EU-Schluss: Erholung nach drei Tagen gebremst

EU-Schluss: Erholung nach drei Tagen gebremst

London – Gebremst von schlechten Wirtschaftsdaten haben die europäischen Börsen am Dienstag eine Verschnaufpause eingelegt. Der EuroStoxx 50 verlor 0,03 Prozent auf 2.323,67 Punkte. Der Leitindex der Eurozone bremste damit zwar nach drei Plustagen in Folge seine Erholung als Antwort auf die zuvor steile Talfahrt seit Anfang August.

Dafür ging der Index aber auf Tageshoch aus der Sitzung und hält sich fast 12 Prozent über seinem 28-Monatstief vom Donnerstag der Vorwoche. Der Pariser Cac 40 endete mit einem Tagesverlust von 0,25 Prozent bei 3.230,90 Punkten, der FTSE 100 gewann in London 0,13 Prozent auf 5.357,63 Punkte.

Enttäuschende Wirtschaftsdaten mit einer überraschenden Stagnation der deutschen Wirtschaft im zweiten Quartal und einem enttäuschenden Wirtschaftswachstum der Eurozone haben die Aktienmärkte in die Defensive gedrückt, sagte Analyst Gregor Kuhn von IG Markets. Licht im Tunnel komme indes von der anderen Seite des Atlantik mit einem überraschend starken Anstieg der US-Industrieproduktion. Dies habe die US-Börsen gestützt und den europäischen Aktien eine Erholung im späten Geschäft gebracht. Aus Paris gab es bis zum Handelsschluss noch keine Nachricht vom Treffen der Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy.

Versorger grösste Verlierer, Nahrungswerte favorisiert
Tagesverlierer waren im europäischen Handel die Versorger, deren Branchenindex Stoxx Europe 600 Utilities seine steile jüngste Erholung trotz einer positiven Branchenstudie von Goldman Sachs mit minus 1,95 Prozent abbrach. Auch Autowerte landeten auf den Verkaufslisten weit oben. Der Stoxx Europe 600 Autos + Parts sackte um 1,13 Prozent ab, erholte sich damit aber spürbar von seinem Tagestief. Die Autoverkäufe in Europa waren im Juli insgesamt zurückgegangen, wobei das zehnprozentige Wachstum des deutschen Markts den Gesamtmarkt noch vor einem grösseren Absturz rettete. Renault-Aktien sackten wie die Papiere von PSA Peugeot Citroen im Cac40 um jeweils fast zwei Prozent ab. In Italien brach der Autoabsatz um elf Prozent ein, was Fiat-Titel um 3,60 Prozent drückte.

Die Aktien aus dem Energiekomplex konnten dagegen an ihre Erholung anknüpfen und stellten mit einem Plus von 0,54 Prozent im Stoxx Europe 600 Oil and Gas den zweitstärksten Sektor. Die Anbieter von Basisrohstoffen konnten dagegen erneut nicht mithalten und der Stoxx 600 Basic Resources verlor 0,17 Prozent. Bei den Ölwerten erholten sich ENI-Aktien um weitere 0,46 Prozent auf 13,1700 Euro. In London zählten Minenwerte zu den Gewinnern. Tagessieger im «Footsie» waren Randgold mit plus 4,13 Prozent auf 6.265,70 Pence.

Nokia bauen Gewinne aus
Tagesgewinner unter den Aktienschwergewichten waren erneut Nokia , die ihr sattes Vortagesplus um 5,13 Prozent auf 4,300 Euro ausbauten. Händler hatten den Kurssprung von mehr als neun Prozent am Vortag bereits mit Übernahmefantasien begründet, nachdem einige Experten nach dem Kauf des traditionsreichen Handyherstellers Motorola Mobility durch Google für 12,5 Milliarden US-Dollar nun weitere Deals in der Branche erwarteten. Börsianern zufolge werden aktuell Marktgerüchte wieder aufgewärmt, dass Microsoft ein Auge auf Nokia werfen könnte. (awp/mc/pg)

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