Devisen: Trump setzt mit drohender Fed-Anklage Dollar unter Druck

Devisen: Trump setzt mit drohender Fed-Anklage Dollar unter Druck
(Photo by Ibrahim Boran on Unsplash)

Zürich – Der US-Dollar hat in der Nacht auf Montag klar an Wert verloren. Händler verweisen auf den verschärften Streit zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Chef der US-Notenbank Jerome Powell.

Das EUR/USD-Paar notiert am frühen Montagmorgen bei 1,1668 nach 1,1622 im frühen asiatischen Handel. Auch zum Franken hat der Greenback klar nachgegeben: Das USD/CHF-Paar wird aktuell bei 0,7980 gehandelt, nachdem es wenige Stunden davor im Top noch 0,8019 gewesen waren. Wenig verändert zeigt sich derweil das EUR/CHF-Paar mit aktuell 0,9311.

Der Grund für die Dollar-Schwäche kommt ganz klar von der US-Politik. Die US-Notenbank Fed veröffentlichte gestern eine Erklärung, in der Fed Chair Jerome Powell mitteilte, dass die Notenbank Vorladungen des US-Justizministerium erhalten habe. Es drohe eine Klage aufgrund der Renovierungsarbeiten des Fed-Hauptquartiers. Powell stellte aber ungewöhnlich deutlich klar, dass dies ein Vorwand sei. Vielmehr sei der Zweck, Einfluss auf die US-Geldpolitik zu nehmen.

Der Markt habe die geldpolitischen Risiken im Zuge der politischen Druckmache auf das Fed bisher wohl unterschätzt, meint die Commerzbank in einem Kommentar. «Spätestens dieser Schritt sollte aber den ein oder anderen wachrütteln.»

Es möge zwar sein, dass die Bemühungen der US-Regierung, die Kontrolle über die US-Geldpolitik zu erlangen, den kurz oder gar mittelfristigen Zinsausblick nicht gross ändern werde und dies damit auf den ersten Blick wenig relevant für den Dollar erscheinen möge, meinen die Devisenanalysten der deutschen Bank weiter. Es gehe aber darum, dass sich die Reaktionsfunktion der Notenbank grundsätzlich und langfristig ändern dürfte, sollte das Weisse Haus Erfolg haben – wovon auszugehen sei. (awp/mc/ps)

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