EU-Schluss: Berg- und Talfahrt endet im Minus

EU-Schluss: Berg- und Talfahrt endet im Minus

London – Die wichtigsten europäischen Aktienindizes haben am Mittwoch eine Berg- und Talfahrt im Minus beendet. Händler sprachen von hoher Nervosität vor der Bundestags-Abstimmung über den Euro-Rettungsschirm an diesem Donnerstag. «Auch wenn insgesamt der erweiterte Rettungsschirm eine klare Mehrheit finden sollte, wäre dennoch das Verfehlen einer Kanzlermehrheit der Ausgang einer verschärften politischen Krise in Euroland», warnte Marktanalyst Robert Halver von der Baader Bank. «Das Euro-Musterland Deutschland könnte dann regierungsseitig nicht mehr vollmundig die Euro-Rettung vertreten.»

Der EuroStoxx 50 verlor 0,76 Prozent auf 2.176,64 Punkte und beendete damit eine dreitägige Gewinnserie.

In Paris sank der CAC 40 um 0,92 Prozent auf 2.995,62 Punkte. Der Londoner FTSE 100 fiel belastet von den schwer gewichteten Rohstoffwerten sogar um 1,42 Prozent auf 5.218,78 Punkte.

Sämtliche Sektoren beendeten den Tag im Minus. Besonders kräftig erwischte es dabei die Finanzwerte und die Rohstofftitel. Bereits in den USA hatte am Vorabend ein Bericht der «Financial Times» über eine geplante höhere Beteiligung der Banken an der Griechenland-Hilfe den Markt in der letzten Handelsstunde bröckeln lassen und insbesondere die Finanztitel belastet.

Man Group brachen in London als mit weitem Abstand schlechtester Wert im FTSE 100 um 24,87 Prozent auf 189,917 britische Pence ein. Der Hedgefonds rechnet mit einem Rückgang des verwalteten Vermögens seit Ende Juni um 6 Milliarden auf 65 Milliarden US-Dollar.

Am oberen Ende der Tabelle gewannen BG Group 3,40 Prozent auf 1.264,00 Pence. Goldman Sachs hatte die Titel des Ölproduzenten auf seine «Conviction Buy»-Liste gesetzt. Davon profitierten auch die Aktien anderer Ölunternehmen. So fanden sich Total (+0,26%) und Enel (+0,56%) unter den nur fünf Gewinnern im EuroStoxx 50 ein.

Auch andernorts bewegten Kommentare der US-Bank einzelne Titel. PSA Peugeot Citroen rutschten in Paris als einer der schlechtesten Werte im CAC 40 um 3,22 Prozent auf 16,37 Euro ab. Hier hatte Goldman Sachs seine neutrale Haltung aufgegeben und die Papiere des französischen Autoherstellers zum Verkauf empfohlen.

In Zürich sprangen Actelion mit einem Aufschlag von 2,99 Prozent auf 30,65 Franken an die Spitze des Swiss-Market-Index (SMI) . Der Hedgefonds Elliott hatte seine Beteiligung an dem Pharmaunternehmen reduziert, was am Markt sehr positiv aufgenommen wurde. Nun hält Elliott noch eine Beteiligung von unter drei Prozent. Anfang Mai war der Fonds mit seinen Anträgen auf der Generalversammlung von Actelion abgeblitzt. Der Hedgefonds wollte insbesondere mit der Abwahl bisheriger Verwaltungsrats-Mitglieder und Zuwahl sechs eigener Kandidaten faktisch die Kontrolle über das Unternehmen übernehmen. (awp/mc/ps)

Euronext

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