CH-Schluss: SMI unverändert bei 9’016 Punkten

CH-Schluss: SMI unverändert bei 9’016 Punkten

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Freitag ganz knapp im Plus geschlossen. Nach einem freundlichen Start fielen die Kurse vorübergehend in die Verlustzone, ehe sie sich am Nachmittag knapp über dem Schlussstand vom Vortag bzw. über der Marke von 9’000 Punkten etablierten. Allerdings blieben die Kursausschläge bescheiden und der kleine Verfallstermin verlief mangels richtungsgebender Impulsen insgesamt ruhig. Nach einer im Anschluss an die Anschläge in Paris turbulenten Woche mit einem sehr starken Dienstag sei die Luft zum Wochenende etwas draussen gewesen, hiess es dazu in Marktkreisen.

Treiber in der starken Woche mit einem Plus von rund 3% waren einmal mehr die Notenbanken, auch wenn sich manch ein Marktteilnehmer vor allem vom amerikanischen Fed noch etwas mehr Klarheit über den künftigen Kurs erwünscht hätte. Am Freitag standen keine US-Konjunkturdaten mehr auf der Agenda, dafür wurde für die Eurozone am Nachmittag noch das Konsumentenvertrauens im November publiziert. Dieses fiel zwar stärker aus als erwartet, bewegte die Kurse zumindest hierzulande aber kaum noch.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,08% höher bei 9’015,83 Punkten. Im Wochenvergleich ergab sich ein Plus von 3,1%. Der breite Swiss Performance Index (SPI) legte 0,09% auf 9’237,18 Punkte zu, wogegen der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in welchem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, 0,02% auf 1’352,95 Punkte zurückfiel. Von den 30 Blue Chips schlossen 15 im Plus, 14 im Minus und einer (Zurich) unverändert.

Swatch gingen mit einem Plus von 1,9% als Tagessieger aus dem Handel, dies nachdem der Titel am Vortag im Anschluss an die Publikation erneut schwacher Uhrenexportdaten zu den grössten Verlierern gehört hatte. Zwei deutliche Kurszielsenkungen durch die Bank Vontobel und die Credit Suisse belasteten den Titel kaum, zumal die Credit Suisse das Rating „Outperform“ bestätigte. Richemont (+0,3%) waren dagegen kaum gefragt. Weitere klare Gewinner waren Schindler (+1,3%) oder ABB (+0,8%). Bei ABB sei es zu Deckungskäufen aus Grossbritannien gekommen, hiess es am Markt.

Für das letztlich knappe Plus des SMI waren vor allem die Avancen in Roche (+0,6%) wichtig. Die Bank J. Safra Sarasin hat auf ihrer Top Pick-Liste Novartis durch Roche ersetzt, was der Kursentwicklung von Roche wohl entgegengekommen ist. Ausserdem hat der Basler Konzern am Freitag über eine Zusatzzulassung für das Krebsmedikament Xeloda in Japan berichtet. Novartis zogen ebenfalls an, mit einem Plus von 0,4% aber etwas moderater.

Syngenta (-0,3%) schlossen dagegen knapp in Minus. Der zuletzt von sich jagenden Übernahmegerüchten getriebene Titel legte damit eine leichte Verschnaufpause ein. Das Unternehmen hat in den USA Klagen gegen Rohstoffhändler wie Cargill oder Archer Daniels Midland (AMD) eingereicht. Dabei geht es um Schadensersatzforderungen von Farmern, nachdem China die Einfuhr von verunreinigten Mais-Lieferungen verweigert hatte. Der Agrochemiekonzern sieht bei den nun beklagten Firmen eine Mitverantwortung.

Die grössten Ausschläge und damit auch die ausgeprägtesten Verluste verzeichneten Transocean (-3,1%) und Credit Suisse (-2,9%). Die Aktien der Credit Suisse hatten am Vortag anlässlich der ausserordentlichen GV, an welcher zwei Kapitalerhöhungen bewilligt wurden, noch leicht zugelegt. Dahinter folgten Galenica und UBS (je -0,8%) mit vergleichsweise bescheidenen Abgaben.

Im breiten Markt fielen OC Oerlikon mit einem kräftigen Plus von 6,0% auf, dies nach dem Verkauf der Sparte Leybold Vacuum im Wert von 535 Mio CHF an die schwedische Atlas Copco. Analysten halten die Entscheidung für richtig und den Verkaufspreis für hoch. Gesucht waren auch AMS, welche sich um 3,1% verteuerten. Die am Morgen kommunizierte Akquisition des belgischen Bildsensor-Herstellers CMOSIS stiess in ersten Reaktionen auf Anklang.

Ebenfalls auf der Gewinnerseite landeten Georg Fischer (+1,3%). Der Industriekonzern wird die nach dem Frankenschock vereinbarte Verlängerung der Wochenarbeitszeit wieder aufheben. Begründet wurde dies mit positiven Effekten anderer Massnahmen sowie einer leicht entspannten Währungssituation. (awp/mc/upd/ps)

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