Devisen: Euro und Franken unter Druck zum US-Dollar

Devisen: Euro und Franken unter Druck zum US-Dollar
Eurokurs, Euron-Noten (Bild: © Delphotostock / AdobeStock)

Frankfurt – Der US-Dollar hat am Dienstag im Nachmittagshandel angesichts einer hohen Verunsicherung an den Finanzmärkten zugelegt. Am Nachmittag kostete der Euro 1,1739 US-Dollar, nachdem es am Morgen zeitweise noch über 1,18 Dollar gewesen waren.

Auch der Franken büsste zum Greenback klar an Terrain ein. Das USD/CHF-Währungspaar wurde am frühen Abend zu 0,9141 gehandelt nach 0,9095 am frühen Morgen. Für EUR/CHF errechnen sich daraus relativ stabile Kurse von 1,0731 Franken nach 1,0732 Franken am Morgen.

Der US-Dollar profitiere von der Verunsicherung an den Finanzmärkten, heisst es. So warte der Markt noch immer auf Fortschritte in den Verhandlungen um ein neues Corona-Konjunkturprogramm in den USA, wobei die Hoffnungen zuletzt gesunken sind. In der Eurozone sorgten gleichzeitig die hohe Zahl an Neuinfektionen mit dem Corona-Virus für Nervosität.

Ernüchterung bei ZEW-Konjunkturerwartungen
Die hohe Zahl an Neuinfektionen hat auch die Konjunkturerwartungen des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) für Deutschland im Oktober belastet. Die Stimmung der befragten Finanzmarktexperten trübte sich deutlich stärker als erwartet ein. „Nach der fulminanten wirtschaftlichen Aufholjagd im dritten Quartal herrscht nun vielerorts Tristesse“, sagte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. Auch ohne einen Lockdown werde die steigende Zahl an Neuinfektionen das Konsumverhalten belasten. Es sei zwar kein massiver Wachstumseinbruch zu befürchten, aber ein leicht rückläufiges Bruttoinlandsprodukt sei zum Jahresende nicht auszuschliessen.

Die etwas weniger pessimistische Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) für die Weltwirtschaft bewegte den Devisenmarkt kaum. Die globale Wirtschaft dürfte demnach den Corona-Schock etwas besser verkraften als zunächst befürchtet. „Wir gehen von einer etwas weniger heftigen, aber immer noch tiefen Rezession aus“, sagte IWF-Chefvolkswirtin Gita Gopinath.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,90591 (0,90598) GBP und 124,38 (124,41) japanische Yen fest.

Die Feinunze Gold (31,1 Gramm) wurde am Nachmittag in London mit 1891 Dollar gehandelt. Das sind rund 31 Dollar weniger als am Vortag. (awp/mc/ps)

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