EU-Schluss: Verluste – EZB enttäuscht Hoffnung auf Anleihekäufe

EU-Schluss: Verluste – EZB enttäuscht Hoffnung auf Anleihekäufe

London – Die europäischen Aktienmärkte sind am Donnerstag nach der Leitzinssenkung durch die (EZB) mit Verlusten aus dem Handel gegangen. Neben der Leitzinssenkung hatten die Märkte auf die Ankündigung zusätzlicher Anleihekäufe durch die Europäische Zentralbank EZB gehofft. Diesem Wunsch erteilte EZB-Präsident Mario Draghi auf der Presskonferenz zum Zinsentscheid jedoch eine klare Absage. Der EuroStoxx 50 fiel um 2,43 Prozent auf 2.288,05 Punkte.

In Paris rutschte der CAC 40 ebenfalls ins Minus und gab 2,53 Prozent auf 3.095,49 Punkte nach. Der britische FTSE 100 hielt sich mit 1,14 Prozent im Minus bei 5.483,77 Punkten etwas besser.

Den Pessimismus vor dem EU-Gipfel konnte die Leitzinssenkung allein nicht aufheben. Auch der gelockerte Rahmen für Sicherheiten, die die EZB als Pfand bei Offenmarktgeschäften von Banken fordert, konnte die Stimmung nicht wesentlich heben. Der Markt denke nun, dass es nach den aus deutschen Regierungskreisen gedämpften Erwartungen auf dem dreitägigen Gipfel keine Lösung gebe und demzufolge auch keine konkreten Massnahmen, kommentierte ein Börsianer. Es habe nicht einmal eine Leitzinssenkung von einem halben Prozentpunkt gegeben, hiess es weiter. Das bedeute, dass nicht alles Mögliche seitens der EZB getan werde, um die Kreditvergabe wieder in Gang zu bringen.

Bereits vor Handelsschluss sorgten Kreismeldungen zu den Daten der Europäischen Bankenaufsicht EBA zum Kapitalbedarf der europäischen Banken für Aufregung bei den Finanzwerten. Bankenwerte, die bereits nach den EZB-Nachrichten stark unter Druck geraten waren, sahen sich dadurch weiterem Abwärtsdruck ausgesetzt. Die Intesa SanPaolo verlor fast neun Prozent, die BNP Paribas und die Unicredit zwischen fünf und mehr als sieben Prozent. Auch die ING und die Societe Generale gerieten mit vier bis fünf Prozent Abschlag unter die Räder.

Folgerichtig stand auch der gesamte Bankensektor in der Branchenwerttung schlecht da. Der Stoxx Europe 600 Banks zeigte sich mit mehr als drei Prozent äusserst schwach. Noch gedrückter lagen die Titel von Autobauern im Rennen: 3,31 Prozent verloren die Aktien der Branchenunternehmen im breiten Stoxx Europe 600. Die Branchenschwergewichte Peugeot mit sieben und Renault mit fünf Prozent Verlust trugen ihren Teil dazu bei.

Im gesamten EuroStoxx 50 gab es keine Aktien mit Kursgewinnen. Am besten schlugen sich mit den geringsten Verlusten noch AB Inbev und Unilever.

Der britische Einzelhändler Tesco hatte im dritten Quartal erneut den Umsatz gesteigert und hält an seinen Zielen fest. Die Daten lagen im Rahmen der Erwartungen, Tesco-Titel legten leicht um 0,08 Prozent zu.

Der schweizerische Pharmakonzern Novartis hatte mit seinem Brustkrebsmittel Afinitor positive Studiendaten erzielt. Die Aktien gewannen daraufhin 0,60 Prozent. Auch Roche konnten in Zürich Gewinne verbuchen, für die Papiere des Pharmakonzerns ging es gar um 1,68 Prozent hoch. Die Papiere waren damit stärkster Wert im Züricher SMI-Index . Bei Roche hatte ebenfalls ein Brustkrebsmittel positive Wirkungen erzielt.

Im Stoxx Europe 50 trat an diesem Donnerstag noch eine Änderung in Kraft. Der britische Tabakkonzern Imperial Tobacco ersetzt den französischen Versicherer Axa. Imperial Tobacco legten um 0,72 Prozent zu, Axa gaben mit dem Druck auf Finanzwerte 3,82 Prozent ab.  (awp/mc/upd/ps)

Euronext

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