CH-Schluss: SMI wieder in Verlustzone – UBS als Klotz am Bein

Boerse
(Adobe Stock)

Zürich – Nach dem freundlichen Wochenbeginn hat der Schweizer Aktienmarkt am Dienstag wieder den Rückwärtsgang eingelegt. Allen voran die Grossbank UBS zog den Gesamtmarkt SMI mit ihrem enttäuschenden Quartalsergebnis in die Tiefe. Dies konnten auch die drei Schwergewichte des SMI nicht verhindern, die allesamt im Plus schlossen. Neben den Unternehmensergebnissen dämpften auch die Engpässe bei der Gasversorgung und der bevorstehende Zinsentscheid der US-Notenbank die Kauflaune der Anleger.

Die US-Notenbank Fed wird ihren Kampf gegen die hohe Inflation an diesem Mittwoch aller Voraussicht nach fortsetzen. Nach einer kräftigen Zinsanhebung im Juni wird mit einer abermaligen Erhöhung um 0,75 Prozentpunkte gerechnet. Es könnten aber auch mehr sein. Die Notenbanker dürften zeigen, dass sie die hohe Inflation energisch bekämpfen und sich auch von einer Abschwächung der Wirtschaft davon nicht abhalten liessen, sagte ein Händler. Dies heize die Konjunktursorgen weiter an, heisst es am Markt. Diese seien noch gestiegen, weil Russland die Gaslieferungen nach Europa ab Mittwoch weiter drosseln will.

Der SMI schloss um 0,24 Prozent tiefer bei 11’102,31 Punkten. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, gab gar um 0,58 Prozent auf 1696,21 Punkte nach, während der breite SPI mit einem leichten Minus von 0,10 Prozent auf 14’358,91 Punkten aus dem Handel ging. Im SLI standen zum Schluss 18 Verlierer 12 Gewinnern gegenüber.

«Das ist das Charakteristikum von Bärenmärkten. Sie werden unterbrochen durch Tage, an dem die Kurse deutlich steigen. Danach aber kommt nichts nach und es geht wieder gemächlich, aber sicher abwärts», kommentierte ein Marktteilnehmer. Für getrübte Stimmung bei den Investoren sorgte die UBS, die ein enttäuschendes Quartalsergebnis vorlegte. Dies führte zu einer Verkaufswelle, die den Kurs um 9,4 Prozent abstürzen liess. Das ist der grösste Einbruch der UBS-Aktie in diesem Jahr und übertrifft sogar noch den Taucher vom 24. Februar, als Russland den Krieg in der Ukraine begann.

Die Grossbank hat im zweiten Quartal den Gewinn gegenüber dem Vorjahr nur dank dem Verkauf eines Gemeinschaftsunternehmens auf 2,1 Milliarden Dollar gesteigert. Die verwalteten Vermögen sind als Folge der Talfahrt an den Finanzmärkten aber deutlich geschrumpft. Die Ergebnisse des Branchenprimus rissen auch die Titel der Konkurrentin Credit Suisse nach unten (-4,1%), die am (morgigen) Mittwoch ihre Ergebnisse vorlegt.

An zweiter Stelle der Verlierer standen die konjunktursensitiven Adecco (-4,8%), gefolgt von den Technologietiteln AMS (-3,8%) und Temenos (-2,6%). Sika bekamen die Kurszielsenkungen von zwei Banken zu spüren (-2,6%).

Auf der anderen Seite standen Julius Bär (+3,1%) an der Spitze der Gewinner. Drei Banken erhöhten die Kursziele für den Titel, während eine sie senkte. An zweiter Stelle fanden sich zu Handelsschluss Logitech (+1,7%) ein, die ebenfalls mit einem enttäuschenden Ergebnis aufgewartet hatten. Am Morgen waren die Aktien des Computerzubehörhersteller um beinahe 7 Prozent abgesackt.

Stützen des SMI waren die drei Schwergewichte Roche (+1,3%) und Novartis (+1,1%). Nestlé legte um 0,3 Prozent zu, nachdem Konkurrent Unilever gute Ergebnisse vorgelegt hatte. Der Nestlé-Rivale hat die gestiegenen Preise auf seine Kunden überwälzen können. Nestlé veröffentlicht die Halbjahreszahlen am Donnerstag.

Im breiten Markt schossen Lindt PS um 7,0 Prozent nach oben. Der Edelschokoladenhersteller setzt nach glänzenden Halbjahreszahlen die Wachstumsziele höher. SIG kletterten nach der Vorlage von Ergebnissen ebenfalls kräftig um 5,4 Prozent. (awp/mc/ps)

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