CH-Schluss: SMI schliesst 2,94% höher bei 8271 Punkten

CH-Schluss: SMI schliesst 2,94% höher bei 8271 Punkten

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Freitag zum zweiten Mal in Folge zugelegt. Die Gewinne waren diesmal allerdings um Einiges markanter als am Vortag, und so hat der SMI zum ersten Mal im laufenden Jahr eine positive Wochenbilanz erreicht. Nach einem bereits freundlichen Start zog der Leitindex im Tagesverlauf stetig weiter an und büsste erste gegen Handelsende wieder etwas an Terrain ein. Gestützt wurde das Sentiment von den beruhigenden Worten des EZB-Präsidenten Mario Draghi anlässlich der regulären EZB-Sitzung vom Vortag und am Berichtstag in Davos sowie von der Erholung der Ölpreise über die Marke von 30 USD je Fass.

Die Frage, ob mit den Avancen vom Donnerstag und Freitag die seit Jahresbeginn andauernde Baisse bereits ausgestanden ist, oder ob die jüngsten Kursfortschritte in der kommenden Woche rasch wieder für Gewinnmitnahmen genutzt werden, ist naturgemäss noch offen. Viele Marktbeobachter kamen indes in den vergangenen Tagen zum Schluss, dass die Korrektur des SMI um rund 10% seit Ende Dezember noch nicht Alles gewesen sei. Bereits wurde die aktuelle Entwicklung auch der Beginn eines Bärenmarktes genannt.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 2,94% höher bei 8’271,11 Punkten. Im Wochenvergleich ergab sich damit ein Plus von 2,0%. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewann 2,83% auf 1’231,97 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 2,81% auf 8’526,14 Punkte. Von den SMI/SLI-Titeln schlossen alle im Plus.

Nach einem Minus von insgesamt über 8% in den ersten beiden Börsenwochen kam es also in dieser Woche zu einer gewissen Beruhigung. Das letztjährige Jahrestief von 7’853 Punkten kurz nach dem SNB-Entscheid, das noch am Mittwoch phasenweite in Reichweite schien, ist jedenfalls wieder relativ weit weg.

Am stärksten gesucht waren unter anderem konjunktursensitive Aktien wie LafargeHolcim (+5,9%), Lonza (+3,7%) und ABB (+3,4%). Alle drei genannten verbuchten in jüngster Zeit deutliche Abgaben, ABB vor allem wegen der Sorgen um China.

Weiter standen defensive Titel wie Swisscom (+3,9%) und die schwergewichtigen Novartis und Roche (je +3,4%) weit oben. Die japanische Roche-Tochter Chugai hat in Japan für die Osteoporose-Tablette Bonviva die Zulassung erhalten, was in Marktkreisen allerdings als wenig kursrelevant eingestuft wurde.

Guten Gewinn verzeichneten auch die Luxusgüter-Werte Richemont (+3,1%) und Swatch (+2,7%) oder die Aktien des Sanitärtechnikkonzerns Geberit (+3,1%). Das letztgenannte Unternehmen gab am Freitag den bevorstehenden Abgang des langjährigen VR-Mitglieds Robert Spoerry bekannt. Ein Nachfolger für diesen wird nun gesucht.

CS (+2,9%) erholten sich etwas vom Vortagesverlust, als Gerüchte über einen schnellen Abgang des neuen CEO Tidjane Thiam die Runde machten. Dies könne indes die Tatsache nicht verdecken, dass die CS-Aktie nach dem bereits sehr schwachen Vorjahr auch dieses Jahr unter einem grossen Vertrauensverlust leidet, hiess es am Markt. Die aktuelle Performance im noch jungen Jahr liegt trotz der heutigen Gewinne bei rund -16%.

Am Schluss der SMI/SLI-Tabelle lagen mit Aryzta (+0,6%) der schwächste und mit Galenica (+0,8%) der stärkste Blue Chip aus dem Vorjahr. Verhältnismässig wenig Interesse zeigten die Investoren auch an Swiss Life (+1,1%) und Transocean (+1,3%). Die volatile Aktie des Ölbohr-Dienstleistungsunternehmen gehörte am Freitag indes lange zu den Spitzenreitern.

Im breiten Markt gehörten BB Biotech (+5,6%) zu den führenden Aktien, dies nachdem die Beteiligungsgesellschaft eine höhere Dividende sowie einen Aktiensplit im Verhältnis von 1 zu 5 angekündigt hat. Interroll (+2,2%) und Dätwyler (-1,6%) reagierten auf die Veröffentlichung von ersten Kennzahlen für das vergangene Geschäftsjahr gegensätzlich.

Sehr gesucht waren überdies AFG (+4,8%) nach dem Einstieg beim österreichischen Fensterhersteller Gaulhofer. Weitere Industrietitel wie Burckhardt Compression (+4,9%), Meyer Burger (+5,7%) oder Georg Fischer (+3,7%) fielen ebenfalls auf. Die Aktien des Handelskonzerns DSKH (+1,8%) hielten dagegen mit dem Gesamtmarkt nicht ganz mit. Das Unternehmen hat die Partnerschaft mit dem US-Markenartikelhersteller Mars erweitert und erhofft sich dabei gute Gewinne.  (awp/mc/pg)

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