CH-Schluss: Bären vorerst gebändigt – Warten auf US-Notenbank

CH-Schluss: Bären vorerst gebändigt – Warten auf US-Notenbank

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag nach einer zweitägigen Konsolidierung mit Gewinnen auf breiter Front den Bären vorerst einmal Einhalt geboten. Am früheren Nachmittag noch hatten überraschend gesunkene Aufträge für langlebige Güter in den USA auf die Stimmung gedrückt. Stark gestiegene Hauspreise und das besser als erwartete Verbrauchervertrauen auf der anderen Seite des Atlantiks sorgten hernach für Entlastung und wieder steigende Kurse. Auch positiv aufgenommene Quartalsberichte von mehreren US-Grosskonzernen stützen Börsianern zufolge die Aktienmärkte.

Am Berichtstag begann auch die zweitägige Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank Fed; der Markt befinde sich „in Wartestellung“ auf frische Signale der amerikanischen Währungshüter, so Händler. Am Mittwoch werden die Zinsentscheidung und der Umfang der Anleihekäufe bekanntgegeben, bis dahin dürften sich viele Anleger in Zurückhaltung üben. Bankvolkswirte erwarten mehrheitlich, dass die Fed ihre Wertpapierkäufe um weitere zehn Milliarden Dollar reduzieren wird.

Der Swiss Market Index (SMI) rückte am Dienstag um 0,67% auf 8’186,62 Punkte vor. Der gekappte Swiss Leader Index (SLI) legte um 0,97% auf 1’258,24 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,78% auf 7’828,65 Zähler zu. Von den 30 wichtigsten Titeln schlossen deren 29 im Plus und nur einer (SGS) im Minus.

An die Spitze der Blue Chips setzten sich mit Adecco (+3,5%), Lonza (+3,2%) und Swiss Life (+3,5%) Vertreter dreier unterschiedlicher Branchen. Für Adecco haben die Analysten der US-Bank JPMorgan das Kursziel nach einem Treffen mit dem Management deutlich angehoben. Die Papiere des Personalvermittlers würden von Händlern als einer der grossen „Rebound-Favoriten“ eingeschätzt, hiess es.

Dahinter folgen die Aktien des Riechstoff- und Aromaherstellers Givaudan (+2,5%), der am Donnerstag seinen Jahresabschluss präsentiert. Aus derselben Branche stammen Clariant (+2,1%), Syngenta (+1,8%) und Sika (+2,3%), die sich am Vortag allesamt eher schwach entwickelt hatten. Gestützt wurde der Chemiesektor zudem von Zahlen des US-Mitbewerbers Dupont, der im Schlussquartal 2013 vor allem dank gut laufender Geschäfte mit Agrochemikalien einen Gewinnsprung verzeichnet hat.

Die ABB-Aktien (+1,0%) entwickelten sich fester nach dem Jahresabschluss des Konkurrenten Siemens. Holcim (+0,8%) zogen an, nachdem die Papiere von der US-Bank Merrill Lynch auf die „Most Preferred List“ genommen wurde.

Die zweite Wochenhälfte steht im Zeichen der beiden Pharmaschwergewichte: Novartis (+0,6%) lässt sich am Mittwoch und Roche (+0,7%) am Donnerstag in die Bücher schauen. Die Nestlé-Aktien (+0,1%), das dritte SMI-Schwergewicht, hinkten dem Gesamtmarkt hinterher. Auch diese Papiere gelten als defensive Absicherung, weshalb sie am Berichtstag eher gemieden wurden.

Die beiden Grossbankentiteln entwickelten sich unterschiedlich: Währen die Credit-Suisse-Aktien „nur“ um 0,5% stiegen, profitierten UBS (+1,9%) von Marktgerüchten, wonach die Bank nächste Woche einen höheren Gewinn als erwartet ausweisen könnte. Bei den Versicherern stachen Bâloise (+1,2%) und Zurich Insurance (+0,8%) positiv heraus.

Im breiten Markt fielen die Valoren von Ascom mit plus 7,5% auf. Das Technologieunternehmen hatte am Montagabend provisorische Zahlen veröffentlicht. Laut den Analysten fiel der Reingewinn im Rahmen der Erwartungen oder sogar leicht höher aus. Die EBITDA-Marge sei höher als erwartet, der Umsatz leicht tiefer.

Noch positiver entwickelten sich die Aktien von Meyer Burger (+8,7%) und Bellevue (+8,3%). Um die Nationale-Versicherung (Aktie: +1,4%) wurden Händlern zufolge einmal mehr Übernahmegerüchte kolportiert. Auf der anderen Seite schaffen es die drei Finanzwerte EFG (-1,9%), Leontec (-1,8%) und VP Bank (-1,9%) nicht, von der freundlichen Marktstimmung zu profitieren.  (awp/mc/pg)

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