CH-Schluss: Dank defensiven Werten fest – AMS etwas unter Druck

Boerse

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat am Montag nach einem verhaltenen Start im Verlauf zunehmend Fahrt aufgenommen und deutlich höher geschlossen. Getragen wurde der Anstieg zu einem guten Teil von den defensiven Schwergewichten. Nach der schwachen Vorwoche habe der Markt die Erholung, die am Freitag eingesetzt hatte, zum Beginn der neuen Woche fortgeschrieben, hiess es im Markt. Die Marktteilnehmer verhielten sich aber vorsichtig.

Im weiteren Wochenverlauf stehen die Gespräche zwischen den USA und China auf der Agenda. Da Zweifel an einem Durchbruch bestünden, hätten die Anleger nicht mit beiden Händen zugelangt, hiess es. Zudem bekundeten die Marktteilnehmer Mühe bei der Einordnung der Konjunkturzahlen der Vorwoche. Die Zahlen hätten sowohl die Konjunktursorgen gestützt, als auch Zinssenkungsfantasien bestärkt. Am Morgen meldete die deutsche Industrie beim Auftragseingang erneut einen Rückgang und der Sentix-Konjunkturindex fiel auf den tiefsten Stand seit 2013. „Letztlich hat sich nun aber die Meinung durchgesetzt, dass schwache Daten gut für den Markt sind, weil sie die Zinssenkungserwartungen anheizen“, sagte ein Händler.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss um 0,88 Prozent höher auf 9’914,06 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) stieg ebenfalls um 0,88 Prozent auf 1’508,79 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,88 Prozent auf 12’075,22 Punkte. Von den 30 wichtigsten Aktien schlossen 28 fester, ABB waren unverändert und einzig AMS gaben nach.

Gefragt waren vor allem defensive Werte. Aus der Gesundheitsbranche rückten allen voran die Aktien von Vifor um 5,0 Prozent vor und markierten en Jahreshoch. Der Titel profitierte laut Händlern von positiven Aussagen des Präsidenten Etienne Jornod in der „Finanz und Wirtschaft“ vom Wochenende.

Roche gewannen 0,9 und Nestlé 0,9 Prozent. Novartis legten ebenfalls um 0,9 Prozent zu. Der Pharmakonzern legte positive Daten zu seiner Gentherapie Zolgensma vor. Mit Alcon (+0,9%), Givaudan (+1,1%) und Lonza (+0,7%) waren weitere wenig konjunkturabhängige Titel gesucht.

Die Aktien von Sika gewannen 3,6 Prozent. Der Titel profitierte von Anschlusskäufen und positiven Analystenkommentaren, nachdem der Bauchemiekonzern am Freitag an einer Investorenkonferenz seine Ziele hochgeschraubt hatte.

Mit den Papieren des Personalvermittlers Adecco (+0,6%), des Logistikriesen Kühne+Nagel (+0,9%) und des Zementkonzerns LafargeHolcim (+1,1%) reihten sich weitere Zykliker bei den Gewinnern ein.

Die Assekuranz-Titel Zurich (+1,3%) und Swiss Re (+1,2%) standen ebenfalls oben auf den Kauflisten. Versicherer würden wegen ihrer oft attraktiven Dividendenrendite als Absicherung in turbulenten Marktphasen gesucht, hiess es.

Die Grossbanken CS (+0,7%) und UBS (+0,4%) zogen im Verlauf zwar ebenfalls an, hinkten aber dem Gesamtmarkt hinterher.

Einzige Aktie mit Kursabschlag war AMS (-0,9%). Nachdem die Übernahmepläne für Osram gescheitert sind, bewegten sich die Aktien des Halbleiterherstellers in einer breiten Spanne. Nach einem festen Start drehte der Kurs im Verlauf stark ins Minus, bevor sich der Kurs dann deutlich über den Tiefstwerten einpendelte und den Handel um weniger als ein Prozent tiefer beendete. Die Anleger seien uneins, wie es nun in der „Causa Osram“ weitergehe.

ABB machten zum Schluss die Verluste wett. ABB hatten in der vergangenen Woche rund 7 Prozent eingebüsst. Analysten äusserten vor den anstehenden Zahlen zum dritten Quartal Skepsis.

Am breiten Markt fielen die Aktien von Aryzta mit einem Minus von 2,7 Prozent auf. Händler sprachen einerseits von Gewinnmitnahmen nach dem Kurssprung vom Freitag. Der Backwarenkonzern hatte am Freitag den Verkauf der 49-Prozent-Beteiligung an der französischen Piccard-Gruppe angekündigt. Anderseits kippten Anleger am Tag vor der Veröffentlichung des Jahresergebnisses den Titel aus den Depots, hiess es.

Etwas schwächer waren Sunrise (-0,6%). Die Anlagestiftung Ethos sprach sich für die umstrittene UPC-Übernahme durch Sunrise aus und empfahl den Aktionären, der dafür vorgesehenen Kapitalerhöhung zuzustimmen. Dagegen ist vor allem Hauptaktionär Freenet. Rivale Swisscom legte dagegen um 0,2 Prozent zu. (awp/mc/ps)

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