CH-Schluss: Leichter – Warten auf Bundestag

CH-Schluss: Leichter – Warten auf Bundestag

Zürich – Der Handel am Schweizer Aktienmarkt hat am Mittwoch über weite Strecken einer Achterbahnfahrt geglichen. Der Standardwerte-Index wechselte dabei mehrfach zwischen negativem und positivem Terrain hin und her. Zum Schluss drehte dann der hiesige Handelsplatz, belastet durch eine schwächelnde US-Börse, ins Minus. Das Thema EU-Schuldenkrise werde mit dem Fokus auf Griechenland weiter mit grosser Nervosität verfolgt, sagten Börsianer. Nach Gerüchten dazu war wieder etwas Pessimismus zurückgekehrt – einige unsichere Anleger realisierten daraufhin nach der deutlichen Erholung in den letzten beiden Handelstagen erst mal Gewinnmitnahmen.

Zudem würden sich die Anleger vor der am Donnerstag anstehenden Abstimmung im deutschen Bundestag zum Eurorettungsschirm zurückhalten. Beruhigen würde dabei nur eine klare Zustimmung des deutschen Parlamentes, da ansonsten die deutsche Bundeskanzlerin die Euro-Rettung nicht mehr so deutlich vertreten könnte, heisst es aus Händlerkreisen.

Der SMI verlor bis Börsenschluss 0,23% auf 5’551,65 Punkte. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) gab um 0,69% auf 831,37 Punkte nach und der Swiss Performance Index (SPI) sank um 0,31% auf 5’035,58 Punkte.

Von den Schwergewichten, welche lange Zeit den SMI gestützt haben, gaben die meisten ihre Gewinne bis Handelsschluss wieder ab. Einzig Novartis (+1,0%) schlossen klar im Plus, während Roche (unv.) und Nestlé (+0,1%) am Ende kaum verändert notierten. Der Nahrungsmittelkonzern ernennt Wan Ling Martello zur neuen Finanzchefin. Sie folgt Anfang April 2012 auf Jim Singh. Analysten berichten von einem neuen Kapitel das bei Nestlé aufgeschlagen werde. Wan Ling Martello werde viel Wissen über Finanzen, Wachstumsmärkte, Einzelhändler und eCommerce einbringen.

Die Banktitel der UBS (-2,2%) und der CS (-1,1%) verbilligten sich, nachdem Berichte über eine höhere Beteiligung der Banken am zweiten Hilfspaket für Griechenland die Finanztitel weltweit belasteten. Etwas besser hielten sich Assekuranzwerte, wo ZFS (+0,5%) hinzugewannen. Die Analysten von Exane BNP Paribas hatten im Rahmen einer Studie zur Versicherungsbranche das Analgerating für ZFS auf «Neutral» von bisher «Underperform» angehoben. Auch Bâloise (+0,4%), Swiss Re (+0,1%) und Swiss Life (+1,6%) schlossen auf der Gewinnerseite.

Actelion (+3,0%) waren Tagessieger. Der Hedgefunds Elliott reduzierte seine Beteiligung, was am Markt sehr positiv aufgenommen wurde. Neu hält Elliott noch eine Beteiligung von unter 3%. Anfang Mai ist Elliott mit seinen Anträgen an der Generalversammlung von Actelion abgeblitzt. Der Hedgefund wollte insbesondere mit der Abwahl bisheriger VR-Mitglieder und Zuwahl sechs eigener Kandidaten, faktisch die Kontrolle über das Unternehmen übernehmen.

Deutlich nach unten ging es bei konjunktursensitiven Papieren, wo Sonova (-3,6%), Holcim (-2,8%), Transocean (-2,0%) oder ABB (-1,4%) klar Federn liessen. Givaudan (-3,4%) wurden zudem von Abstufungen belastet. Die Citigroup senkt die Titel auf «Sell» von «Hold». Die Analysten führen eine herausforderenden Geschäftsumfeldes und einer schwindende Kundenzuversicht ins Feld und senken zudem die Gewinnprognosen. Die UBS stuft die Aktien auf «Neutral» von «Buy» zurück. Die Anpassung reflektiere eine Abschwächung des Umsatzwachstums in Erwartungen einer Abschwächung der globalen Wachstumsraten, so die Experten.

Clariant (-3,8% auf 8,33 CHF) markierten klar das Schlusslicht. Die Analysten der UBS erwarten, dass sich das Volumenwachstum für den Spezialitätenchemiehersteller abschwächen wird. Entsprechend senkten die Experten in einer Studie ihre EPS-Schätzungen 2011 und 2012 um 14% respektive 26%. Das Kursziel wurde auf 17 (20) CHF verringert.

Bei den Nebenwerten verliessen ADB (-4,9%) ganz unten im Kurstableau den Handel. Die Titel und konnten nicht von einem neuen Liefervertrag profitieren. Der Hersteller von TV-Empfangsgeräten baut das Geschäft mit dem litauischen Kunden Teo LT aus. Hingegen gewannen Schlatter (+16,7%) massiv hinzu, nachdem sie in der ersten Handelshälfte noch tief im Roten Bereich notiert hatten. (awp/mc/ps)

SIX Swiss Exchange

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