CH-Eröffnung: Knappes Minus

CH-Eröffnung: Knappes Minus

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt ist am Dienstag mit einer gehaltenen Tendenz in die Sitzung gestartet, hat sich aber nach einem kurzen Ausflug in die Gewinnzone knapp im negativen Terrain etabliert. Von den Spezialsituationen bei UBS und Swatch abgesehen, welche beide heute Zahlen vorgelegt haben, zeigen sich die Kurse insgesamt wenig verändert.

Die Situation sei weiterhin von den Bemühungen um eine Lösung in Griechenland geprägt, hiess es in Marktkreisen. Angesichts der leichteren Tendenz an den asiatischen Börsen und wegen der weiter fehlenden Lösung für Griechenland würden derzeit Impulse für weitere Avancen fehlen, nachdem der SMI vergangene Woche vor allem am Mittwoch und am Freitag kräftig angezogen hatte. Gesprächsthema ist hierzulande aber auch die bereits erwartete und nun definitiv angekündigte Fusion zwischen Xstrata und Glencore. Der vorgeschlagene Zusammenschluss sieht einen Aktientausch im Verhältnis von 2,8 neue Glencore-Aktien für jede gehaltene Xstrata-Aktie vor.

Der Swiss Market Index (SMI) gibt bis um 09.30 Uhr 0,28% auf 6’129,82 Punkte nach. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) verliert 0,51% auf 936,89 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,26% auf 5’561,35 Punkte.

UBS verzeichnen bei volatilem Verlauf derzeit ein Minus von 1,5%. Das von der Bank veröffentlichte Ergebnis 2011 liegt sowohl beim Geschäftsertrag als auch beim Konzernergebnis teilweise deutlich hinter den Konsensschätzungen zurück. Die Aussagen der Firmenverantwortlichen für das laufende Quartal fallen ebenfalls ziemlich vorsichtig aus: Wie schon im vierten Quartal 2011 dürften sich die Unsicherheiten über die Staatsverschuldung in der Eurozone, die Probleme des europäischen Bankensystems, das Haushaltsdefizit der USA sowie die fortbestehende Unsicherheit über die generelle künftige Entwicklung der Weltwirtschaft auch im ersten Quartal 2012 negativ auf das Ausmass der Kundenaktivität auswirken, so die Bank.

In Analystenkreisen gibt man sich enttäuscht über den Ergebnisbeitrag aus dem Wealth Management und dem Wealth Management Americas. Die Bruttomarge sei insgesamt tiefer als befürchtet ausgefallen. Positiv beurteilt wurde dagegen der Nettoneugeldzufluss. Zudem sei die Schweizer Grossbank in Bezug auf die geplante Reduktion von Risikoaktiven auf Zielkurs, hiess es.

Die Aktien von CS, deren Ergebnis wird am Donnerstag veröffentlicht, halten sich mit einem Minus von 1,0% etwas besser.

Noch klarer als UBS fallen einzig Swatch (-4,2%) und Richemont (-2,8%) zurück. Swatch hat am Morgen nach den Anfang Januar veröffentlichten Umsatzzahlen für das Geschäftsjahr 2011 leicht enttäuschende Rentabilitätskennzahlen nachgeliefert, wie üblich unangemeldet. Auf den Stufen Betriebsgewinn und Konzerngewinn wurden die Markterwartungen leicht verfehlt. Die Aussagen zur Absatzentwicklung im Monat Januar fallen hingegen ermutigend aus, es seien zweistellige Wachstumsraten erreicht worden, hiess es. Allerdings hatte CEO Nick Hayek bereits anfangs Januar gegenüber den Medien erklärt, dass der Januar «Wachstumsraten von 15, 20, 25, 30%» gebracht habe, insofern ist die heutige Botschaft nicht mehr so brisant.

Richemont hatte am Vorabend mitgeteilt, dass der Generalrat von La Chaux-de-Fonds dem Verkauf eines Grundstücks an die Manufaktur Cartier gutgeheissen zugestimmt hat. Die Marke des Genfer Luxusgüterkonzerns will ihre Aktivitäten in der Uhrenmetropole ausbauen und 300 Stellen schaffen.

Leichtere Abgaben verzeichnen weiter Aktien wie Clariant (-1,1%), Nobel Biocare (-0,8%), ABB (-0,7%) oder Julius Bär (-0,6%). Julius Bär hatten am Vortag im Anschluss an die Jahreszahlen knapp 4% eingebüsst. Am Dienstag hat nun HSBC das Rating auf «Underweight» gesenkt, während gleichzeitig Goldman Sachs und die Deutsche Bank ihre Kursziele für den Titel etwas reduziert haben. Die beiden Letztgenannten empfehlen indes das Papier noch immer zum Kauf.

Auf der Gegenseite bieten Roche (+0,7%) dem schwächelnden Gesamtmarkt ein positives Gegengewicht. Novartis (+0,1%) und Nestlé (unverändert) belasten immerhin nicht zusätzlich.

Von den Versicherungen verzeichnen Swiss Life (+0,2%) und Swiss Re (+0,4%) moderate Gewinne.

Im breiten Markt büssen Meyer Burger nach ersten provisorischen Angaben zum Geschäftsjahr 2011 gut 2,9% ein. Die für das Gesamtjahr 2011 abgegebene Guidance für die EBITDA-Marge und den Umsatz wurde erreicht, allerdings wird das operative Ergebnis von einem markanten Abschreiber wegen der Roth & Rau-Akquisition negativ beeinflusst. Für die deutsche Teil-Tochter wurde am Vorabend für das Geschäftsjahr 2011 ein deutlicher Verlust sowie Restrukturierungsmassnahmen angekündigt. (awp/mc/pg)

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