Devisen: Euro fällt deutlich unter 1,23 US-Dollar

Eurokurs
(Bild: © Niffylux - www.niffylux.com)

Frankfurt – Der Kurs des Euro ist am Dienstag deutlich unter die Marke von 1,23 US-Dollar gefallen. Die Aussicht auf weiter steigende Zinsen in den USA und unerwartet starke US-Konjunkturdaten sorgten für Auftrieb beim Dollar. Im Gegenzug fiel der Euro am Nachmittag auf ein Tagestief bei 1,2237 Dollar.

Auch gegenüber dem Schweizer Franken gab der Euro am Dienstag nach. Die Gemeinschaftswährung verlor beinahe einen halben Rappen und geht am späten Nachmittag bei 1,1510 CHF um. Der US-Dollar legte dagegen auch zum Franken zu und kletterte über die Marke von 0,94 CHF. Am Dienstag-Nachmittag kostet der Dollar 0,9406 CHF.

Seit dem Morgen ist der Euro damit um etwa einen Cent gefallen. Dazu beigetragen hat der erste wichtige Auftritt von Jerome Powell als neuer Chef der US-Notenbank Fed. Der Nachfolger von Janet Yellen an der Spitze der Fed hatte vor dem US-Kongress versichert, dass er am geldpolitischen Kurs festhalten wird. Trotz der jüngsten Turbulenzen an den Finanzmärkten werden die Zinsen in den USA weiter schrittweise steigen, wobei der Markt fest mit dem nächsten Zinsschritt im März rechnet.

Starke US-Daten stützen Dollar
Weiteren Auftrieb erhielt der Dollar durch unerwartet starke US-Konjunkturdaten, während der Euro im Gegenzug erneut unter Druck geriet. Am Nachmittag wurde bekannt, dass die Konsumlaune der Amerikaner im Februar den besten Wert seit November 2000 erreicht hatte. Dagegen konnten enttäuschende Daten zum amerikanischen Auftragseingang den Dollar nicht belasten.

Während die USA auf weitere Zinserhöhungen zusteuern, spricht die Preisentwicklung in führenden Volkswirtschaften der Eurozone weiterhin gegen ein Ende der Nullzinspolitik der EZB. Im Februar war die Inflation in Deutschland schwächer als erwartet ausgefallen und lag mit 1,4 Prozent so niedrig wie seit November 2016 nicht mehr. „Höhere Zinsen bleiben vorerst nichts weiter als ein frommer Wunsch“, kommentierte der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel. Für einen deutlichen Kurswechsel in der Geldpolitik fehle es EZB-Präsident Mario Draghi vor dem Hintergrund der schwachen Inflation schlicht an gewichtigen Argumenten.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,88400 (0,87820) GBP und 131,77 (131,60) JPY fest.

Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1325,75 (1333,50) Dollar gefixt. (awp/mc/ps)

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