EU-Schluss: Eingedämmte Verluste

EU-Schluss: Eingedämmte Verluste

London – Stark verunsicherte Anleger haben den europäischen Börsen am Dienstag Verluste beschert und sie zeitweise sehr kräftig auf Talfahrt geschickt. Sorgen um ein Übergreifen der Euro-Schuldenkrise auf Italien waren der Auslöser. Sie konnten jedoch eingedämmt werden, nachdem eine italienische Anleihe-Auktion erfolgreich verlaufen war und zudem Gerüchte über ein Eingreifen der Europäischen Zentralbank an den Anleihemärkten kursierten.

Der EuroStoxx 50 ging mit minus 0,58 Prozent auf 2.693,53 Punkte aus dem Handel. Bei 2.608 Punkten hatte der Leitindex der Eurozone zwischenzeitlich den niedrigsten Stand seit Ende August 2010 markiert und damit seit Handelsschluss am Donnerstag – bevor schwache US-Arbeitsmarktdaten für einen ersten Stimmungsdämpfer gesorgt hatten – in der Spitze bis zu 8,3 Prozent eingebüsst. Damit fiel dieser Kurssturz heftiger aus als die Marktverwerfungen nach der japanischen Erdbeben-, Flut- und Nuklearkatastrophe Mitte März. Der Pariser Cac 40 verlor am Dienstag 0,84 Prozent auf 3.775,42 Punkte und der britische FTSE 100 gab um 1,02 Prozent auf 5.868,96 Punkte nach.

Der einzige Sektor, in dem Gewinne verzeichnet wurden, war der Autosektor. Die Finanzwerte konnten sich zumindest wieder etwas erholen, nachdem sie in den vergangenen Handelstagen sehr kräftig eingebrochen waren. So rückten die Titel der italienischen Unicredit mit plus 5,89 Prozent auf 1,222 Euro an die Spitze im EuroStoxx 50. Allerdings hatten sie in den vergangenen fünf Handelstagen auch knapp 20 Prozent an Wert eingebüsst. Die Titel der Intesa SanPaolo stiegen am Dienstag um etwas mehr als drei Prozent, nachdem sie in den vergangenen fünf Handelstagen rund 16 Prozent verloren hatten. Beide Aktien wurden zudem von Studien der Bank Maquarie gestützt.

Die Aktien des Finanzkonzerns ING gaben dagegen am Dienstag um 2,58 Prozent auf 7,584 Euro nach. Auch die britischen und schweizerischen Finanzwerte mussten Abschläge hinnehmen.

In London brachen die Aktien von Thomas Cook um 28,40 Prozent auf 89,062 Britische Pence ein, nachdem der Reiseveranstalter wegen der Unruhen in Nordafrika seine Gewinnprognose gesenkt hatte. Die Titel des Konkurrenten Tui Travel verloren im britischen «Footsie» als Schlusslicht 7,46 Prozent auf 204,695 Pence. (awp/mc/ss)

Euronext

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