Devisen: Franken legt wieder zu – Zum Euro unter 1,15

Devisen: Franken legt wieder zu – Zum Euro unter 1,15
(Bild: © Delphimages - Fotolia.com)

Frankfurt – Der Schweizer Franken ist am Donnerstagnachmittag an den Devisenmärkten im Umfeld der Unsicherheiten um den Euro sowie die Erhebung von Strafzöllen durch die USA wieder erstarkt. Der Euro fiel zum Franken wieder unter die Marke von 1,15 und notiert derzeit bei 1,1484 Franken. Der Dollar gibt zur Schweizer Währung ebenfalls etwas nach und wird zu 0,9836 Franken gehandelt.

Der Eurokurs hat derweil zum US-Dollar am Donnerstag etwas zugelegt. Am späten Nachmittag wurde die europäische Gemeinschaftswährung mit 1,1677 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1699 (Mittwoch: 1,1632) US-Dollar fest.

Rolle des CHF als sicherer Hafen
Mit den politischen Spannungen in Italien sei der Schweizer Franken zurück in seiner Rolle als sicherer Hafen, schrieb Julius Bär. So lange also die Regierungsbildung andauere, dürfte die Unsicherheit die Wechselkurse von Fluchtwährungen zum Euro auf dem aktuellen Niveau oder sogar höher halten. Für die nächsten drei Monate rechnet die Privatbank noch mit einem Euro-Wechselkurs von 1,10 Franken, nach zuvor 1,20 Franken. In zwölf Monaten erwartet Julius Bär einen Kurs von 1,18 statt 1,22 Franken. Die UBS dagegen bleibt bei der Prognose von 1,22 Franken.

Rom Querelen gehen weiter
In Rom laufen derweil Versuche, eine Neuwahl doch noch abzuwenden. Präsident Sergio Mattarella liess die populistische Fünf-Sterne-Bewegung zunächst ohne Frist weiter mit der rechtspopulistischen Lega verhandeln. Sterne-Chef Luigi di Maio und Lega-Chef Matteo Salvini trafen sich am Nachmittag zu Gesprächen. Der Euro hatte bereits am Donnerstag von der Hoffnung, auf eine politische Regierung profitiert. So gingen auch die Risikoaufschläge für italienische Staatsanleihen zurück.

«An der Reaktion zeigt sich, dass es in erster Linie die Aussicht auf einen erneuten Wahlgang ist, wovor sich die Marktteilnehmer fürchten», kommentierte Thu Lan Nguyen, Devisenexpertin von der Commerzbank. Es scheine, dass nach den heftigen Verwerfungen insbesondere an den italienischen Staatsanleihemärkten, die Führung der beiden populistischen Parteien Lega und 5-Sterne doch noch kalte Füsse bekommen würden. Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,87680 (0,87500) britische Pfund, 127,33 (126,76) japanische Yen und 1,1526 (1,1513) Schweizer Franken fest. Gefixt wurde die Feinunze Gold in London mit 1305,35 (1300,70) Dollar. (awp/mc/cs)

 

EZB-Referenzkurse

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