CH-Verlauf: Anfangsverluste wettgemacht
Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt zeigt sich am Montag nach einem verhaltenen Auftakt kurz vor Mittag kaum verändert. Die leichten Verluste aus der Eröffnungsphase sind mittlerweile wettgemacht, vor allem dank einer Erholung der Novartis-Aktien. Das Umfeld zum Start in die neue Börsenwoche wird von verschiedenen anstehenden Ereignissen geprägt. Am Berichtstag wird mit Spannung auf die nach Börsenschluss in Europa angesagte Präzisierung der wirtschaftlichen Sanktionen der USA gegen den Iran durch US-Finanzminister Scott Bessent gewartet.
Im weiteren Verlauf der Woche rücken die Quartalszahlen von Nvidia vom Mittwochabend in den Fokus sowie zum Wochenende das jährliche Treffen der Notenbanker im amerikanischen Jackson Hole. Dort interessieren sich die Beobachter insbesondere für die Rede des neuen Fed-Chefs Kevin Warsh am Freitagnachmittag. Im Vorfeld dieser beiden Ereignisse dürfte die Stimmung an den Aktienmärkten vor Vorsicht geprägt bleiben, heisst es in Marktkreisen.
Ölpreis bleibt auf erhöhtem Niveau
Der Ölpreis hat sich zwar gegenüber den Höchstständen vom Freitag eine Spur abgeschwächt, notiert aber angesichts der Unsicherheiten um die Nahost-Frage zu Wochenbeginn bei derzeit gut 93 US-Dollar weiterhin auf einem erhöhten Niveau.
Mit Blick auf die US-Sanktionen gegenüber dem Iran stehen wohl Sekundärsanktionen im Vordergrund. Das heisst, dass alle Länder, die mit dem Iran weiterhin eine wirtschaftliche Beziehung pflegen, mit Sanktionen belegt werden. Eine der entscheidenden Fragen dabei sei, wie sehr die USA gewillt seien, im Zweifelsfall auch gegen China vorzugehen und damit eine erneute Eskalation im Handelsstreit zu riskieren, heisst es in Marktkreisen.
Der SMI steht nach seinem negativen Start um 10.50 Uhr 0,03 Prozent im Plus bei 14’461,25 Punkten. Von den 20 Blue Chips notieren 15 höher und 5 tiefer. Der Mid-Cap-Index SMIM legt 0,30 Prozent auf 3166,59 und der breite SPI 0,08 Prozent auf 20’333,70 Punkte zu.
Grösste Gewinner sind derzeit Amrize (+1,3%). Aber auch andere baunahe Werte wie Holcim (+1,0%), Geberit (+0,6%) und Sika (+0,4%) legen zu. Für Geberit hat die Citigroup das Kursziel deutlich erhöht, dies bei einem unveränderten Rating «Neutral». Sika erhalten von der UBS etwas Unterstützung, welche die Kaufempfehlung für den Titel bekräftigt hat.
Zusammen mit Amrize markieren Richemont (+1,3%) die Spitze im SMI. Richemont ziehen damit nach einer zuvor schwachen Phase zum zweiten Mal in Folge an. Für guten Support sorgen auch die Avancen in Nestlé (+0,5%).
Die beiden Pharma-Schwergewichte Roche (-1,3%) und Novartis (-0,3%) liegen hingegen weiterhin im negativen Bereich, wobei Novartis mittlerweile einen Teil stärkerer Verluste aus der Eröffnungsphase wieder abgebaut haben. Beide Titel hatten in der Vorwoche klar besser abgeschnitten als der Gesamtmarkt.
Noch mehr als Roche büssen einzig Kühne+Nagel (-1,5%) ein. Der Logistikkonzern hatte kurz den Tod seines Mehrheitseigners Klaus-Michael Kühne bekanntgegeben.
Im breiteren Markt knüpfen Vetropack (+2,3%) an die starke Entwicklung vom Freitag im Anschluss an die Halbjahreszahlen an. DocMorris (+2,1%) erhalten von der Deutschen Bank Support, nachdem diese das Kursziel erhöht und das Rating «Buy» bestätigt hat.
Sonova (-0,3%) sind zuletzt auf einer Erfolgswelle geritten, damit ist vorerst aber Schluss. Daran kann auch die Lancierung einer neuen und wesentlich besseren neuen Hörgeräte-Generation mit künstlicher Intelligenz nichts ändern. Damit untermauere Sonova zwar Innovationsführerschaft, heisst es im Handel. Analysten verweisen aber auch auf neue und ebenfalls überzeugende Plattformen von Mitbewerbern. (awp/mc/ps)