CH-Schluss: Verluste nach volatilem Verlauf

CH-Schluss: Verluste nach volatilem Verlauf

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt ist am Freitag mit Verlusten aus der Sitzung gegangen. Nach dem massiven Anstieg vom Vortag kam es damit zu einer Verschnaufpause, dennoch beendete der SMI die erste Handelswoche im neuen Jahr im Plus. Am Vormittag wurde das Geschehen von Spekulationen darüber gebremst, dass das erwartete Anleihenprogramm der EZB möglicherweise dünner ausfallen werde als erwartet.

Am Nachmittag brachte dann die Publikation des Arbeitsmarktberichts die Aktien nur vorübergehend ins Plus. Zwar fielen die Daten mit den stark gestiegenen neu geschaffenen Stellen und der weiter gesunkenen Arbeitslosenquote auf den ersten Blick solid aus. Nach einem vertieften Blick wurden dann allerdings die eher negativen Punkte herausgestrichen. Entsprechend fielen auch die US-Aktien kurz nach Eröffnung deutlich ins Minus zurück und zogen die europäischen Aktien mit nach unten. Insgesamt wurde in Marktkreisen die Stimmung auch zum Ende der ersten Woche 2015 als fragil bezeichnet.

Der Swiss Market Index (SMI) verlor zum Schluss 0,37% auf 9’105,7 Punkte. Im Vergleich zum Schlusstand von Ende 2013 ergab sich dennoch ein Plus von 1,4%. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) gab 0,32% auf 1’337,69 Punkte nach und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,26% auf 8’975,7 Punkte. Bei den 30 wichtigsten Aktien standen 14 Verlierer 16 Gewinnern gegenüber.

Mit am meisten unter Druck standen die Grossbanken. CS waren mit einem Minus von 2,5% einer der grössten Tagesverlierer und UBS (-1,8%) gehörten ebenfalls zur Schlussgruppe im SMI/SLI. Im Sektor gab wie bereits am Vortag die Kapitalaufnahme der spanischen Bank Santander zu Reden. Dabei kommen am Markt verstärkt Sorgen um den Kapitalbedarf in der Branche auf. Seit Jahresbeginn haben die CS-Titel nun rund 6% eingebüsst. Julius Bär (+0,2%) hielten sich im Tagesverlauf klar besser als die grossen Institute.

Unter Verkaufsdruck standen auch Transocean (-2,8%) und ABB (-1,8%), was zumindest teilweise mit dem weiter sinkenden Ölpreis in Verbindung gebracht wurde. Eine Belastung für den Gesamtmarkt waren insbesondere auch Roche (-1,4%). Die UBS stufte den Titel auf «Neutral» von «Buy» ab. Begründet wurde dies dammit, dass Roche Mitte Dezember gleich bei zwei Produktkandidaten in den Phase-III-Studien gescheitert ist.

Weitere klare Verlierer waren etwa Swisscom (-0,9%), Sonova (-0,8%) oder Zurich (-0,8%), wobei letztere durch eine Abstufung durch die Société Générale auf «Sell» von «Hold» belastet wurden. Der Versicherer sei im Vergleich zur Konkurrenz deutlich stärker auf dem US-Markt engagiert, wo der Preisdruck gross sei, begründet die Bank ihre Vorbehalte. Auch sei der Kurs im vergangenen Jahr deutlich angestiegen und die Aktie werde mit einem nicht gerechtfertigten Aufschlag zur Konkurrenz gehandelt.

Im Gegensatz zu Roche stützten Novartis (+0,7%) den Gesamtmarkt, allerdings hatte das Papier im Tagesverlauf zwischenzeitlich beinahe 2% im Plus gelegen und kam gegen Handelsende deutlich zurück. Am Vortag waren Novartis um über 4% nach oben geklettert. Nachdem zuletzt Produktnews das Kaufinteresse für die Aktie geweckt hatten, hob nun die CS in einer Sektorstudie das Kursziel an und bestätigte das «Outperform»-Rating. Trotz möglichem Gegenwind von der Währungsseite gebe es genügend Spielraum für den Konzern, um sich 2015 besser als der Markt zu entwickeln, lautete die Begründung.

Geschlossen an der Spitze waren zum Schluss die Aktien aus dem erweiterten Chemiesektor wie Clariant (+1,5%), Givaudan (+1,4%), Sika (+1,3%), Lonza (+1,1%) und Syngenta (+1,0%).

Geberit (+0,3%) fielen nach starkem Handelsverlauf ebenfalls gegen Börsenschluss in den Bereich des Schlusskurses vom Vortag zurück. Der Sanitärtechnikkonzern wird am kommenden Dienstag gleichzeitig mit Sika mit den Umsatzzahlen des vergangenen Jahres die Berichterstattung bei den Schweizer Bluechips eröffnen.

Im breiten Markt kletterten Addex (+9,9%) erneut deutlich in die Höhe. Seit Jahresbeginn resultiert nun bereits ein Plus von knapp 60%. Am Berichtstag gab das Pharmaunternehmen bekannt, dass die Finanzierung dank der Senkung des Cash-Verbrauchs auf mittlere Frist gesichert sei. Bobst (-0,4%) büssten einen kleinen Teil der massiven Gewinne von über 8% des Vortages wieder ein. (awp/mc/upd/ps)

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