CH-Schluss: SMI sackt 1,59% auf 9104,71 Punkte ab

CH-Schluss: SMI sackt 1,59% auf 9104,71 Punkte ab

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag erneut deutlich nachgegeben und notiert damit den dritten Tag in Folge im Minus. Die anhaltenden Unsicherheiten um den Wirtschaftsgang in Asien und um die globale Konjunkturentwicklung drückten weiterhin auf die Stimmung. Kurz vor Handelsschluss übte zudem die Ankündigung von Neuwahlen in Griechenland weiteren Druck auf die Märkte aus, wobei der SMI zwischenzeitlich unter die Marke von 9’100 Punkten absackte.

Die Konjunkturängste lösten derzeit auch die Spekulationen um die Zinswende in den USA als dominierendes Thema ab, meinte ein Marktanalyst. Die am späten Mittwochabend publizierten Protokolle der US-Notenbank Fed hatten keine klaren Signale über den Zeitpunkt einer Zinserhöhung in den USA gegeben. Weiterhin scheine die Entscheidung von Konjunkturdaten abhängig zu sein, kommentierte ein Ökonom. Hierzulande deutet auch eine starke Zunahme des Volatilitätsindex VSMI auf die hohe Nervosität der Investoren hin.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 1,59% tiefer bei 9’104,71 Punkten, nachdem er kurz zuvor das Tagestief von 9’090 Punkten erreicht hatte. Der 30 Titel umfassende, in der Titelgewichtung gekappte Swiss Leader Index (SLI) verlor 1,65% auf 1’348,59 und der breite Swiss Performance Index (SPI) gab 1,57% auf 9’244,65 Zähler nach. Alle 30 Blue Chip-Titel schlossen im Minus.

Die stärksten Abgaben unter den Bluechips erlitten am Donnerstag die Titel des Backwarenherstellers Aryzta (-3,2%) sowie die Julius Bär-Aktien (-3,1%). Die Papiere des Vermögensverwalters stehen allerdings auf Jahressicht weiterhin sehr deutlich im Plus. Herbe Verluste mussten etwa auch Galenica (-2,4%) hinnehmen. Die Titel des Pharmaherstellers und Apothekenbetreibers hatten allerdings in den vergangenen Tagen noch auf Höchstwerten notiert.

Erneut schwach zeigten sich Swisscom (-2,5%), die bereits am Vortag nach der Präsentation der Halbjahreszahlen deutlich abgegeben hatten. Das Aktienresearch von Kepler Cheuvreux nahm Donnerstag seine Empfehlung für die Titel auf „Hold“ von bisher „Buy“ zurück. Er sehe nur noch limitiertes Aufwärtspotenzial für den Aktienkurs, so der Analyst.

Klare Abgaben erlitten die Aktien des Luxusgüterherstellers Richemont (-2,4), während die Abgaben bei der Branchennachbarin Swatch (Aktien -0,8%) verhältnismässig geringer waren. Der Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie hatte für den Monat Juli den grössten monatlichen Exportrückgang seit sechs Jahren gemeldet. Analysten zeigten sich ob der jüngsten Zahlen und der weiterhin stark negativen Absatzentwicklung in Asien enttäuscht.

Zu den weiteren Verlierern gehörten auch Transocean (-1.7%), nachdem der Betreiber von Ölplattformen am Vorabend seinen neuen Flottenbericht vorgelegt hatte. Die ZKB wertet diesen als „anhaltend schwach“. Zusätzlich belastet werden Transocean von der anhaltenden Talfahrt des Ölpreises.

Für Druck auf die Indizes sorgten aber auch die defensiven Schwergewichte Nestlé (-1,3%), Roche (-1,2%) und Novartis (-1,9%). Novartis hatte am Donnerstag eine EU-Zulassung für das Mittel Odomzo gegen lokalen fortgeschrittenen Hautkrebs vermeldet, was von Analysten als tendenziell positiv bewertet wurde.

Auch Adecco (-1,2%) konnten sich dem Abgabedruck nicht entziehen, nachdem sie sich den grösseren Teil des Tages noch im Plus gehalten hatten. Die US-Investmentbank Merrill Lynch hatte ihre Empfehlung für die Titel auf „Buy“ von „Neutral“ erhöht. Die Aktien hätten sich seit Anfang Jahr langsamer als die Titel der Konkurrenz entwickelt, heisst es zur Begründung.

Am breiten Markt sackten die Titel des Verschlüsselungstechnikers Kudelski (-9,2%) nach enttäuschenden Halbjahreszahlen ab. Die seit dem Februar börsenkotierten Titel des Telekom-Unternehmens Sunrise (-7,3%) stürzten nach der Präsentation von Semesterzahlen auf ein Allzeittief ab.

Orascom (-4,3%) und Implenia (-1,7%) legten ebenfalls Zahlen vor, wobei im Fall von Implenia die Konsenserwartungen der Analysten auf allen Ebenen verfehlt wurden.

Mit Gewinnen gingen dagegen Straumann (+1,5%) nach Semesterzahlen aus dem Markt. Bei Vontobel spricht man von einem „herausragenden Halbjahresergebnis und einer beeindruckenden EBIT-Marge“. Fester schlossen auch Schweiter (+1,0%) nach ihrer Zahlenvorlage. (awp/mc/pg)

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