Devisen: Euro gibt etwas nach – EUR/CHF tiefer nach Q2-Devisenbericht der SNB

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(Photo by Immo Wegmann on Unsplash)

Frankfurt – Der Euro hat am Freitag etwas nachgegeben. Am Mittag kostet die Gemeinschaftswährung 0,9763 US-Dollar. Am Vormittag hatte sie noch über der Marke von 0,98 Dollar notiert. An den beiden Vortagen hatte sich der Euro noch von vorherigen Verlusten erholt.

Auch zum Schweizer Franken notiert die Gemeinschaftswährung mittlerweile etwas schwächer. Das Währungspaar steht bei 0,9565. Im Tageshoch hatte ein Euro noch 0,9623 Franken gekostet. Am Morgen publizierte die Schweizer Nationalbank (SNB) Daten über ihre Devisenmarktinterventionen im zweiten Quartal. Sie zeigen, dass die Währungshüter ihre Devisenkäufe zur Schwächung des Frankens im zweiten Quartal eingestellt haben. Im Gegenteil: Die Notenbank hat im Zeitraum April bis Juni erstmals Devisen im Wert von fünf Millionen Franken verkauft.

Der US-Dollar zog am Freitagvormittag gegenüber dem Franken etwas. Der Greenback geht aktuell zu 0,9797 Franken um was in etwa dem Vortagesniveau entspricht.

Derweil hält der starke Preisauftrieb in der Eurozone an. Im September erhöhten sich die Konsumentenpreise gegenüber dem Vorjahresmonat um 10,0 Prozent. Dies ist der stärkste Anstieg seit Einführung des Euro als Buchgeld im Jahr 1999. Die Rate fiel etwas höher als erwartet aus.

«Der unterliegende Preisauftrieb wird kaum nachlassen», kommentiert Christoph Weil, Ökonom bei der Commerzbank. «Gleichzeitig mehren sich die Anzeichen für eine deutliche Verstärkung des Lohnauftriebs.» Um die Inflation zu brechen, werde die EZB die Leitzinsen weiter kräftig erhöhen müssen. Bis zum Frühjahr 2023 erwartet Weil eine Anhebung des Einlagensatzes auf 3,0 Prozent.

Trotz der erwarteten Zinserhöhungen bleibt der Euro angeschlagen. Schliesslich fielen Konjunkturdaten aus der Eurozone zuletzt schwächer aus als in den USA. Die Leitzinsen könnten möglicherweise also nicht so deutlich steigen wie dort. Die bisherige Abhängigkeit von russischer Energie und die Nähe zum Ukraine-Krieg machen die europäische Wirtschaft anfälliger.

In den USA wird am Nachmittag das von der US-Notenbank Fed präferierte Inflationsmass PCE erwartet. Zum anderen gibt die Uni Michigan ihr monatliches Konsumklima bekannt. Die Veröffentlichung beinhaltet auch neue Zahlen zu den Inflationserwartungen der Verbraucher, die von der Federal Reserve in ihrer Geldpolitik stark beachtet werden. (awp/mc/pg)

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