EU-Schluss: Dritter Gewinntag in Folge

EU-Schluss: Dritter Gewinntag in Folge

London – Eine konzertierte Aktion der wichtigsten Notenbanken hat der Erholung der europäischen Börsen am Donnerstag weiteren Auftrieb gegeben. Der EuroStoxx 50 baute die Gewinne der beiden Vortage um 3,47 Prozent auf 2.155,62 Punkte aus. Das starke Votum von Deutschland und Frankreich vom Vortag für den Verbleib Griechenlands in der Eurozone hatte bereits für ein anhaltend freundliches Marktumfeld gesorgt.

In Paris eroberte der CAC 40 die in der Vorwoche gefallene Marke von 3.000 Punkten zurück und kletterte um 3,27 Prozent auf 3.045,62 Punkte. Der FTSE 100 stieg in London um 2,11 Prozent auf 5.337,54 Punkte.

Weltweit führende Notenbanken wollen möglichen Engpässen auf dem Dollar-Geldmarkt vorbeugen. Hierzu sollen den Geschäftsbanken zusätzliche Refinanzierungsgeschäfte in Dollar angeboten werden, wie die Europäische Zentralbank (EZB) zusammen mit den Zentralbanken Grossbritanniens, Japans und der Schweiz am Donnerstag mitteilte. Sie reagierten damit einem Experten zufolge wohl auf Gerüchte um Engpässe bei einzelnen europäischen Banken.

Entsprechend gab die Massnahme vor allem den Finanztiteln weiteren Schub: Der Versicherungssektor und der europäische Bankenindex lagen mit einem Zuwachs von jeweils gut 4 Prozent einmütig an der Spitze der Branchenübersicht. Beide Indizes erholten sich damit bereits prozentual zweistellig von ihrem mehrjährigen Tief vom Dienstag.

Besonders auffällig waren die Papiere der BNP Paribas, die sich mit einem Sprung von 13,38 Prozent auf 30,500 Euro an die Spitze des EuroStoxx katapultierten. Nicht weit dahinter folgten Intesa SanPaolo mit plus 10,27 Prozent auf 1,0520 Euro. Aktien der Societe Generale hingen mit einem Aufschlag von 5,44 Prozent auf 18,330 Euro etwas hinterher, nachdem Nomura das Anlagevotum um zwei Stufen gesenkt hatte. Analyst Jon Peace hält die verstärkt eingepreisten Sorgen des Marktes zwar für übertrieben, allerdings auch das Erholungspotenzial für begrenzt, solange die Schuldenkrise in Europa nicht behoben ist.

Allerdings tendierten nicht alle Bankentitel freundlich, die UBS scherte mit einem Einbruch um 10,80 Prozent auf 9,7500 Euro deutlich aus. Die Problemserie bei der angeschlagenen Schweizer Grossbank reisst nicht ab: Wegen einer Milliardenbelastung aus nicht autorisierten Handelsgeschäften eines Händlers halten es die Schweizer für möglich, dass sie im dritten Quartal wieder einmal rote Zahlen schreiben werden. Nach Schätzungen der UBS führten die Transaktionen zu einem Verlust von zwei Milliarden US-Dollar. Ein Börsianer sorgte sich nach der Meldung aber weniger um den möglichen Verlust, sondern eher um das sich gerade erst erholende Image.

In Stockholm gewannen die Titel von Hennes & Mauritz (H&M) nach Umsatzzahlen zum dritten Quartal 7,09 Prozent auf 197,90 schwedische Kronen. Die schwedische Textilkette hatte auf vergleichbarer Ladenfläche zwar rückläufige Erlöse hinnehmen müssen, mit neu eröffneten Geschäften und dem in einigen Ländern begonnenen Internet- und Katalogverkauf war der Umsatz jedoch insgesamt um fünf Prozent gestiegen. In London kletterten Aktien der Baumarktkette Kingfisher wegen eines über den Markterwartungen ausgefallenen Gewinns um 4,80 Prozent auf 250,75 Pence.  (awp/mc/upd/ps)

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