CH-Verlauf: Iran-Krieg schickt Aktien erneut auf Sinkflug

CH-Verlauf: Iran-Krieg schickt Aktien erneut auf Sinkflug
(Adobe Stock)

Zürich – Der weiter tobende Iran-Krieg sorgt auch an diesem Montag für weltweit sinkende Aktienkurse. Europaweit geben die Börsen deutlich nach. Im Iran-Krieg spitzt sich die Lage weiter zu. Die Folge sind Ölpreise, die zum Wochenstart sprunghaft angestiegen sind und damit die Inflationssorgen der Investoren weiter anheizen. Ausserdem hat der Iran mit dem Sohn des getöteten Ajatollah Ali Chamenei einen neuen obersten Führer bestimmt. Ein schnelles Ende des Kriegs und eine Normalisierung der Ölproduktion in der Region zeichnen sich weiterhin nicht ab.

«Wenn die globalen Märkte ‚brennen‘, liegt das daran, dass Energie eine zentrale Rolle bei der Inflation spielt», fasst eine Händlerin zusammen. Die Aktienmärkte stünden vor einer extremen Bewährungsprobe, so ein weiterer Marktteilnehmer. «Einerseits erschweren die stark gestiegenen Energiepreise eine Konjunkturerholung und heizen zugleich das Inflationsthema wieder an. Zum anderen stehen in den USA die Private-Equity-Unternehmen stark unter Druck.» Etwas Entspannung kam zuletzt von Medienberichten, wonach die Finanzminister führender westlicher Industriestaaten (G7) im Verlauf dieses Tages über eine mögliche Freigabe von Erdölreserven unter der Koordination der Internationalen Energieagentur (IEA) beraten.

Der SMI fällt gegen 11.00 Uhr um 1,85 Prozent auf 12’853,68 Punkte zurück. Das bisherige Tagestief liegt mit 12’685 Zählern nochmals klar tiefer. Von den 20 SMI-Titeln geben alle bis auf die Swiss Re nach. Vergangene Woche hatte der Leitindex um 6,6 Prozent tiefer geschlossen. Charttechniker sind alarmiert. Denn mit dem Absturz hat der Leitindex verschiedene Unterstützungslevel gerissen. Insbesondere die psychologisch wichtige Marke von 13’000 Zählern sei gefallen, stellen die Experten von BNP Paribas fest. Immerhin: Der aktuell bei 12’581 Punkten verlaufende 200-Tage-Durchschnitt halte noch, betonen sie.

Der SMIM-Index für die mittelgrossen Werte verliert am Montag zeitgleich 1,72 Prozent auf 2965,49 Punkte und der breite SPI um 1,85 Prozent auf 17’764,70 Punkte. Dagegen steigt der VSMI als Gradmesser der Nervosität auch zum Wochenstart erneut kräftig an. Bei 25 Punkten beträgt das Plus knapp 11 Prozent. Seit Jahresbeginn ist das Barometer mittlerweile um mehr als 80 Prozent in die Höhe geschnellt.

Auch die wichtigsten europäischen Börsen haben ihre Anfangsverluste etwas eingedämmt. Die asiatischen Märkte hatten zum Teil deutlich stärker nachgegeben. Die Wall Street wird ebenfalls mit deutlichen Abgaben erwartet. Gleichzeitig sorgte die Suche nach sicheren Häfen dafür, dass der Euro kurzzeitig unter 90 Rappen gefallen ist.

Roche durch Studiendaten belastet
In dem aktuellen Umfeld rücken Unternehmensnachrichten wieder einmal etwas in den Hintergrund. Die Verliererliste wird bei den Blue Chips von Roche GS (-4,9%) angeführt. Enttäuschende Studiendaten belasten die Aktien zusätzlich. Konkurrent Novartis hält sich dagegen mit -0,3 Prozent klar besser als der SMI. Auch das dritte Schwergewicht Nestlé (-0,9) ist weniger schwach als der Leitindex.

Deutliche Abgaben verzeichnen sonst noch ABB, Sika, Amrize und Holcim, die um bis zu 3,8 Prozent fallen. Sie alle gelten als sehr konjunktursensibel.

Lonza (-1,8%) halten sich etwas besser als der Markt. Der Konzern vollzieht den letzten Schritt zu einem reinen Auftragsfertiger für die Pharmaindustrie. Der Verkauf des Geschäfts mit Kapseln und Nahrungsergänzungsmitteln wird den Baslern 3 Milliarden Franken oder mehr einbringen – aber erst in einigen Jahren.

Einziger Gewinner sind Swiss Re, die gegen den Trend um 0,6 Prozent hinzugewinnen.

Bei den SMIM-Werten sind VAT mit -5,0 Prozent grösster Verlierer, gefolgt von weiteren konjunktursensiblen Titeln wie Georg Fischer, Accelleron oder Clariant, die sich um bis zu 3,7 Prozent verbilligen. Hier zieren nur zwei Werte, Lindt&Sprüngli PS (+0,2%) und Temenos (+2,3%), die Gewinnerliste. (awp/mc/ps)

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