Devisen: Euro steigt über 1,23 Dollar

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(Foto: Pixabay)

Frankfurt – Der Euro hat am Freitag von einer breit angelegten Schwäche des US-Dollar profitiert. Am späten Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung bis zu 1,2333 Dollar. Das war fast ein Cent mehr als das Tagestief. Zuletzt waren es noch 1,2313 Dollar.

Gegenüber dem Schweizer Franken legte der Euro am Freitag ebenfalls zu. Am späten Nachmittag geht die Gemeinschaftswährung bei 1,1550 CHF um. Der US-Dollar gab dagegen zum Franken etwas nach und kostet am Freitag-Nachmittag 0,9380 CHF.

Seit US-Präsident Donald Trump am Donnerstagabend die seit langem erwarteten Schutzzölle für Stahl- und Aluminium-Importe angekündigt hat, steht der Dollar unter Druck. Seither hat der Euro im Verhältnis zur US-Währung fast zwei Cent an Wert gewonnen. Aber auch zu vielen anderen Währungen musste der Dollar Federn lassen.

Mit den Zöllen will Trump die Arbeitsplätze der etwa 85’000 amerikanischen Stahlarbeiter sichern und der darbenden Branche neues Leben einhauchen. Ökonomen sehen aber Probleme: Unternehmen, die Stahl und Aluminium verarbeiteten, etwa aus der Autoindustrie, seien für die US-Wirtschaft viel wichtiger als die Stahlindustrie an sich, sagte Commerzbank-Ökonom Bernd Weidensteiner. Für die verarbeitenden Unternehmen aber steigen die Kosten durch die Zölle. «Dadurch könnten in diesen Branchen mehr Stellen verloren gehen, als in der Stahl- und Aluminiumbranche durch den Zollschutz gesichert werden können.»

Trump gibt sich seiner Sache sicher
Zahlreiche Fachleute hoben zudem die Gefahr eines internationalen Handelskonflikts hervor, falls andere Länder mit Gegenmassnahmen reagieren. Schlimmstenfalls drohe ein Zusammenbruch der Welthandelsordnung, mit fatalen Folgen für die exportorientierte deutsche Wirtschaft, warnte Jürgen Matthes vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW). Trump dagegen ist sich sicher, dass die USA jeden Handelskonflikt gewinnen, weil sie aus vielen Ländern mehr importieren als sie dorthin exportieren. Volkswirte weisen diese Sichtweise überwiegend zurück, weil Handel kein Nullsummenspiel, sondern für Export- wie Importländer oft von Vorteil sei.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,89320 (0,88520) GBP und 129,77 (129,98) JPY fest.

Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1322,30 (1307,75) Dollar gefixt. (awp/mc/ps)

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