CH-Schluss: SMI legt 0,7% auf 8846 Punkte zu

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Freitag dank einer starken Kurserholung am Nachmittag im Plus geschlossen. Allerdings blieb das Geschehen über weite Strecken bei ausbleibenden Impulsen weitgehend richtungslos, zudem waren auch die Volumen klar unterdurchschnittlich. Erst im späten Handel zog vor allem eine deutliche Erholung der SMI-Schwergewichte Nestlé, Novartis und Roche den Leitindex SMI noch deutlich in die Gewinnzone.

Insgesamt sei die Stimmung wegen weiterer Anzeichen für eine sich abschwächende globale Wirtschaft nervös, hiess es am Markt. Dazu trugen auch die eher enttäuschenden Daten zu den Einkaufsmanagerindizes aus der Eurozone bei. Einen positiven Impuls könnte immerhin am Sonntag der EU-Sondergipfel zum Brexit liefern, hiess es. Zudem rücke auch der Ende Monat beginnende G20-Gipfel in Blickfeld, an dem die Staatschefs Donald Trump und Xi Jinping Gespräche über den Handelskonflikt führen sollen.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss um 0,74 Prozent im Plus bei 8’845,90 Punkten und damit praktisch auf dem Tageshoch. Auf Wochensicht resultiert aber immer noch ein Minus von rund 1,2 Prozent. Der breite Swiss Performance Index (SPI) legte um 0,71 Prozent auf 10’358,24 Punkte zu und der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) stieg 0,69 Prozent auf 10’358,24 Zähler. Von den 30 Blue Chips schlossen 26 im Plus, einer (Clariant) unverändert und nur drei im Minus.

Die deutlichsten Gewinne entfielen auf die Aktien des Logistikkonzerns Kühne+Nagel (+3,7%). Diese erhielten Rückenwind von einer Hochstufung durch das UBS-Research, das die Titel neu zum Kauf empfiehlt. Zudem kündigte der Konzernchef in Interviews mit diversen Medien an, auch grössere Akquisitionen ins Visier zu nehmen. Deutliche Kursanstiege gab es auch auf für die Aktien des Hörgeräteherstellers Sonova (+2,9%) und die volatilen AMS (+1,3%).

Angeführt wurde die Erholung am späten Nachmittag aber von den SMI-Schwergewichten Roche (+1,3%), Novartis (+0,7%) und Nestlé (+0,8%). Das Vontobel-Research bekräftigte am Freitag seine Kaufempfehlung für Roche mit etwas höherem Kursziel. Derweil konnte Novartis eine Zulassung in der EU für eine Gen-Therapie zur Behandlung einer seltenen Form von vererbbarem Sehverlust vermelden.

Zu den schwächeren Bluechips gehörten dagegen die Grossbankentitel CS (+0,4%) sowie UBS (+0,2%), die allerdings ebenfalls vor Börsenschluss noch ins Plus drehten. Die Analysten der Royal Bank of Canada (RBC) nahmen am Freitag ihr Rating für die CS-Titel auf „Sector Perform“ von „Outperform“ bei tieferem Kursziel zurück. Das Rating für die UBS-Aktien beliessen sie bei ebenfalls gesenktem Kursziel auf „Sector Perform“.

Mit Kursabgaben gingen dagegen die Dufry-Aktien (-0,7%) und die Titel der Uhren- und Luxushersteller Swatch (-0,03%) sowie Richemont (-0,3%) aus dem Handel, die damit weiterhin in der Nähe der in der ersten Wochenhälfte erreichten Jahrestiefs verharrten.

Am breiten Markt profitierten Belimo (+0,7%) von einer positiven Ersteinschätzung der Bank Berenberg. Calida (+2,1%) stiegen nach einem Presseinterview mit dem CEO der Schweizer Textilgruppe.

Im Minus schlossen dagegen die Titel von Burckhardt Compression (-0,2%) sowie von Sulzer (-0,5%). Am Markt wurde auf den erneut schwächeren Ölpreis verwiesen. Dieser könnte die Investitionsbereitschaft wichtiger Kunden aus der Öl- und Gasindustrie schmälern, hiess es. Kaum für Erleichterung sorgt die Nachricht der Familie Jacobs als Aktionäre von Barry Callebaut (Titel -0,2%) bezüglich einer Verkaufssperre ihrer verbleibenden Anteile bis Mitte März 2019.

Starke Abgaben gab es auch für die Aktien des Chipherstellers U-Blox (-4,2%), die bereits am Mittwoch nach einer Prognosesnkung kräftig nachgegeben hatten. Händler schlossen nicht aus, dass sich grosse Aktionäre aus den Titeln zurückziehen werden. (awp/mc/pg)

SIX Swiss Exchange

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