Devisen: Eurokurs erholt sich – Rubel reagiert kaum auf Zinssenkung

Devisen
(Photo by Ibrahim Boran on Unsplash)

Frankfurt – Der Euro ist am Freitag erneut unter Druck geraten. Am Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung kurzzeitig 1,0837 US-Dollar, was der niedrigste Stand seit Anfang März ist. Danach hat er sich aber wieder etwas gefangen und lag zuletzt bei 1,0867 US-Dollar.

Gegenüber dem Schweizer Franken tendiert der Euro praktisch unverändert bei zuletzt 1,0161. Und auch der Dollar lag zum Schweizer Franken zuletzt fast gleichauf mit den Kursen vom frühen Morgen und Vormittag bei 0,9351 Franken. Das USD/CHF-Paar hatte allerdings am Nachmittag analog zum USD/EUR-Kursrutsch kurzzeitig auf ein Tageshoch von 0,9375 angezogen.

Druck auf den Euro übt seit einiger Zeit die Geldpolitik der US-Notenbank aus. Die Federal Reserve steht nach eigenem Bekunden und nach Meinung vieler Beobachter vor einer Serie von Zinsanhebungen. Hintergrund ist die hohe Inflation von zuletzt fast acht Prozent. Die absehbar straffere Ausrichtung der US-Geldpolitik stärkt den Dollar, da die EZB vorsichtiger vorgeht und ihre Zinsen erst zum Jahresende anheben will.

Neben dem Ukraine-Krieg sorgt die anstehende Präsidentschaftswahl in Frankreich für Verunsicherung. Eine Wiederwahl des proeuropäischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron gilt nicht mehr als sicher. So hat seine wichtigste Herausforderin, die Rechtspopulistin Marine Le Pen, laut Meinungsumfragen aufgeholt. Am Sonntag steht die erste Runde an. Andere Kandidaten dürfte kaum eine Chance auf die Stichwahl haben.

Russische Notenbank senkt Leitzins
Der russische Rubel hat unterdessen kaum auf eine Zinssenkung der Notenbank reagiert. Der Leitzins wurde um 3,0 Prozentpunkte auf 17,0 Prozent reduziert. Die Zinsentscheidung kam überraschend. Die Notenbank stellte weitere Zinssenkungen in Aussicht.

Noch Ende Februar hatte die russische Zentralbank den Zins drastisch auf 20 Prozent angehoben. Sie reagierte damit auf die Sanktionen des Westens, die nach dem Beginn des Kriegs gegen die Ukraine beschlossen wurden. Mit ihrer Zinserhöhung wollte die Notenbank damals der Abwertung der Landeswährung Rubel und Inflationsgefahren entgegenwirken. Zuletzt hat sich der Rubel aber deutlich erholt. Er liegt nun aktuell wieder auf dem Niveau von vor dem Kriegsbeginn.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,83355 (0,83450) britische Pfund und 134,87 (135,32) japanische Yen fest.

Die Feinunze Gold kostete am Nachmittag in London 1946 Dollar. Das war rund 14 Dollar mehr als am Vortag. (awp/mc/ps)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.