EZB-Paket belastet den Euro nur vorübergehend

EZB-Paket belastet den Euro nur vorübergehend

Frankfurt – Das umfassende Paket der Europäischen Zentralbank (EZB) zur Stützung der Konjunktur hat den Eurokurs am Donnerstag nur vorübergehend belastet. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde am Nachmittag mit 1,1052 US-Dollar etwas über dem Stand vom Morgen gehandelt, das Tagestief am Nachmittag hatte bei 1,0927 gelegen.

Das Währungspaar EUR/CHF fiel von klar über 1,09 zwischenzeitlich bis auf 1,0852, erholte sich dann aber ebenfalls wieder und kostete zuletzt 1,0950. Für USD/CHF ergibt das zuletzt 0,9906 und damit etwas weniger als am Morgen.

Die EZB beschloss eine Reihe von Massnahmen, um die schwächelnde Konjunktur zu stützen. So wurde der Zinssatz für Banken, die Geld bei der Notenbank parken wollen, noch weiter in den negativen Bereich gesenkt. Zudem beschloss die EZB neue Käufe von Anleihen. Die wirtschaftliche Abkühlung sei stärker ausgefallen als erwartet, begründete Draghi die Entscheidung. Er verwies zudem auf anhaltende Risiken für den wirtschaftlichen Ausblick wie den Handelskonflikt zwischen den USA und China sowie die gewachsene Gefahr eines ungeordneten Brexits.

Der Euro geriet daraufhin zunächst merklich unter Druck. Er machte seine Verluste jedoch rasch wieder wett. Draghi hält die Gefahr einer Rezession in der Eurozone für niedrig, auch wenn diese zuletzt zugenommen habe. Dies hat dem Euro laut Händlern wieder Auftrieb gegeben. Wenn eine Volkswirtschaft zwei Quartale in Folge schrumpft, sprechen Ökonomen von einer Rezession.

Draghi betonte zudem, dass es nicht das Ziel der EZB sei, den Wechselkurs des Euro zu schwächen. US-Präsident Donald Trump hatte getwittert, dass durch die lockere Geldpolitik der EZB der Euro gegenüber dem „sehr starken Dollar“ abgewertet würde. So würden amerikanische Exporte erschwert.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,88920 (0,89133) britische Pfund und 118,14 (118,51) japanische Yen fest.

Die Feinunze (31 Gramm) Gold wurde in London am Nachmittag mit 1507 US-Dollar gehandelt. Das waren knapp 10 Dollar mehr als am Vortag. (awp/mc/pg)

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