CH-Schluss: Leicht fester

CH-Schluss: Leicht fester

Zürich – Die Schweizer Börse hat zur Wochenmitte nach Kursveränderungen in einer engeren Bandbreite leicht fester geschlossen, wobei die Kurse in der Schlussauktion nochmals anzogen. Während vor allem konjunktursensitive Werte stark gesucht waren, lasteten aber Abgaben in ABB und Credit Suisse nach Quartalszahlen auf dem Markt. Ebenso drückten weitere Verkäufe in den Index-Schwergewichten Novartis etwas. Im Vergleich zu den beiden Vortagen habe das Handelsvolumen deutlich zugenommen, hiess es im Markt.

Während zur Wochenmitte die Unternehmensberichte in Europa gemischt ausfielen, schaute es in den USA freundlicher aus, was der Börse im Verlauf eine Stütze geboten hatte. «Die Berichtssaison entwickelt sich ein wenig besser als erwartet», sagte ein Marktbeobachter in New York. «Die Zahlen zeigen, dass wir uns in einer nachhaltigeren Expansionsphase befinden.» Nach Handelsschluss in Europa steht noch das Ergebnis des Treffens des Offenmarktausschusses der US-Notenbank an. Zwar werden keine grösseren Änderungen in der Geldpolitik erwartet, doch dürfte sehr genau auf Aussagen zu zukünftigen Massnahmen geachtet werden. Diese könnten am (morgigen) Donnerstag das Geschäft beeinflussen.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss um 0,42% höher auf 6’150,57 Punkten. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) stieg um 0,90% auf 930,87 und der breite SPI um 0,58% auf 5’717,74 Punkte.

Die grössten Kursgewinne im SMI/SLI erzielten die Biopharma-Werte Actelion (+5,9%). In diesen Titel bezögen Anleger im Vorfeld der in den kommenden Wochen zu erwartenden Veröffentlichung der Phase-III-Studienergebnisse für Macitentan Position, hiess es unter Marktbeobachtern. Für Actelion hänge sehr viel vom Nachfolge-Medikament Macitentan für den Hauptumsatzträger Tracleer ab.

Darüber hinaus erzielen vor allem zyklischen Titeln grössere Gewinne. So legen die Luxusgüter-Titel Richemont (+3,9%) und Swatch (+3,0%) deutlich zu. Kräftige Avancen verbuchten auch Clariant (+3,5%) und Schindler (+3,1%).

Vor Quartalszahlen am (morgigen) Donnerstag waren Geberit (+3,3%) ebenfalls stark gesucht. Logitech (+2,0%), die am Donnerstag den Jahresabschluss 2011/12 vorlegen werden, waren ebenfalls gefragt.

Deutlich im Aufwind befanden sich auch Syngenta (+2,9%). Der Agrochemiekonzern hat eine Zusammenarbeit mit der dänischen Novozymes vereinbart. Die Partnerschaft ziele darauf ab, die JumpStart-Technologie von Novozyme zu vermarkten, die Nutzpflanzen eine effizientere Aufnahme von Phosphat ermögliche, teilte das Unternehmen mit.

Am deutlichsten belasten ABB hingegen (-3,2%) nach Quartalszahlen den Markt. Mit den am Morgen vorgelegten Ergebnissen lag der Konzern zwar am oberen Ende der Markterwartungen, enttäuscht zeigten sich die Analysten aber vom schwächer als erwartet ausgefallenen EBITDA sowie vom vorsichtigen Ausblick. Zudem setzte die Gewinnwarnung des deutschen Branchennachbarn Siemens die Papiere unter Druck.

Unter den Bankwerten verloren die Titel der Credit Suisse (-2,5%) kräftig. Die Bank lag mit dem am Morgen vorgelegten Ergebnis dank Anstrengungen auf der Kostenseite über den Erwartungen der Analysten. Bemängelt wurde von den Experten dagegen die Performance in der Vermögensverwaltung. Die Konkurrenzpapiere der UBS (+1,1%) waren dagegen gesucht, während Julius Bär (-0,6%) verloren. Aus dem Finanzsektor waren indessen beispielsweise Swiss Re (+2,2%) und Zurich Insurance (+1,4%) gesucht.

Die Aktien des Pharmakonzerns Novartis (-0,4%) drückten den Markt ebenfalls etwas, nachdem die Werte am Vortag bereits um 1,5% verloren hatten. Anleger würden sich von diesen Titeln trennen, da ein neuer Wachstumsschub erst im Verlauf des kommenden Jahres zu erwarten sei. Zudem habe CFO Jon Symonds mit einer vorläufigen Absage an Aktienrückkaufprogramm enttäuscht, hiess es im Handel. Demgegenüber notierten die weiteren Schwergewichte Roche (+0,6%) und Nestlé (+0,3%) im Plus.

Im breiten Markt stachen die Papiere von Temenos (+18,7%) ins Auge. Mit den am Vorabend publizierten Quartalszahlen lag der Bankensoftware-Hersteller im Bereich der Analystenerwartungen bzw. sogar leicht darüber. Die Zahlen würden darauf hindeuten, dass das Schlimmste bei Temenos überwunden ist, heiss es.

Zu den weiteren grösseren Gewinnern zählten auch Advanced Digital Broadcast (+5,6%) nach einem Update zum ersten Quartal.

Demgegenüber fielen Schlatter (-14,1%) und Petroplus (-10,0%) durch grössere Einbussen auf. (awp/mc/ps)

SIX Swiss Exchange

 

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