CH-Schluss: Etwas fester nach Berg- und Talfahrt

CH-Schluss: Etwas fester nach Berg- und Talfahrt

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Freitag nach einer veritablen Berg- und Talfahrt etwas fester geschlossen. Die Dividendenpapiere wurden am Nachmittag von einem freundlichen Handelsauftakt an der Wall Street gestützt, nachdem zuvor die Furcht vor einer Staatspleite in Griechenland die Indizes europaweit auf Talfahrt geschickt hatten. Der hiesige Börsenplatz wurde von festeren Finanzwerten und den defensiven Schwergewichten getragen. Die drohende Rezession in den Vereinigten Staaten und die eskalierende Euro-Krise in Europa blieben jedoch die dominierenden Themen, mahnten Beobachter mit Blick auf den Rebound.

Und der sogenannten «Operation Twist» seitens der US-Notenbank Fed messen Markteilnehmer keine allzu grosse Wirkung bei, der lahmenden US-Konjunktur einen nachhaltigen Impuls zu verleihen, hiess es weiter.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss mit einem Plus von 0,20% auf 5’298,83 Punkten, das Tagestief wurde bei 5’135,45 notiert. Im Wochenvergleich schloss der Index der 20 wichtigsten Standardwerte 2,8% tiefer.

Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) stieg am Freitag um 0,30% auf 787,23 und der Swiss Performance Index (SPI) um 0,06% auf 4’812,83 Zähler.

Die Finanzwerte erlebten im Tagesverlauf ein grosses Comeback – allen voran UBS stiegen um 4,8%. Die Investoren harren neuer Nachrichten von der Grossbank; von einer VR-Sitzung in Singapur drangen bisher noch keine verwertbaren Informationen nach draussen. Es stellen sich nach dem Milliardenskandal die Fragen nach der Zukunft von CEO Oswald Grübel und des Investment Bankings.

Auch Credit Suisse (+1,6%), Julius Bär (+1,6%) und Swiss Re (-0,1%) erholten sich im Tagesverlauf. Marktteilnehmer verwiesen auf die Hoffnung, die werde EZB notfalls eingreifen und die langfristige Liquiditätsversorgung des Sektors sicherstellen.

Die Swiss Re hat von Liechtensteinische Landesbank (LLB) die 48%-Beteiligung an der Lebensversicherungsgesellschaft Elips Life übernommen. Der Rückversicherer übernimmt die Gesellschaft damit ganz. Während die Meldung für Swiss Re weniger bedeutend war, konnten sich die Titel der LLB im breiten Markt mit 5,0% vom Kurseinbruch am Vortag (-12%) nach einer Gewinnwarnung erholen.

Die Verlierer im SMI/SLI waren am Berichtstag bei den konjunktursensitiven Werten zu finden. Schindler (-2,1%), SGS (-2,0%), Transocean (-1,7%) und ABB (-1,6%) reihten sich am Ende der Rangliste ein. Andere zyklische Aktien wie jene von Swatch (-1,3%) sowie Kühne + Nagel (-0,8%) büssten überdurchschnittlich an Wert ein. Logitech (+1,3%) erholten sich hingegen von den Verlusten des Vortages; die Papiere hatten im Zuge einer Gewinnwarnung fast 12% eingebüsst.

Die Pharma-Schwergewichte Novartis (-0,7%) und Roche (+0,9%) drehten im Handelsverlauf nach oben. Beide warteten um die Mittagszeit mit positiven Nachrichten auf: Novartis hat von der Europäischen Arzneimittelagentur eine positive Empfehlung für die Zulassung des Bluthochdruckmittels Rasitrio erhalten, Roche für eine weitere Anwendung von Avastin (fortgeschrittener Eierstockkrebs). Sektorgewinner waren Actelion mit plus 2,5%.

Zu Nestlé (+0,3%) hat die Citigroup mit Blick auf die Stabilisierung des Schweizer Frankens das Kursziel angehoben. Bereits am Donnerstag hatte JP Morgan das Rating für den Nahrungsmittelkonzern hochgestuft.

Im breiten Markt verzeichneten u-blox einen Kursanstieg um 4,2%. Das Halbleiter-Unternehmen hat einen neuen Präzisions-Zeitmessungschip präsentiert, der im Mobilfunk bei kleinen Sende- und Empfangsstationen zum Einsatz kommt. Swissmetal stiegen gar um 7,5%, nachdem der krisengeschüttelte Buntmetallverarbeiter Interesse von verschiedener Seite für die sich in Nachlassstundung befindenden Tochtergesellschaft gemeldet hatte.

Lem gaben dagegen um 0,8% nach. Aufgrund anhaltend rückläufiger Aufträge und der Aufwertung des Schweizer Frankens erwartet das Unternehmen im Geschäftsjahr 2011/12 einen stark rückläufigen Umsatz. Petroplus verloren nach einer Rückstufung des Kreditratings durch Standard & Poor’s 1,9%. (awp/mc/ps)

SIX Swiss Exchange

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