CH-Schluss: Leichte Abgaben – US-Makrodaten belasten

CH-Schluss: Leichte Abgaben – US-Makrodaten belasten

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Mittwoch leicht schwächer geschlossen. Nach einer etwas festeren Eröffnung am Morgen wurde der Markt am Morgen noch zusätzlich von guten Konjunkturdaten aus der Eurozone unterstützt. Am Nachmittag drückten jedoch negative Konjunkturdaten den SMI ins Minus. Zum einen fiel der US-Einkaufsmanagerindex überraschend tiefer aus als erwartet, zum anderen brachen die Verkäufe neuer Häuser in den USA ein. Volkswirte hatten hier mit einem deutlichen Anstieg gerechnet.

Die in den USA veröffentlichten Unternehmenszahlen für das erste Quartal seien auf ein geteiltes Echo gestossen, hiess es am Markt. Adecco profitierten hierzulande jedoch von guten Q1-Zahlen und einem optimistischen Ausblick des US-Konkurrenten Manpower.

Der Swiss Market Index (SMI) verlor bis Börsenschluss 0,21% auf 8’443,26 Punkte. Der gekappte Swiss Leader Index (SLI) verlor 0,17% auf 1’294,04 Stellen und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,18% auf 8’284,25 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln notierten am Ende 20 im Minus, neun im Plus und Swisscom unverändert.

Beachtung fand am Mittwoch erneut die Pharmabranche. Roche (-0,2%) und Novartis (-0,2%) konnten ihre anfänglich deutlichen Gewinne bis zum Börsenschluss nicht halten. Nach der am Dienstag bekannt gegebenen Neuausrichtung von Novartis blieben die Pharmatitel, zusammen mit den Papieren der Mitbewerberin Roche, im Fokus der Anleger. Marktbeobachter verwiesen auf Übernahmephantasien im Sektor.

Das Aktienresearch von Standard & Poor’s erhöhte sein Anlage-Rating für die Novartis-Titel auf „Buy“ von bisher „Hold“ und erhöhte auch das Kursziel kräftig. Novartis werde nach den erfolgten Transaktionen mit Glaxo SmithKline und Eli Lilly den Fokus viel stärker auf die Onkologie legen können, kommentierte der S&P-Analyst. Am (morgigen) Donnerstag präsentiert Novartis Q1-Zahlen.

Auch ABB (-0,7%) schlossen schwächer. Die Bank Vontobel passte das Kursziel für den Industriekonzern leicht nach unten an, hielt aber an der Kauf-Empfehlung weiterhin fest.

Deutliche Abgaben verzeichneten im Zuge eines Analystenkommentars die Papiere von Kühne+Nagel (-2,1%). Die Credit Suisse passte das Kursziel für den Logistikkonzern leicht nach unten an und bestätigte das Rating „Underperform“. Die Profitabilität bei der Seefracht sei nach wie vor „frustrierend“, kommentierte die CS. Grössere Abgaben gab es auch bei Sika (-1,3%) nach den Avancen des Vortags sowie bei den Banken-Titeln CS (-1,2%) und Julius Bär (-1,0%).

Bei den Blue Chips gingen am Mittwoch dagegen Adecco (+1,7%) als Sieger hervor. Insbesondere der positive Ausblick für das zweite Quartal des US-Stellenvermittlungsunternehmens Manpower habe die Adecco-Valoren beflügelt, hiess es am Markt.

Clariant (+0,4%) notierten ebenfalls im Plus, sind kamen bis zum Börsenschluss von den Tageshöchstständen zurück. Grund für das Plus war eine Kurszielerhöhung durch JPMorgan. Clariant sei eine der seltenen Stories mit strukturellem Wachstum in der europäischen Chemiebranche, gab sich der US-Broker überzeugt.

Mit zur Spitzengruppe zählten darüber hinaus die Valoren von Transocean (+1,7%), Lonza (+1,7%) und Swiss Re (+0,9%).

Auch aus dem breiten Markt gab es am Mittwoch Nachrichten. Geschäftszahlen präsentierten am Morgen Phoenix Mecano (+2,5%), Jungfraubahn (+2,0%) und die Villars Holding (ungehandelt). Phoenix erwirtschaftete im ersten Quartal etwas mehr Umsatz und Betriebsgewinn als im Vorjahr, und die Jungfraubahnen wiesen für das vergangene Geschäftsjahr gar einen Rekordgewinn aus.

Kudelski (+3,9%) wurden von einer Kurszielerhöhung durch die UBS angetrieben. Die Analysten gehen nach der Übernahme von Conax von einer erhöhten Präsenz von Kudelski im klassischen Pay-TV-Sicherheitsmarkt aus.

Negativ wurde die Personalrochade bei APG SGA (-1,4%) quittiert. Das Unternehmen verpflichtete mit Markus Ehrle einen neuen CEO.

Das Glarner Kantonsparlament gab derweil grünes Licht für den Börsengang der Glarner Kantonalbank (GLKB). Maximal 3,5 Mio Aktien zu 10 CHF Nominalwert dürfen zur Kapitalerhöhung herausgeben werden. Der Börsengang soll noch vor den Sommerferien erfolgen. (awp/mc/pg)

SIX Swiss Exchange

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