CH-Schluss: Deutlich schwächer

CH-Schluss: Deutlich schwächer

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag deutlich tiefer geschlossen. Dabei ist der SMI allerdings erst gegen Handelsende klar unter die 6’000er-Marke gerutscht. Belastet wurden die Börsen weltweit von der politischen Situation in Griechenland. So waren am Vorabend Sondierungsgespräche für eine Regierungsbildung in Griechenland gescheitert, was die Sorgen um einen Zahlungsausfall des südeuropäischen Landes wieder genährt hat. Das Scheitern der Gespräche habe viele Investoren dazu bewogen, vorerst nicht aktiv zu werden, hiess es aus Händlerkreisen.

Darüber hinaus fehlte es an Impulsen. Positive Makrodaten aus Deutschland haben zwar an den europäischen Börsen kurzzeitig für Entspannung gesorgt, hierzulande drückten aber die schwach notierenden Schwergewichte auf die Indices. Man werde sich nun auf die Konjunkturdaten aus den USA und China konzentrieren, die am Donnerstag und Freitag publiziert werden, hiess es in Marktkreisen.

Der Swiss Market Index (SMI) sank schliesslich um 1,03% auf 5’977,80 Punkte. Das Tagestief lag bei 5,967,59 Zählern. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) erodierte um 1,29% auf 905,70 und der breite SPI um 1,17% auf 5’584,51 Punkte.

Adecco, welche sich die meiste Zeit des Handelsverlaufes positiv gezeigt hatten, verloren am Schluss 0,5%. Das Unternehmen hat die Erstquartalszahlen publiziert und dabei die Markterwartungen übertroffen und mehr Umsatz sowie Gewinn erzielt. Die Aktien konnten damit eine längere Rückgangsphase im Zuge der Arbeitsmarktdaten aus den USA von vergangener Woche noch nicht beenden.

Swiss Life (Aktie -2,7%) hat im ersten Quartal bei den Bruttoprämieneinnahmen und Einlagen von Versicherungsnehmern einen Rückgang hinnehmen müssen. Immerhin stiegen in der Schweiz die Erträge dank der Entwicklung in der beruflichen Vorsorge. Zurich (-1,0%) verloren ebenfalls klar, während sich Bâloise (-0,1%) knapp halten konnten.

Swiss Re (-1,5%) standen im Fokus nach Quartalzahlen des Konkurrenten Munich Re. Der deutsche Rückversicherer hat wieder einen Gewinn ausgewiesen, hat indes den etwas kleineren Schweizer Konkurrenten nicht übertrumpft.

Die grössten Abgaben wiesen derweil Clariant (-3,8%) und Actelion (-3,8% oder -1,52 CHF) auf, die Pharma-Papiere wurden jedoch mit einem Dividendenabschlag von 0,80 CHF pro Titel gehandelt. Actelion hat am Morgen seine Wertschöpfungsstrategie vorgesellt. Diese ist Händlern zufolge im Markt auf verhaltenen Anklang gestossen. Die Strategie bringe wenig Neues, hiess es dazu.

Roche, die bereits am Vortag den Gesamtmarkt drückten, lagen 1,5% im Minus. Hier wirkte ein am Vortag kommunizierter Misserfolg mit einem Wirkstoffkandidaten negativ nach. Auch die schwergewichtigen Nestlé (-0,5%) und Novartis (-0,3%) notierten leichter, womit die Schwergewichte insgesamt für gut ein Drittel der Abgaben im SMI verantwortlich zeichneten.

Holcim (-1,4% auf 55,10 CHF)) wurden im Vorfeld der Ergebnispublikation von ING auf «Hold» von «Buy» herabgestuft. Das Preisziel wurde deutlich auf 52,40 CHF von 38,10 CHF erhöht und damit der Realität angepasst.

Die Luxusgüteraktien Swatch (-2,6%) und Richemont (-3,5%) wurden im Zuge der sich wieder verschärfenden Eurokrise ebenfalls von den Anlegern gemieden.

Überdurchschnittlich stiegen derweil Swisscom (+1,1%). Die Papiere drängen sich Händlern zufolge nach dem Rückschlag bei Roche als neues «defensives Zugpferd» auf.

Am breiten Markt überraschte der Chef des Handelskonzerns Valora (Aktie: -3,1%), Thomas Vollmoeller, mit seinem Abgang aus familiären Gründen. Per sofort wird VRP Rolando Benedick interimistisch die CEO-Funktion bei Valora übernehmen.

Tornos zogen nach Quartalszahlen 0,5% an. Positiv wurde der Auftragseingang gewertet, während der Umsatz die Schätzungen in etwa erreicht hat.

Luzerner Kantonalbank gingen dagegen nach den Erstquartalszahlen um 0,5% zurück. (awp/mc/pg)

SIX Swiss Exchange

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