CH-Verlauf: Weiter leicht fester

CH-Verlauf: Weiter leicht fester

Zürich – Die Schweizer Börse zeigt sich am letzten Handelstag dieses Jahres um Mittag weiterhin leicht fester. An Impulsen und Unternehmensnews fehlt es saisongemäss weitgehend. «In der Regel geht der Markt an sehr umsatzschwachen Tagen nach oben, wenn es keine negativen Nachrichten gibt», sagte ein Händler zur Kursentwicklung. Negative News fehlen und so verharrt der Leitindex SMI bisher in einer enger Bandbreite von rund 15 Punkten. Damit lässt der SMI seit den Kursanstiegen ab Ende November das Jahr auf einer versöhnlichen Note ausklingen.

Zu der weiter schwelenden Eurokrise äusserte sich zudem der Deutsche Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble zuversichtlich. Der Minister hatte sich im «Handelsblatt» erneut für eine schnelle Ausstattung des dauerhaften Euro-Rettungsfonds ESM mit Barmitteln ausgesprochen und zeigte sich bei der Frage nach einer Lösung in der Euro-Schuldenkrise optimistisch. «Ich glaube, dass wir in den nächsten zwölf Monaten soweit sind, dass wir die Ansteckungsgefahren gebannt und die Euro-Zone stabilisiert haben werden», sagte er.

Der SMI steht um 12.00 Uhr um 0,40% höher bei 5’920,37 Punkten. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) steigt um 0,47% auf 874,81 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,39% auf 5’330,45 Punkte.

Im Rahmen der Ende November begonnenen Erholungsphase hat der SMI im Dezember bis zu Handelsschluss am Donnerstag rund 240 Punkte oder knapp 4,5% an Boden gut gemacht. Im Jahresvergleich verliert der der Leitindex dennoch um rund 540 Punkte oder knapp 8,5%. Damit kommt der hiesige Markt dank der Kursentwicklung der im SMI stark gewichteten defensiven Titel vergleichsweise gut weg: Der DAX sinkt bisher um knapp 15,5% und der CAC 40 um knapp 18%; die asiatischen Indizes schlossen das Jahr teils ebenfalls deutlicher im Minus. Hingegen verliert der FTSE «nur» um gut 5,5%. In den USA dürfte der Dow-Jones-Index das Jahr jedoch in der Gewinnzone abschliessen.

Am meisten gesucht sind wie oft in einem freundlichen Umfeld insgesamt konjunktursensitive Valoren; die ansonsten ebenfalls häufiger gekauften Finanztitel sowie die defensiven Werte entwickeln sich in der Regel durchschnittlich. An der Spitze im SMI/SLI finden sich die am Vortag deutlicher zurück genommenen spätzyklischen Schindler PS (+1,7%).

Grössere Gewinne erzielen zudem die zyklischen Adecco (+1,4%), Holcim (+1,4%), Lonza (+1,3%), Nobel Biocare (+1,1%) und Geberit (+1,1%).

Unter den defensiven Werten verbuchen Actelion (+1,2%) und Swisscom (+0,9%) grössere Avancen. In Actelion wird angesichts der jüngsten Kursentwicklung der Titel über Stützungskäufe von Seiten des Pharma-Unternehmens spekuliert.

Demgegenüber entwickeln sich die Index-Schwergewichte Novartis und Nestlé (je +0,5%) durchschnittlich; Roche (-0,1%) liegen leicht im Minus. Roche GS sind allerdings dieses Jahr unter den SMI-/SLI-Werten – neben den vor der Übernahme durch Johnson & Johnson stehenden Synthes (+24% im Jahresvergleich) und Syngenta (minim im Plus) – mit +16% die einzigen Kursgewinner.

Unter den Finanztiteln haben die Assekuranzvaloren Swiss Life (+0,8%) und Bâloise (+0,7%) die Nase vorne, vor ZFS (+0,5%) und Swiss Re (unv.). Die Grossbankvaloren UBS und CS (je +0,5%) legen durchschnittlich zu.

Kursverluste verbuchen Logitech (-0,9%) infolge von Gewinnmitnahmen nach den Avancen des Vortages. Ebenfalls im Minus liegen Julius Bär und Transocean (je -0,2%) sowie Synthes (-0,1%).

Im breiten Markt gilt das Interesse der Anleger wiederum den Titeln von Petroplus (+3,7%). Gut informierten Kreisen zufolge soll der Raffinerie-Betreiber eine vorläufige Vereinbarung gefunden haben, um den Betrieb vorderhand sicherstellen zu können. Am vergangenen Dienstag hatte Petroplus mitgeteilt, dass Banken abrufbare Kredite von rund 1 Mrd USD eingefroren hätten und das Unternehmen bald kein Rohöl zur Verarbeitung mehr einkaufen könne.

Nach oben geht es auch für Swissmetal (+6,4%), wo wohl über die weitere Entwicklung in der Nachlassstundung spekuliert wird. Verluste erleiden indessen u.a. Newron (-4,8%) und Sopracenerina (-4,3%). (awp/mc/pg)

SIX Swiss Exchange

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.