Devisen: Euro nach starken US-Konjunkturdaten unter Druck

Devisen
(Foto: Pixabay)

Frankfurt – Der Euro ist am Freitag nach starken US-Konjunkturdaten unter Druck geraten. Am Nachmittag kostet die Gemeinschaftswährung 1,1862 US-Dollar. Am Vormittag war sie kurzzeitig noch über 1,19 Dollar gestiegen.

Auch zum Franken ermässigt sich der Euro leicht auf 1,0746 von 1,0775 Franken im frühen Handel. Derweil schwächt sich auch der Dollar zum Franken ein wenig ab und kostet aktuell noch 0,9060 nach 0,9071 Franken am Morgen.

Am Nachmittag stützten eine Reihe von robusten Konjunkturdaten aus den USA den Dollar. So hat die Konsum- und Einkommensentwicklung in den USA im Juni die Märkte positiv überrascht. Auch das von der Universität Michigan erhobene Verbrauchervertrauen sowie die Geschäftsklima in der Region Chicago fielen besser als erwartet aus.

Das Wirtschaftswachstum in der Eurozone fiel im 2. Quartal auch stärker als erwartet aus, bewegte die Devisenkurse aber nicht besonders stark. Der Währungsraum insgesamt und seine Mitgliedstaaten erholten sich im Frühjahr von den schwachen Wintermonaten. Analysten führten die Entwicklung vor allem auf geringere Corona-Beschränkungen zurück, wovon vor allem die Dienstleister profitierten. In Deutschland blieb das Wachstum hinter den Erwartungen zurück.

In der Eurozone ist die Inflationsrate unterdessen im Juli über die Marke von zwei Prozent gestiegen. Im Jahresvergleich legten die Verbraucherpreise um 2,2 Prozent zu. Dies ist die höchste Inflationsrate seit Oktober 2018. Getrieben wurde die Inflation durch steigende Energiepreise und Materialkosten. Die EZB strebt auf mittlere Sicht eine Inflationsrate von zwei Prozent an. «Von einem breit angelegten Preisauftrieb kann bislang nicht die Rede sein», kommentierte Ulrich Wortberg, Analyst bei der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). «Vor diesem Hintergrund gibt es für die EZB keinen Grund, von ihrer expansiven Geldpolitik abzurücken.» Die Auswirkungen auf den Euro hielt sich daher in Grenzen.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,85140 (0,85080) britische Pfund und 130,39 (130,41) japanische Yen fest. Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 1822 Dollar gehandelt. Das waren etwa 6 Dollar weniger als am Vortag. (awp/mc/pg)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.