CH-Schluss: Starke Gegenbewegung nach jüngsten Verlusten

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat die Sitzung vom Mittwoch mit deutlichen Gewinnen beendet. Bereits im frühen Geschäft war es klar nach oben gegangen, am Nachmittag konnte der SMI die Avancen gar noch etwas ausbauen. Händler sprachen von einer in erster Linie technischen Gegenbewegung auf die jüngsten Verluste. So war der wichtigste Schweizer Aktienindex SMI am Dienstag zeitweise unter die Marke von 10’600 Punkte gefallen, während er dann am Mittwoch zumindest phasenweise wieder in die Richtung von 10’800 Punkten vorstiess.

Das Tageshoch vom frühen Nachmittag konnte er allerdings nicht ganz halten. Die Befürchtungen über eine anziehende Inflation bzw. die deswegen ansteigenden Anleihenrenditen seien auch am Berichtstag wieder das klare Thema Nummer Eins an den Märkten gewesen, hiess es. So hätten die US-Renditen am Nachmittag wieder neue Rekordwerte der jüngsten Zeit erzielt. Die Aussagen von Fed-Chef Jerome Powell am Vorabend hätten die Gemüter aber insofern etwas beruhigt, als dass ein «Tapering» offenbar nicht auf der Agenda stehe, kommentierte ein Händler. «Deshalb haben die Anleger die Zinssorgen vorübergehend wohl etwas verdrängt. Das Thema Inflation wird uns aber auf jeden Fall weiter begleiten», meinte der Händler weiter.

Der SMI beendete den Handel 1,12 Prozent höher auf 10’727,70 Punkten, im Tageshoch war er gar auf 10’771 Zähler vorgestossen. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, zog um 1,23 Prozent an auf 1’735,64 und der umfassende SPI um 1,02 Prozent auf 13’385,83 Punkte. Von den 30 SLI-Werten schlossen bis auf zwei alle höher.

Zu den grössten Gewinnern gehörten angesichts der wieder optimistischeren Konjunkturaussichten einige zyklische Titel. So waren die Papiere des Personalvermittlers Adecco (+3,1%), der am Donnerstag seine Jahreszahlen 2020 und den weiteren Ausblick präsentieren wird, besonders gesucht. Aber auch LafargeHolcim (+2,5%) waren weit vorne zu finden. Der Zementkonzern wird dann am Freitag seine Zahlen vorstellen.

Daneben waren aber auch die Finanzwerte an vorderster Front anzutreffen, allen voran Julius Bär (+2,7%) und Swiss Re (+2,6%). Aber auch die Grossbanken UBS und CS (je +2,2%) gehörten zu den grössten Gewinnern. Wenn es so weitergeht, könnten die CS-Titel auch bald wieder das Vor-Corona-Niveau erreichen, bei der UBS ist das schon vor einiger Zeit passiert.

Gut nachgefragt waren Sika (+2,4% auf 248,50 Fr.). Der Titel profitierte laut Händlern von positiven Analystenkommentaren. So hat Berenberg das Kursziel auf 285 von 265 Franken und die Einstufung «Buy» nach den letzte Wochen präsentierten Zahlen bestätigt.

Auch AMS (+2,5%) waren wieder gesucht, nachdem die Papiere des österreichischen Chip-Herstellers am Vortag in der Korrektur über 3 Prozent eingebüsst hatten.

Die beiden Pharma-Schwergewichte Novartis (+1,3%) und Roche (+0,9%) hielten für einmal ebenfalls gut Schritt mit dem Markt, während Nestlé (+0,1%) dem Markt erneut weit hinterher liefen.

Klar im Minus schlossen Temenos (-4,1%), wobei die Verluste gegen Handelsschluss hier deutlich grösser wurden. Goldman Sachs hat seine Verkaufsempfehlung für die Papiere des Bankensoftware-Hauses bestätigt. Zu den wenigen Verlierern gehörten auch Alcon (-1,0%). Die ehemalige Novartis-Tochter war im Schlussquartal knapp an den Analystenschätzungen vorbeigeschrammt. Die Verluste bei Handelsschluss waren allerdings deutlich geringer als zu Handelsbeginn.

Die eigentliche Musik spielte aber eher in den hinteren Reihen mit der Vorlage diverser Abschlüsse. Siegfried (+7,5%), Zehnder (+7,2%), und EFG (+6,2%) waren nach Zahlen jedenfalls deutlich gesucht. Beachtlich war auch der Richtungswechsel bei Valora, die nach einem schwachen Start am Ende 5,9 Prozent gewannen. Derweil büssten Allreal (-2,2%) nach Zahlen deutlich an Wert ein.

Noch deutlicher sanken Basilea (-4,8%) nach einer Privatplatzierung. Branchenkollege Relief Therapeutics zogen dagegen nach Studiendaten um über 16 Prozent an. Dufry (+7,5%) und Flughafen Zürich (+2,5%) hätten derweil von positiven Covid-19-Impfstoffdaten von J&J profitiert, hiess es am Markt. (awp/mc/pg)

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