten Wirtschaftsdaten derweil ein uneinheitliches Bild: Während der Geschäftsklimaindex positiv überraschte, enttäuschten die Angaben zum Konsumentenvertrauen.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 1,67% im Minus auf 9’105,05 Punkten (Tageshoch 9’309). Der 30 Titel umfassende, in der Titelgewichtung gekappte Swiss Leader Index (SLI) gab 1,22% auf 1’353,48 Punkte nach und der marktbreite Swiss Performance Index (SPI) verlor 1,50% auf 9’218,81 Stellen. Von den 30 wichtigsten Aktien schlossen 24 im Minus und nur sechs im Plus.

Der schwächere Greenback belastete die Aktien der Unternehmen mit einem hohen Dollaranteil in der Bilanz. Die Aktien von ABB hatten einen guten Handelsstart mit neuem Jahreshoch, gingen dann aber mit einem Minus von 0,9% aus dem Handel. Im ersten Quartal hat sich die Auftragslage über Erwarten gut entwickelt, dagegen fiel der operative Gewinn mässig aus. Von Analysten wird zudem der Ausblick als sehr zurückhaltend eingestuft. Immerhin sei eine negative Überraschung ausgeblieben, hiess es in Börsenkreisen.

Bei Clariant (-1,5%) kam es nach zunächst ebenfalls festeren Kursen zu deutlichen Gewinnmitnahmen. Der Basler Chemiekonzern hat die Erwartungen des Marktes mit dem Quartalsbericht zum Teil deutlich übertroffen. Positiv herausgestrichen wird insbesondere der starke Cashflow. Allerdings hatten die Papiere in den vergangenen Wochen, unterstützt von Übernahmegerüchten, einen guten Lauf und mussten nun einen Teil der Avancen abgeben.

Sonova waren mit -4,0% das Schlusslicht im SMI/SLI. Die Aktien des Hörsystem-Herstellers dürften dabei unter den schwachen Zahlen des Mitbewerbers GN Store Nord gelitten haben. Grössere Verluste waren durch den Dividendenabschlag bei Adecco (-3,6% bzw. -2,85 CHF) und Swiss Life (-3,6% bzw. -8,40 CHF) zu sehen. Die beiden Papiere wurden zu 2,10 CHF (Adecco) beziehungsweise 6,50 CHF (Swiss Life) ex-Dividende gehandelt.

Die Schwergewichte Novartis (-2,9%), Nestlé (-2,0%) und Roche (-1,8%) weiteten die Abgaben aus und belasteten den SMI. Auch Sika (-3,3%) und Geberit (-1,7%) schlossen deutlich im Minus. Auch Holcim (-1,5%) gaben ein Tag vor der Veröffentlichung der Quartalszahlen nach; die indische Tochter Ambuja hatte einen Rückgang bei Umsatz und Ergebnis ausgewiesen.

Stärkste Gewinner unter den Blue Chips waren hingegen Transocean (+4,0%) nach deutlich gestiegenen Rohölpreisen. Für Swatch reichten +0,8% für den zweiten Platz. Lonza (+0,8%) profitierten von Kurszielerhöhungen (Citigroup, Jefferies) im Nachgang von Zahlen und bauten die Kursgewinne vom Vortag aus. Swisscom verzeichneten ein Plus von 0,5% nach bestätigter „Buy“-Empfehlung von der Citigroup und einem höheren Kursziel. Die Titel wurden auf die Focus List Europe genommen. Der Telekomkonzern sei das, wovon viele Anbieter in Europa träumten: Ein Wachstumsunternehmen mit einem soliden Produktportfolio, so der zuständige Analyst.

Im breiten Markt baute AMS die Kursgewinne im Nachgang der Quartalsahlen um weitere 2,3% aus, nachdem das Plus am Dienstag schon 10% betragen hatte. Logitech gewannen mit einer Kurszielerhöhung der CS 1,1% hinzu. Um 6,2% avancierten Eastern Property nach Geschäftszahlen. Die Aktien von Leonteq werden derweil im Verhältnis von 1:2 gesplittet und büssten daher um deutliche 49,8% ein. (awp/mc/upd/ps)

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