CH-Verlauf: Stimmung leicht verbessert – SMI nun im Plus
Zürich – Am Schweizer Aktienmarkt hat sich die Stimmung im Verlauf des Vormittags aufgehellt – trotz einem weiter ansteigenden Ölpreis. Die positive Stimmung an den US-Börsen vom Vorabend überdecke das, meinen Marktteilnehmer. Die am Abend anstehenden Zahlen der Google-Mutter Alphabet und von Tesla werden nun zum nächsten Gradmesser.
Die Lage im Nahen Osten hat sich derweil in den vergangenen Stunden wieder verschlechtert. «Nach der Strasse von Hormus könnten nun auch andere Seewege in der Region zu einer Gefahr für Schiffe und ihre Besatzung werden», meinte ein Händler. Zwei Öltanker aus Saudi-Arabien hätten auf ihrer Route durch das Rote Meer bereits umkehren müssen. In der Folge stieg der Ölpreis auf über 94 US-Dollar für ein Fass der Sorte Brent.
Daneben ist das Zoll-Thema definitiv zurück. US-Präsident Donald Trump kündigte in der Nacht Zölle in der Höhe von 100 Prozent auf die Einfuhr von Generika in die USA ab August 2028 an. Die Massnahme zielt seiner Aussage nach darauf ab, die Produktion von Arzneimitteln wieder in die USA zu verlagern. In den nächsten Tagen wird mit weiteren Zollankündigungen gerechnet, die erneut auch die Schweiz treffen könnten.
Nestlé stützen
Der Leitindex SMI gewinnt gegen 11.10 Uhr 0,42 Prozent auf 14’358,34 Punkte, nachdem er noch im Minus eröffnet hatte. Gewinner und Verlierer halten sich in etwa die Waage. Der breite SPI legt um 0,16 Prozent auf 20’127,04 Zähler zu, während der Mid-Cap-Index SMIM 0,76 Prozent tiefer bei 3093,34 Punkten steht.
Hierzulande geht die Berichtsaison zwar weiter. Allerdings ist zur Wochenmitte etwas weniger los als am gestrigen Dienstag und vor allem am morgigen Donnerstag. Dann steht bereits der Höhepunkt der hiesigen Saison an, mit Abschlüssen von Nestlé, Roche und gut einem Dutzend weiterer Firmen.
Zahlen gibt es aktuell bei den Blue Chips von Lonza (-4,9%). Der Pharmazulieferer hat zwar die Gewinnerwartungen der Analysten übertroffen, die Umsatzentwicklung sorgt allerdings für leicht enttäuschte Gesichter. Die Erhöhung der diesjährigen Margenvorgaben scheinen nicht darüber hinwegtrösten zu können. Am breiten Markt haben Bachem und Siegfried in der Folge ebenfalls einen schweren Stand, wie Kurseinbussen von gut 3 Prozent zeigen.
Abgesehen davon fallen bei den Blue Chips nur noch Logitech (-1,7%), Kühne+Nagel (-1,1%) und Alcon (-1,0%) mit Verlusten von 1 Prozent oder mehr auf.
Die grössten Gewinner im SMI sind die schwergewichtigen Nestlé (+1,9%), die dem Markt damit den Stempel aufdrücken. Der Grund für die Avancen ist eine neue Kaufempfehlung der Jefferies-Experten, die gleichzeitig das Kursziel auf 99 Franken hochgeschraubt haben. Mutiger sind derzeit bei den von AWP erfassten Analysten nur jene von Berenberg, die bei exakt 100 Franken liegen. «Die 100 Franken sind offenbar wieder denkbar», meinte ein Marktteilnehmer.
Dahinter sind die Versicherer Swiss Re, Zurich und Swiss Life die grössten Gewinner, mit Avancen zwischen 1,3 und 1,4 Prozent. Gesucht sind ausserdem UBS und Sika mit Avancen von gut 1 Prozent.
VAT brechen ein
Im SMIM brechen VAT nach Zahlen um 6,5 Prozent ein. Händler erklären sich dies mit Gewinnmitnahmen nach an sich starken Zahlen. Einen schweren Stand haben auch b(-4,2%) wegen der Generikazölle.
Aufwärts geht es dafür mit den Sonova-Titeln (+6,1%), welche die UBS neu zum Kauf empfiehlt. Innerhalb des Sektors bevorzuge sie nun Sonova gegenüber Demant, da die Bewertung attraktiver sei, meint die zuständige Analystin.
Bei den kleineren Titel legen Cicor knapp 11 Prozent und V-Zug 2,4 Prozent zu nach Zahlen, EFG verlieren hingegen 3,3 Prozent nach der Resultatvorlage.
Auffällig im Plus sind am breiten Markt ausserdem Adecco (+5,3%). Die Titel des Personaldienstleisters profitieren von guten Zahlen des grössten Konkurrenten Randstad. (awp/mc/pg)