CH-Schluss: SMI rückt 1,2% auf 9’425 Punkte vor

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag deutlich zugelegt. Nach zwei schwachen Tagen hat der SMI dabei die Marke von 9’400 Punkten wieder zurückerobert. Nach einem verhaltenen Start zogen die Kurse rasch an und erreichten um die Mittagszeit ein erstes Zwischenhoch. Von den Konjunkturdaten aus den USA kamen am Nachmittag gemischte Signale. So wuchs die US-Wirtschaft im dritten Quartal etwas schwächer als bisher geschätzt, dagegen hellte sich das Geschäftsklima in der Region Philadelphia im Dezember überraschend auf. Insgesamt verhalfen die Daten aber den Aktien am Nachmittag zu weiteren Avancen.

Das endgültige Gelingen der Steuerreform in den USA hatte laut Händlern kaum mehr Einfluss auf die Kurse, da es schon vorher eingepreist worden sei. Dass es vor dem Jahresende noch zu grossen Sprüngen kommt, glauben denn auch eher wenige Marktteilnehmer. Der SMI dürfte sein Schlussniveau mehr oder weniger gefunden haben, hiess es, denn zwischen Weihnachten und Neujahr dürfte nicht mehr viel passieren.

Der Swiss Market Index (SMI) kletterte schliesslich um 1,18% auf 9’424,67 Punkte. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) legte 1,12% auf 1’524,76 Punkte zu und der breite Swiss Performance Index (SPI) 1,02% auf 10’780,76 Punkte. Von 30 wichtigsten Titeln schlossen alle höher.

Als Tagessieger schwangen letztlich CS mit einem Plus von 2,6% obenaus.

Dicht dahinter folgten Dufry (+2,3%). Diese erhielten dabei weiterhin vom am Mittwoch bekanntgewordenen Einstieg des amerikanischen Investors Paul Singer Rückenwind. Am Markt hofft man nun, dass die Titel den „HNA-Klotz“ am Bein losgeworden sind, da die Chinesen durch eine so genannte Equity-Collar-Transaktion und dem Weiterverkauf der Anteile durch die Bank möglicherweise keine Stimmrechte mehr bei Dufry ausüben können. Baader Helvea hat die Papiere denn auch auf die „Top Picks“-Liste genommen.

Gut gesucht waren auch Vifor Pharma (+1,7%), Lonza, SGS und LafargeHolcim (je +1,6%) oder UBS (+1,5%).

Von den Schwergewichten schnitten Novartis (+1,3%) nach dem Taucher des Vortages am besten ab, wobei auch Roche (+1,2%) und Nestlé (+1,0%) klar anzogen. Nachrichten gab es dabei zu Roche, denn die FDA hat Perjeta bei HER2-positivem Brustkrebs zugelassen und das Medikament Alecensa wurde in der EU bei ALK-positivem Lungenkrebs genehmigt.

Aryzta (+1,2%) wurden von einer Kurszielanhebung durch die CS bei unverändertem Rating „Neutral“ etwas gestützt. Die Bank hat ihre Schätzungen aufgrund tieferer Nettofinanzierungskosten sowie einer verbesserten Performance von Beteiligungsgesellschaften angehoben.

Nach den Uhrenexportdaten zogen von den beiden Luxusgüteraktien Richemont (+1,3%) stärker an als Swatch (+0,8%).

Am Tabellenende fanden sich Kühne+Nagel (+0,2%) und Bâloise (+0,3%) mit den geringsten Veränderungen aber noch immer im positiven Terrain.

Im breiten Markt zogen Sulzer nach einer Akquisition um 2,0% an. Sulzer übernimmt in den USA den Abwasser-Spezialisten JWC Environmental mit einem Umsatz von gut 80 Mio USD. Der Wert des Unternehmens wird auf 215 Mio beziffert. Analysten bewerten den Zukauf als sinnvoll und strategiekonform und den Kaufpreis als moderat.

Wisekey (+2,4%) verteuerten sich nach Veränderungen in der Organisationsstruktur und im Management noch etwas deutlicher.

Und auch Basilea (+1,5%) gehörten zu den Gewinnern. Das Unternehmen hat für seinen Produktkandidaten Ceftobiprol in den USA den Status eines Qualified Infectious Disease Product (QIDP) erhalten.

Die Aktien der SNB (+0,8%) reagierten leicht positiv auf die Übernahme der Mehrheit an der Druckerei Landqart, während Orell Füssli (+2,7%) noch mehr an Terrain gut machten. Die Industrie- und Handelsgruppe übernimmt die restlichen 10% an Landqart. Mit dem Schritt soll die Produktion der Schweizer Geldscheine gesichert werden, nachdem das Unternehmen in Liquiditätsprobleme geraten war. (awp/mc/ps)

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