CH-Verlauf: Nestlé binden SMI zurück

CH-Verlauf: Nestlé binden SMI zurück
(KI-generiert)

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt tritt zu Wochenschluss mehr oder weniger an Ort. Vor allem die Abgaben in den schwergewichtigen Nestlé-Papieren binden den Leitindex zurück. Anleger bleiben aber auch kritisch wegen der Situation im Nahen Osten sowie der Öl- und Gasversorgung, auch wenn der Ölpreis über Nacht nochmals etwas nachgab. Damit dürfte der Schweizer Leitindex nach zuvor drei Verlustwochen wieder ein Wochenplus einfahren.

Aufgrund des sogenannten grossen Verfallstags könnten die Kursschwankungen im Handelsverlauf noch zunehmen. Denn am Berichtstag laufen an den Termin- und Derivatebörsen Futures und Optionen auf Aktienindizes und einzelne Aktien aus. Dabei kann es bei grossen Umsätzen zu heftigen Kursschwankungen kommen. Hinter den Schwankungen stehen Marktteilnehmer, deren Frist zur Verwirklichung ihrer Derivategeschäfte abläuft.

Nestlé belasten SMI

Der SMI liegt gegen 10.55 Uhr um 0,03 Prozent im Minus bei 13’951,85 Punkten. Damit steuert der Leitindex auf ein Wochenplus von 1,3 Prozent zu. Der Mid-Cap-Index SMIM steigt um 0,56 Prozent auf 3081,45 und der breite SPI um 0,11 Prozent auf 19’716,18 Zähler.

Die grossen Schlagzeilen gehören dem Nahrungsmittelmulti Nestlé, dessen Papiere sich um 1,8 Prozent verbilligen. Russland hat einige Gesellschaften in dem Land unter vorübergehende Fremdverwaltung gestellt. Die Anteile bleiben formal bei Nestlé, das Unternehmen verliert aber zunächst die Kontrolle über die Beteiligungen.

Analysten schätzen, dass Russland rund 1-2 Prozent zum Konzernumsatz beiträgt. Aber es geht auch um beträchtliche Vermögenswerte. Schätzungen beziffern den Wert des russischen Geschäfts gut 1,75 Milliarden Franken. Diese müssten im schlimmsten Fall abgeschrieben werden.

Gegensteuer geben die Pharmaschwergewichte Novartis (+0,4%) und Roche (+0,8%). Auch ABB stehen 1,6 Prozent höher.

SMI erhält neue Zusammensetzung

Ihre «Dernière» im SMI erfahren die Papiere des Logistikkonzerns Kühne+Nagel (-0,9%) und jene der Swisscom (-2,9%) und werden entsprechend verkauft. Sie werden kommenden Montag im Leitindex durch Galderma (+2,4%) und Sandoz (+2,5%) ersetzt. Sie zieren damit die Spitze der SLI-Rangliste.

Der Generikakonzern konnte zudem mit positiven News aufwarten. So hat er einerseits in Kanada die Marktzulassung für ein Generikum des Diabetesmittels Semaglutid erhalten. Und mit einer Partnerschaft für ein Emicizumab-Biosimilar wurde das erste Medikament gegen Hämophilie in die Pipeline geholt.

VAT ziehen um 2,0 Prozent an, nachdem die Bank Vontobel ihr Anlagevotum auf «Buy» erhöht hat. Der zuständige Analyst betrachtet die jüngste Kurskorrektur als Kaufgelegenheit. Dafür geht es mit Amrize um 0,9 Prozent nach unten – Jefferies hat das Kursziel für den Baustoffkonzern gesenkt.

Im breiteren Markt notieren Leonteq um 0,2 Prozent tiefer. Beim Derivatespezialisten hat der Grossaktionär Rainer-Marc Frey seinen Anteil auf knapp 30 Prozent aufgestockt. Er übernimmt die verbleibenden Titel der Bank Raiffeisen, die sich als Aktionärin zurückzieht.

AMS Osram rücken um 5,0 Prozent vor. Positive Impulse gehen von einem Branchenkommentar seitens Kepler Cheuvreux aus. Darin berichtet der Autor davon, dass die künstliche Intelligenz auch in der Automobilbranche sowie in der Industrie immer mehr zum Einsatz komme.

Rieter (-4,3%) finden nach dem gestrigen Absturz derweil noch keinen Boden. Am Donnerstag hatte eine Umstufung durch die UBS auf «Sell» gereicht, um die Valoren um 16 Prozent nach Süden zu schicken. (awp/mc/pg)

SIX Swiss Exchange
Aktueller Stand SMI bei Google

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert