CH-Schluss: Knapp gehalten

CH-Schluss: Knapp gehalten

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Montag die zwischenzeitlichen Verluste in der zweiten Handelshälfte weitgehend aufgeholt und knapp gehalten geschlossen. Dabei wurde der Markt vor allem von Konjunktursorgen belastet. Das geringer als erwartet ausgefallene Wachstum des chinesischen Inlandprodukts im ersten Quartal untermauerte Händlern zufolge wirtschaftliche Bedenken. Zudem hatte sich in den USA der Empire-State-Index überraschend stark eingetrübt. Allerdings signalisiert der Frühindikator für das Verarbeitende Gewerbe im US-Bundesstaat New York weiterhin eine Belebung der wirtschaftlichen Aktivitäten. Darüber hinaus lastete der Dividendenabgang bei den Index-Schwergewichten Nestlé auf dem SMI; dieser wurde allerdings von der starken Nachfrage nach den Pharma-Schwergewichten Roche und Novartis mehr als kompensiert.

Allzu negativ wollen sich die Experten zu den Konjunkturaussichten aber nicht geben. Die ZKB etwa hält an ihrer Einschätzung fest. So sei weder zu erwarten, dass die Märkte in den nächsten Wochen völlig durchstarten, noch dass sie zu einer scharfen Korrektur ansetzen werden, hiess es in einem Kommentar. Zwar bestehe das Risiko, dass die US-Konjunkturdaten in den nächsten Wochen eher auf der schwachen Seite ausfallen würden. Für den mittel- bis längerfristigen Ausblick gab sich die Bank aber weiter «optimistisch gestimmt».

Der Swiss Market Index (SMI) schloss um 0,08% oder knapp 6 Punkte tiefer bei 7’754,73 Punkten (Tagestief: 7’682). Dabei machte das Minus bei Nestlé ca. 47 Punkte aus, während Roche und Novartis mit rund 63 Punkten stützten. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) sank um 0,30% auf 1’155,34 Punkte. Der breite Swiss Performance Index (SPI), der die Dividendenabschläge nicht mitmacht, stieg hingegen um 0,43% auf 7’259,34 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln schlossen 22 im Minus und 8 im Plus.

Klar bei den schwächsten Werten mit einem Minus von 2,7% bzw. 1,85 CHF waren Nestlé, dies bei einer Dividende von 2,05 CHF, die am Berichtstag wegfiel. Ohne den Dividendeneffekt hätte der Titel – entsprechend seinem defensiven Charakter – somit aber leicht im Plus gelegen. Die Papiere des Nahrungsmittelkonzerns sind allerdings bereits seit Anfang April etwas unter Druck. Analysten begründen dies vor allem mit der Erwartung auf ein umsatzmässig nicht so starkes erstes Quartal.

Ansonsten waren es vor allem zyklische Titel, die zumeist ohne börsenrelevante Neuigkeiten deutlich im Angebot lagen: so etwa Transocean (-2,5%), SGS (-2,3%), Clariant (-2,2%), Sika (-2,1%) sowie ABB und Sulzer (je -1,3%). Sika und Sulzer geben am (morgigen) Dienstag Quartalszahlen bekannt. Auch bei Givaudan (-0,3%) und Actelion (+0,3%) stehen am Dienstag Zahlen auf dem Programm.

Kühne+Nagel (-0,8%) büssten ihre zwischenzeitliche Gewinne ein. Das Unternehmen hatte seine Quartalszahlen veröffentlicht und dabei auf Stufe Umsatz und Bruttogewinn etwas über den Erwartungen abgeschnitten. In Analystenkommentaren wurde die Umsatzentwicklung als solid bezeichnet. Allerdings gaben sich Anleger weiterhin skeptisch.

Stark zeigten sich dagegen die schwergewichtigen Pharmawerte Roche (+2,7% auf 231,10 CHF) und Novartis (+1,8%). Die Stimmung für defensive Titel mit hoher Dividende sei grundsätzlich weiter gut, hiess es unter Marktbeobachtern. Unterstützung erhielt Roche auch vom Aktienresearch von JPMorgan, das das Kursziel für den Genussschein auf 280 von 270 CHF erhöht hatte. Ausserdem beruhigte die Tatsache, dass Roche als möglicher Bieter für den US-Biotech-Konzern Life Technologies ausgeschieden war. Life Tech wurde von US-Technologiekonzern Thermo Fisher für rund 13,6 Mrd USD übernommen.

Die Grossbankenwerte CS (+0,6%) und UBS (+0,1%) hatten im Sitzungsverlauf in die Pluszone gewechselt und setzten so ihre starke Vorwochenperformance fort. Dabei seien die Titel von Quartalszahlen von einem US-Mitbewerber gestützt worden, so Händler. Dort hatte die Citigroup ihren Gewinn im ersten Quartal über Erwarten stark gesteigert. Das Geldhaus profitierte von einem florierenden Investmentbanking und rückläufigen Ausfällen bei Hauskrediten.

Weitere vergleichsweise grössere Gewinner waren Lonza (+1,4%). Die ebenfalls defensiven Swisscom und Sonova (je +0,2%) schlossen ebenfalls in der Pluszone.

Im breiten Markt hatte Bossard (-1,5%) die Quartalsumsätze und Burkhalter (unv.) als Nachzügler seine Jahreszahlen 2012 bekannt gegeben. Neben ex-Dividende gehandelten Titeln erlitten grössere Verluste Gategroup (-6,3%), Lifewatch (-5,5%), Schmolz+Bickenbach (-5,3%) oder Leclanché (-5,2%). Klar im Plus schlossen hingegen die Bankentitel Banque Profil de Gestion (+9,5%), Dottikon ES und die BC Jura (je +3,7%) oder Valartis (+3,6%). (awp/mc/upd/ps)

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