CH-Schluss: SMI verliert 0,1% auf 9465 Punkte

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag den Konsolidierungskurs fortgesetzt und schwächer geschlossen. Der ungewisse Ausgang der Handelsgespräche zwischen den USA und China, aber auch die Zinsentscheidungen des Fed am Mittwochabend und der SNB am Donnerstagmorgen sorgten für Verunsicherung. «Man weiss nicht, sollen wir uns über die weiterhin tiefen Zinsen freuen. Oder sollen wir uns wegen der offenbar schwächelnden Wirtschaft Sorgen machen», sagt ein Börsianer.

Nach der EZB schaltete auch die US-Notenbank Fed bei der Geldpolitik einen Gang zurück. Dass das Fed nun komplett davon abgerückt sei, im laufenden Jahr die Zinsen anzuheben, habe viele Investoren auf dem Fuss erwischt, kommentierte ein Händler. Das deute darauf hin, dass die Wirtschaft schlechter laufe als zuletzt gedacht. Aber auch die SNB, die an ihrer Negativzinspolitik festhält, habe mit den gesenkten Inflationsprognosen Öl in das Sorgen-Feuer gegossen.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,10 Prozent tiefer auf 9’465,05 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) verlor 0,30 Prozent auf 1’453,41 Zähler, und der breite Swiss Performance Index (SPI) schloss unverändert auf 11’210,12 Punkten. Von den 30 SLI-Titeln beendeten den Handel elf mit Gewinn und 19 gaben nach.

Zu den klaren Verlierern der anhaltenden Niedrig- bis Negativzinspolitik gehörten die grösseren Banken, die damit ihre schwache Vortagestendenz fortführten. Credit Suisse, Julius Bär und UBS verbuchten Abgaben zwischen 2,0 und 1,6 Prozent. Händler verwiesen auf die Zinsbeschlüsse des Fed und der SNB und den damit zusammenhängenden Rückgang der Anleihenrenditen. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen gilt als Richtungsweiser für Bankaktienkurse. «Steigt die Rendite, steigen die Bankaktien und umgekehrt», sagte ein Händler. Schon am Mittwoch hatten Bankaktien in den USA mit Kursverlusten auf das Fed reagiert.

Am Vortag hatte UBS-Chef Sergio Ermotti für lange Gesichter und schwache Bankaktien gesorgt. Angesichts eines schwachen Jahresstars hatte er sich pessimistischer zu den Gewinnzielen für das laufende Jahr geäussert. Dabei zähle das erste Quartal üblicherweise zu den besten im Jahr.

Einbussen verzeichneten auch Aktien zyklischer Firmen, bei denen konjunkturpessimistische Anleger auf den Verkaufsknopf drückten. Die SNB zeige sich bezüglich des globalen Wirtschaftswachstums deutlich vorsichtiger als noch im Dezember, hiess es in einem Kommentar der UBS. «Wenn sich die europäische Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte erholt und das US-Wirtschaftswachstum weiterhin stabil bleibt, erwarten wir zu Beginn des nächsten Jahres eine erste Zinserhöhung der EZB, was auch der Nationalbank die Möglichkeit gibt, die Leitzinsen zu erhöhen.» Positive Leitzinsen in der Schweiz sieht die UBS frühestens im Jahr 2021.

LafargeHolcim (-1,2%), ABB (-1,0%), Schindler (-0,9%) und Kühne+Nagel (-0,6%) sowie Swatch (-0,4%) und Richemont (-0,3%) gaben nach. Die SGS-Aktien sackten um 1,0 Prozent ab. Goldman Sachs kappte Rating und Kursziel. Viele der positiven Aspekte seien bereits im Kurs enthalten.

Gegen den Trend zulegen konnten die Halbleiter- und Technologiewerte AMS (+3,2%), Logitech (+1,2%) und Temenos (0,3%) sowie die Konsumwerte Nestlé (+0,8%) und Dufry (+0,8%). Bei den Pharmawerten gingen Novartis (+0,3%) höher und Roche (-0,1% und Vifor (-0,2%) tiefer aus dem Markt.

Im breiten Markt rauschten die Aktien der Versandapotheke Zur Rose (-5,3%) nach enttäuscht aufgenommenen Zahlen in die Tiefe.

Meyer Burger verloren 3,6 Prozent. Der Solarzulieferer hat die Erwartungen verfehlt. Im Frühhandel hatte die Aktie gar im zweistelligen Prozentbereich an Wert eingebüsst.

Die Aktien des Motorradherstellers KTM Industries gewannen 4,8 Prozent. KTM-CEO und Mehrheitsaktionär Stefan Pierer und die indische Bajaj Auto International führen Gespräche über eine Beteiligung.

Metall Zug (+2,2%) kam mit Zahlen und Umbauplänen gut an im Markt. Angedacht ist ein Börsengang der Haushaltsapparate der Marke «V-Zug».

Gefragt waren auch U-blox (+1,8%) und VAT (+0,9%), die von den jüngsten positiven Angaben des US-Chiphersteller Micron profitiert hätten, hiess es am Markt.  (awp/mc/pg)

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