Devisen: Euro legt leicht zu – auch EUR/CHF höher

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(Photo by Ibrahim Boran on Unsplash)

Frankfurt – Der Euro ist am Montag bis zum Mittag leicht gestiegen. Zuletzt kostet die Gemeinschaftswährung 1,0537 US-Dollar und damit moderat mehr als am Morgen.

Auch gegenüber dem Franken gewinnt der Euro an Wert und kostet aktuell 1,0465 nach 1,0433 Franken im Frühgschäft. Derweil wird der US-Dollar mit 0,9932 zum Franken wenig verändert gehandelt. In der Nacht auf Montag hat der Dollar erstmals seit Ende 2019 die Marke von 99 Rappen wieder überwunden.

Die Franken-Dollar-Parität, die letztmals 2019 bestand, ist nicht mehr weit entfernt, heisst es im Kommentar der St. Galler Kantonalbank. Handelsgewichtet habe der Greenback seit Jahresbeginn damit 13 Prozent zugelegt. Der Dollar profitiere von den raschen Zinserhöhungen des Fed und der dadurch steigenden Zinsdifferenz zur Eurozone und zu Japan. «Dadurch fliesst viel Kapital zurück in die USA, üblicherweise auch und vor allem aus den Schwellenländern», sagt Thomas Stucki, CIO der SGKB. Doch der Höhenflug habe seine Grenzen, weil sich die Märkte bald an die höheren Zinsen gewöhnen würden. Ein Rückfall des Dollar-Kurses zum Franken in Richtung 0,92 sei wahrscheinlicher als ein dauerhafter Anstieg deutlich über die Parität, so Stucki weiter.

Der Euro hat sich wieder etwas von seinem Ende April markierten Fünfjahrestief von 1,0471 Dollar entfernt. Die US-Währung profitiert schon seit einiger Zeit von der Aussicht auf deutlich höhere Leitzinsen in den Vereinigten Staaten. Die US-Notenbank Fed hat wegen der hohen Inflation die Zinswende eingeleitet und wird diese nach Meinung vieler Experten mit raschen und deutlichen Schritten fortsetzen. Die EZB dürfte wesentlich vorsichtiger vorgehen, wird erwartet.

Zu Wochenbeginn stehen nur wenige Wirtschaftsdaten mit grösserer Bedeutung auf dem Programm. Die Sentix-Konjunkturstimmung für den Euroraum trübte sich im Mai nach Daten vom Vormittag erneut ein und fiel auf ein Zweijahrestief. Auch in anderen Weltregionen wie den USA verschlechterte sich die Stimmung weiter. Die ökonomischen Spuren des Ukraine-Kriegs würden immer sichtbarer, kommentierte Sentix die Entwicklung. In Deutschland fiel der Unterindikator für die Konjunkturerwartungen auf ein Rekordtief. (awp/mc/pg)

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