CH-Schluss: Gut gehalten – Swiss Re gesucht

CH-Schluss: Gut gehalten – Swiss Re gesucht

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag gut gehalten geschlossen. Am Morgen waren die Indizes nach einem schwächeren Start kurzzeitig in die Gewinnzone vorgestossen, fielen dann bis zum Mittag wieder auf den Vortagesschluss zurück und bewegten sich bis Börsenschluss bei geringer Schwankungsbreite seitwärts. Am Vormittag stützte noch die Aufhellung des deutschen ifo-Geschäftsklimaindexes etwas.

Für negative Impulse sorgte dann aber die EU-Kommission mit Äusserungen zur konjunkturellen Entwicklung im Euroraum: Es sei zwar keine Überraschung, dass das Gremium für 2012 eine Rezession erwarte, wie es heisst. Dennoch hätte dies den Nachmittagshandel belastet. Spekulationen über ein grosses Verkaufsprogramm für europäische Aktien sowie Sorgen um eine mögliche Abstufung der Kreditwürdigkeit Portugals blieben ebenfalls am Markt nicht ungehört. Gegen Handelsschluss habe eine etwas festere Wall Street noch leicht gestützt.

Der Swiss Market Index (SMI) ging mit einem Plus von 0,14% bei 6’200,97 Punkten aus dem Handel. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) stieg um ebenfalls 0,14% auf 942,92 und der breite Swiss Performance Index (SPI) schloss mit +0,08% auf 5’613,33 Zählern nahezu unverändert.

Zu den grösseren Gewinnern im SMI/SL-Tableau gehörten nach Zahlen zum Geschäftsjahr 2011 die Titel von Swiss Re (+2,6%). Der weltweit zweitgrösste Rückversicherer hatte einen klar höheren Reingewinn erzielt als von Analysten geschätzt. Ausserdem konnte in der Erneuerungsrunde im Januar das Prämienvolumen um 20% gesteigert werden. Beides wurde entsprechend in Analystenkreisen gelobt. Auch die Aussicht auf eine mögliche Sonderdividende habe dem Titel Rückenwind gegeben, hiess es. Mit der Kursentwicklung machte der Titel weg, was er am Vortag eingebüsst hatte (-2,7%).

Die Nachrichtfront im SMI/SLI-Segment blieb bis auf Swiss Re sehr ruhig. Einzig ABB (-0,5%) vermeldete noch News: Der Energietechnik- und Automationskonzern hatte in den USA einen Auftrag über 90 Mio USD akquiriert. Der Auftrag umfasst die Lieferung einer Stromübertragungslösung an die American Transmission Co.

Im Fokus standen auch die Titel von Swisscom (-0,2%): Am Mittwoch gingen nach über zwei Wochen die Versteigerung aller Mobilfunkfrequenzen zu Ende. Der Telekomanbieter bezeichnete die Auktion als «erfolgreich» und bezahlte für die ersteigerten Frequenzen 360 Mio CHF.

Ein gemischtes Bild zeigte sich bei den Zyklikern: Während Kühne+Nagel (+1,6%) und SGS (+0,8%) zu den Gewinnern zählten, standen Logitech (-1,4%), Geberit (-0,5%), Adecco (-1,0%) und Lonza (-1,1%) unter Abgabedruck. Die Papiere von Schindler (-0,7%) wurden am Berichtstag von Gewinnmitnahmen belastet.

Uneinheitlich zeigten sich auch grosskapitalisierten Werte. Novartis (-0,1%) und Nestlé (unv.) holten bis zum Börsenschluss die Verluste vom Nachmittag wieder auf. Roche (+0,8%) schlossen deutlich im Plus.

Bei den Finanzwerten notierten Julius Bär (+0,4%), UBS (+0,2%) und ZFS (+0,1%) im Plus. Dagegen standen Bâloise (-1,7%), Credit Suisse (-1,3%) und Swiss Life (-0,2%) unter Abgabedruck.

Neuigkeiten gab es vor allem von Unternehmen aus dem breiten Markt. So hatte etwa der Industriekonzern Sulzer (+3,7%) Zahlen veröffentlicht und dabei bezüglich Umsatz und Reingewinn die Erwartungen deutlich übertroffen.

Auch die Basler Privatbank Sarasin (-0,4%), deren Mehrheit vor wenigen Monaten an die Safra-Gruppe verkauft wurde, trat mit Zahlen an die Öffentlichkeit. Das Wachstum hatte sich im vergangenen Jahr stark abgeschwächt. Enttäuscht hatten einmal mehr Kudelski (-3,2%) mit Zahlen unter den Erwartungen.

Meyer Burger (-5,9%) litten unter den Entscheiden der deutschen Politik bezüglich der Kürzung der Solarförderung. Die grössten Verlierern waren aber Mindset mit -9,9%, dagegen sprangen die volatilen Titel von Mondobiotech mit 83% an die Tabellenspitze. (awp/mc/ps)

SIX Swiss Exchange

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.