CH-Schluss: SMI rückt 0,2% auf 9’349 Punkte vor

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Freitag nach einem verhaltenen Start den Rekordlauf fortgesetzt. Die Hoffnung auf eine baldige Beilegung des US-chinesischen Handelsstreits verlieh den Anlegern laut Händlern neuen Mut. Es gebe Hinweise auf bedeutende Fortschritte bei den Verhandlungen, hiess es. Enttäuschende Konjunkturdaten aus der Euro-Zone dämpften daher den Risikoappetit nur kurzzeitig. Der SMI-Anstieg wurde allerdings von Abgaben im Schwergewicht Nestle gebremst.

Händler warnten zudem vor zu viel Optimismus. „Wir haben schon so oft gehört, eine Einigung stehe bevor. Jetzt wollen wir endlich wissen, was Sache ist“, sagte einer. Zudem könnte sich die Eintrübung der Konjunktur früher oder später negativ auf die Aktienbörsen auswirken. So ist das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer, das Ifo-Geschäftsklima, im Februar auf den niedrigsten Stand seit Dezember 2014 gefallen und die Teuerung in der Euro-Zone hat sich wieder abgeschwächt.

Der Swiss Market Index (SMI) schliesst 0,16 Prozent höher bei 9’348,93 Punkten. Bei 9’380 verzeichnete der Leitindex abermals ein Rekordhoch und verbuchte dabei einen Wochengewinn – den vierten in Folge – von rund einem Prozent. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) gewann 0,4 Prozent auf 1’438,35 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,10 Prozent auf 10’936,60 Punkte. Von den 30 Bluechips gewannen 26 hinzu und vier gaben nach.

An der Spitze schlossen Sika (+4,0%). Der Zuger Bauchemie- und Klebstoffkonzern hat ein weiteres Rekordjahr hingelegt. Deutlich höhere Rohmaterialkosten fielen allerdings stärker als erwartet ins Gewicht, und gekostet hat auch die Beilegung des Übernahmestreits. Die höhere Dividende sei aber eine schöne Überraschung gewesen, hiess es im Handel. Ausserdem hätten die Sika-Aktien die Börsenkorrektur in den letzten Wochen nicht voll mitgemacht.

Die Aktien von AMS (+3,1%) setzten die Erholung fort. Und die Hoffnungen auf eine Beilegung des Handelsstreits der USA mit China, einem wichtigen Markt für die Luxusgüterbranche, unterstützten die Aktien von Swatch (+1,0%) und Richemont (+0,9%). Die Titel der Inspektionsgesellschaft SGS (+1,7%) profitierten ebenfalls, solle sich der Welthandel ungehindert entfalten können, sagte ein Händler.

Bei den SMI-Bankenwerten machten Julius Bär (+1,5%) einen Teil der jüngsten Einbussen weg. UBS (+0,2%() stabilisierten sich nach der jüngsten Schwäche. Ihr Kurs brach ein, nachdem am Mittwoch ein Gericht in Paris die Grossbank im Steuerstreit zu einer Rekordbusse verdonnert hatte. Am Freitag sagte UBS-Konzernchef Sergio Ermotti in diesem Zusammenhang, es sei noch zu früh für Aussagen, ob die Rückstellungen für Rechtsfälle nun erhöht würden. Die Dividende für 2018 sei derweil sicher und auch für die nächsten Jahre werde die Ausschüttungspolitik nicht geändert. Erneut leichter tendierten dagegen Credit Suisse (-0,2%).

Die drei Schwergewichte hinkten dem Markt klar hinterher. Nestlé (-0,9%) schlossen über dem Tagestief aber schwächer. Gewinnmitnahmen nach dem kräftigen jüngsten Anstieg belasteten den Kurs. Zudem trübten Milliardenabschreibungen des Konkurrenten Kraft Heinz auf den Wert vieler Marken die Stimmung gegenüber den internationalen Nahrungsmittelkonzernen ein.

Eine Spur höher waren die Pharma-Schwergewichte Novartis (+0,2%) und Roche (+0,1%) unterwegs. Grösster Verlierer waren Vifor (-1,2%) und damit ebenfalls ein Unternehmen aus der Pharma-Branche. Hier wurden ebenfalls Gewinnmitnahmen ins Feld geführt, hat doch der Kurs im laufenden Jahr rund 17 Prozent gewonnen.

Die Aktien von ABB und Adecco gewannen jeweils ein halbes Prozent. Der Elektrokonzern und der Personalvermittler legen am kommenden Donnerstag ihre Bücher offen.

Am breiten Markt kletterten Cembra um 2,2 Prozent nach oben. Die auf Konsumkredite spezialisierte Bank legte 2018 in allen Sparten zu und erzielte einen Rekordgewinn.

Gefragt waren ausserdem die Aktien von Calida (+5,5%). Der Wäschehersteller veröffentlicht kommende Woche den Jahresbericht. (awp/mc/ps)

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