CH-Schluss: Banken setzen SMI leicht unter Druck

CH-Schluss: Banken setzen SMI leicht unter Druck

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel nach der Weihnachtsfeier mit einer leicht abwärtsgerichteten Tendenz aufgenommen. Zwar ist der Leitindex SMI am Dienstag in der ersten Handelshälfte erstmals seit Ende Juli des laufenden Jahres wieder über die Marke von 5’900 Punkten geklettert. Die freundliche Stimmung hielt dann aber nur bis um die Mittagsstunde an, ehe sich der Index in die Verlustzone verabschiedete.

Grössere Verluste erlitten Banktitel sowie einige Zykliker. Die Gewinner blieben in der Unterzahl. Im breiten Markt erlitten Petroplus einen Kurseinbruch, denn der Raffineriebetreiber hat mit Liquiditätsproblemen zu kämpfen.

Insgesamt verlief das Geschäft zum Start in die Altjahrswoche in ruhigen Bahnen. Die Handelsvolumen seien äusserst gering gewesen, hiess es. Viele Anleger hätten für den Rest des Jahres 2011 bereits die Handelsbücher geschlossen und sich vom Börsenparkett verabschiedet. Ausserdem stehen in der laufenden Woche kaum wichtige Nachrichten zur Publikation an. Am Dienstagnachmittag gaben immerhin die etwas besser als erwartet ausgefallenen Daten zum US-Konsumentenvertrauen der abwärts tendierenden Börse etwas Halt. Der vom privaten Forschungsinstitut Conference Board ermittelte Index stieg auf den höchsten Wert seit acht Monaten.

Der SMI büsste bis Börsenschluss dennoch 0,12% auf 5’886,91 Punkte ein, nachdem er zur Spitze bei 5’917 Stellen lag. Der Tagestiefstwert stand demgegenüber bei 5’868 Punkten. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) verlor 0,23% auf 871,49 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,13% auf 5’302,10 Einheiten.

Unter den Blue Chips verzeichneten die Bankentitel der UBS mit 1,3% und jene von Julius Bär mit 1,6% überdurchschnittliche Abgaben. Credit Suisse büssten 0,5% weniger stark an Wert ein. CS-CEO Brady Dougan bestätigte in einem Zeitungsinterview unter anderem die bislang gemachten Aussagen zur Dividendenpolitik. Es sei wichtig, dass die Aktionäre für ihr Engagement Geld bekämen, so Dougan. Allerdings agiere die Bank mit Blick auf die strengeren Kapitalvorschriften vorsichtig.

Im Finanzsektor gehörten auch die meisten Versicherer zu den Verlierern. Swiss Life sanken um 1,2%, Swiss Re um 0,4% oder Baloise um 0,3%. Swiss-Life-CEO Bruno Pfister hielt in einem Interview in der Sonntagspresse fest, dass die Renten in der Schweiz um 30% zu hoch seien. Es brauche jetzt ein Umdenken, damit die jüngere Generation nicht benachteiligt werde, warnte Pfister. ZFS legten am Dienstag gegen Trend um 0,3% zu.

Die Aktien des Ölbohrunternehmens Transocean (-2,2%) standen im SMI/SLI am Tabellenende. Weiter büssten Nobel Biocare um 1,2%, Swisscom um 0,6% oder Actelion um 0,7% ein.

Die Index-Schwergewichte schlossen den Handel nahe an den vorweihnachtlichen Kursen ab: Nestlé und Roche blieben unverändert bei 53,20 CHF respektive 157,60 CHF, während Novartis um 0,1% leicht zulegten. Roche-CEO Severin Schwan hatte in einem Interview in der Sonntagspresse gesagt, dass das Unternehmen in Europa rückläufige Zahlen verzeichne, in Asien sei das Wachstum dafür zweistellig.

Die wenigen Gewinner wurden mit deutlichem Abstand von Sonova (+2,8%) angeführt. Richemont folgten mit einem Plus von 0,7%, Swatch gewannen 0,4% oder Givaudan 0,3%.

Im breiten Markt büssten Petroplus am Ende 46,1% ein. Das Unternehmen muss mit den kreditgebenden Banken Nachverhandlungen führen. Diese hätten eine Kreditlinie eingefroren, weshalb Petroplus derzeit kein Erdöl zur Verarbeitung in den Raffinerien einkaufen könne, hiess es in einer Mitteilung. Die Aktien kamen in der Folge massiv unter Druck. Seit Jahresbeginn beläuft sich das Minus auf nun 72%.

Negativnachrichten führten auch beim Medtech-Spezialisten Oridion (-36,6%) zu grossen Kursverlusten. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hatte für alle medizinischen Geräte des Unternehmens einen Einfuhrstopp in die USA verhängt. Die FDA-Entscheidung sei nach einer Inspektion im Juni 2011 und einem «Warning Letter» erfolgt, auf den man im Oktober 2011 geantwortet habe, teilte Oridion mit. (awp/mc/pg)

SIX Swiss Exchange

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