CH-Schluss: Gehalten

CH-Schluss: Gehalten

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Mittwoch gehalten geschlossen. Der Leitindex SMI konnte sich allerdings erst mit der Schlussauktion noch leicht ins Plus hieven. Vor allem gegen Handelsende hin haben gemäss Marktbeobachtern Gewinnmitnahmen den seit Mitte Dezember anhaltenden Aufwärtsrend gebremst. Auch seien viele Börsenindizes nach der zuletzt positiven Entwicklung kurz vor wichtigen Widerständen gestoppt worden. Die etwas weniger stark als erwartet gestiegenen Auftragseingänge der US-Industrie hätten keine grosse Rolle gespielt, hiess es weiter.

Bereits über weite Strecken habe sich der Markt zuvor etwas orientierungslos gezeigt, sagten Händler. Grundsätzlich sei die Stimmung nach den jüngsten Konjunkturdaten wieder etwas optimistischer, die grundlegenden Sorgen um die Schuldenkrise seien aber nicht verschwunden, hiess es weiter. Am deutlichsten korrigierten am Berichtstag konjunktursensitive Aktien. Finanzwerte tendierten uneinheitlich. Die defensiven Index-Schwergewichte zeigten sich resistenter und verhalfen dem SMI noch leicht ins Plus. Im SMI/SLI überwogen die Kursverlierer die -gewinner im Verhältnis von rund zwei zu eins.

Der SMI schloss um 0,12% höher auf 6’058,08 Punkten. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) notierte zum Schluss hingegen um 0,03% tiefer auf 898,20 Punkten; der breite Swiss Performance Index (SPI) stieg um 0,07% auf 5’456,56 Punkte.

Gegenüber Aktienanlagen sei sie weiterhin vorsichtig optimistisch eingestellt, schrieb die Credit Suisse in einer Kurzanalyse. Dies trotz der beschränkten Visibilität aufgrund der ungelösten Schuldenkrise und der anhaltenden Sorgen um die globale Konjunktur. Die Bank hat denn auch ein Kursziel für den SMI per Ende 2012 von 6’231 Punkten definiert, was einer positiven Jahresperformance von gegen 5% entsprechen würde. Auf Titelebene bevorzugen die CS-Analysten generell grosse Bluechips mit einer hohen Dividendenrendite.

Grösste Gewinner waren unter den SMI-/SLI-Werten Clariant (+1,6%) und Transocean (+1,5%). Die Credit Suisse zählt die Clariant-Aktien zu den «Top Picks» für 2012, allerdings eher für risikotolerante Anleger. Ebenfalls etwas deutlicher nach oben ging es für Schindler PS (+0,7%).

Unter den defensiven Titeln stützten vor allem Roche (+0,5%) den SMI sowie Nestlé und Novartis (je +0,2%). Die Grossbanktitel UBS (+0,4%) waren ebenfalls gesucht; hingegen gaben CS (-0,2%) leicht nach, Julius Bär (-1,0%) stärker. Die Assekuranzvaloren Swiss Re notierten kaum verändert, ZFS (-0,2%) schlossen knapp gehalten.

Grössere Abgaben verzeichneten im SMI/SLI-Tableau hingegen vor allem Logitech (-4,9%) und Sonova (-3,2%). Logitech konnten allerdings am Vortag um etwas über 5% zulegen und gaben nun einen Teil der Gewinne wieder preis. In Sonova belastete gemäss Händlern eine Umsatzwarnung eines französischen Mitbewerbers, die Befürchtungen über eine Absatzverlangsamung in Europa geschürt habe.

Etwas stärker zurückgenommen wurden auch die Titel des Dentalimplantat-Herstellers Nobel Biocare (-1,1%)und aus dem breiten Markt des Branchennachbarn Straumann(-4,8%). Die beiden Medtech-Aktien litten gemäss Marktbeobachtern unter einer neuen Gebührenstruktur für Zahnärzte im wichtigen Markt Deutschland. Laut einer Analyse von Helvea dürften sich dadurch Dentalprothesen und -implantate um bis zu 30% verteuern. Dies wirke sich gemäss Analyse auf die Umsatzentwicklung von Nobel Biocare und vor allem Straumann negativ aus, die rund 15% bzw. 30% der Verkäufe in Deutschland erzielen.

Deutlicher korrigierten die ebenfalls zyklischen Richemont (-1,1%), SGS (-0,9%) und Lonza (-0,7%. SGS hatte am Dienstagabend den Abschluss des im Jahr 2009 lancierten Akteinrückkaufprogrammes bekanntgegeben hat. Die Titel des Warenprüfunternehmens wurden zudem von HSBC auf «Neutral» von «Overweight» zurückgestuft. Der starke Franken dürfte den Umsatz im zweiten Halbjahr 2011 noch stärker als in der ersten Jahreshälfte belastet haben, hiess es dazu unter anderem. Swatch (-0,3%) zeigten sich widerstandsfähiger.

Im breiten Markt verteuerten sich Jungfraubahn um 3,4%, nach jüngsten Daten zu den Passagierzahlen. Myriad (+1,2%) wurden nach der Bekanntgabe von Akquisitionsabsichten gesucht. Grössere Gewinne gab es unter anderen nach spekulativen Engagements für die sich in Nachlassstundung befindliche Swissmetal (+13,6%). Grössere Verlierer waren LifeWatch (-6,5%) und Victoria-Jungfrau Collection (-6,3%). (awp/mc/pg)

SIX Swiss Exchange

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